
Bei allem Respekt für diesen Versuch des ORF, einen Heimatfilm nicht als Melodram mit Alpenpanorama zu verkaufen: Diesseits der Berge werden viele "Tatort"-Fans den Dialogen des öfteren nicht folgen können. Und dabei würde man gelegentlich schon gern wissen, was gerade die älteren Herrschaften erzählen.
Letztlich aber ist es tatsächlich nicht wichtig, denn die zentralen Figuren sprechen vor allem durch ihre Taten: Zwei Brüder streiten sich bis hin zur handfesten Prügelei um den Bauernhof ihrer Eltern. Schmuckstück des Gutshofs ist ein Steinbruch. Hier will der Erbe Granit abbauen. Auf eigene Kosten hat er eine Straße anlegen lassen. Doch die familiäre Fehde schreckt selbst vor finanziellen Gemeinheiten nicht zurück, und so musste der Besitz zwangsversteigert werden. Nutznießer waren der Bruder sowie ein Steinbruchbesitzer, der die ganze Zeit im Hintergrund die Fäden gezogen hat. Dieser Mann sitzt nun in einer kalten Winternacht kurz vor Weihnachten tot in seinem Auto. Ein Fall für die Polizei? Auch; vor allem aber für "akut-Agnes", eine zweifelhafte Fernsehsendung, die Menschen gern in die Enge und auch schon mal in den Tod treibt.
Interessanter als der Bruderzwist ist die Medienkritik, die Autor Felix Mitterer ("Die Piefke-Saga") seinem Stoff abgewinnt. Mitterer versäumt nicht, auf die Abhängigkeit des (Privat-)Senders von seinen Werbekunden hinzuweisen. Vollends interessant wird dieser Seitenstrang, als die TV-Reporterin Agnes (Muriel Baumeister) und Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) einander schöne Augen machen, in Wirklichkeit aber bloß ein Spiel miteinander treiben, in dem es um Informationen geht. Allerdings taut die hübsche Journalistin buchstäblich auf, als sie in eine Falle gerät und Eisner sie aus einem eisigen See retten muss.
Zwischendurch aber kehrt Regisseur Fabian Eder (der als Kameramann für einige wunderbare Aufnahmen sorgt) zum krachenden Heimatdrama zurück, weil der enteignete Besitzer des Hofs droht, sich in die Luft zu sprengen; schließlich taucht auch noch ein dritter Bruder auf, der ein Geheimnis hütet, das wiederum Agnes kennt. Die Geschichte hat also durchaus ihren Reiz, selbst wenn dieser mitunter eher exotischer Natur ist; die Bauernbrüder zum Beispiel pflegen eine höchst einsilbige Art der Kommunikation und beantworten die Fragen des Inspektors bloß mit "ja" und "na" (nein). tpg.
| Darsteller: | Harald Krassnitzer | als Moritz Eisner | |
|---|---|---|---|
| Alexander Mitterer | als Pfurtscheller | ||
| Muriel Baumeister | als Agnes Aichinger | ||
| Sarah Tkotsch | als Claudia Eisner | ||
| Andreas Lust | als Heinz Gufler | ||
| Cornelius Obonya | als Walter Gufler | ||
| Simon Schwarz | als Erich Gufler | ||
| Maria Hofstätter | als Frieda Gufler | ||
| Julia Gschnitzer | als Paula Pfurtscheller | ||
| Ludwig Dornauer | als Helmut Pechtl | ||
| Adele Neuhauser | als Frau Pechtl | ||
| Karl Achleitner | als Herr Leimgruber | ||
| Regie: | Fabian Eder | ||
| Drehbuch: | Felix Mitterer | ||
| Produzent: | Andreas Payer | ||
| Kamera: | Fabian Eder | ||
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