Kriminalfilm http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Tatort: Gewaltfieber

Filmdetails

Tatort: Gewaltfieber


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Kritik

Ganz kurz bloß, nur für Sekundenbruchteile, sind die Bilder zu sehen. Den Rest besorgt die Fantasie: Im Lehrerzimmer einer Schule ist ein regelrechtes Blutbad angerichtet worden. Unter den Toten ist auch ein Schüler; in seiner Hand: die Mordwaffe. Als später Fotos auftauchen, die den Jungen beim Massakrieren eines Tieres zeigen, scheint der Fall klar. Allein Lena Odenthal bleibt skeptisch. Der mutmaßliche Mörder war ein Musterschüler. Wenn er in der Tat der Täter war: warum? Die Kommissarin stößt auf einen höchst verdächtigen Verein aus Schülern, dessen Mitglieder einiges auf dem Kerbholz haben.

"Gewaltfieber", ein SWR-"Tatort" aus Ludwigshafen, befasst sich mit einem brisanten Thema: Amokläufe von Schülern, in der Vergangenheit in erster Linie ein amerikanisches Phänomen, gibt es mittlerweile auch in Deutschland. Stets ist die Gesellschaft fassungslos. Der Sündenbock ist rasch ausgemacht: die permanente Brutalität von Bildschirmmedien wie Fernsehen, Video- und Computerspielen. Doch das Drehbuch von Fred Breinersdorfer hält sich nicht mit billigen Erklärungen auf. Auch wenn gewalttätige Spiele und zerrüttete Elternhäuser eine Rolle spielen: Letztlich hat die Schule die mordenden Monster erschaffen. Daher gibt es für die Untat selbst auch kein konkretes Motiv. Es handelt sich, wenn man so will, um das Ergebnis von extremer struktureller Gewalt. Erwachsene, sagt der Schuldirektor in diesem Film einmal, machten sich keinerlei Vorstellungen davon, wie es heute an Schulen zugehe; das sei mit der eigenen Schulzeit nicht zu vergleichen.

Regisseur Martin Eigler hat aus seinem ersten "Tatort" ein starkes Stück gemacht: hochkonzentriert, ohne Leerlauf, ohne optischen Schnickschnack. Selbst Pausenclown Kopper (Andreas Hoppe), der Assistent von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), muss auf seine Show-Einlagen verzichten. Kein Wunder, dass "Gewaltfieber" höchst unbequem geworden ist; ein Film, der es sich und seinem Publikum nicht leicht macht und der ganz konsequent auf das übliche Täterschema verzichtet. tpg.

Tatort: Gewaltfieber

Darsteller:  Ulrike Folkerts   als Lena Odenthal
  Corinna Harfouch   als Anna Cordes
  Andreas Hoppe   als Mario Kopper
  Michael Wittenborn   als Dr. Lobentag
  Matthias Schweighöfer   als Jacky
  Lena Lauzemis   als Chris Domnik
  Sebastian Urzendowsky   als Fabian
  Natalie Spinell   als Natascha Günther
  Karl Kranzkowski   als Günter Dominik
  Peter Espeloer   als Peter Becker
  Annalena Schmidt   als Frau Keller
 
Regie:  Martin Eigler  
Drehbuch:  Fred Breinersdorfer  
Produzent:  Carl Bergengruen  
Kamera:  Thomas Makosch  
Schnitt:  Gudrun Böhl  
Musik:  Wilhelm Stegmeier  
Kostüme:  Chalune Seiberth  

Star

Ulrike Folkerts

Seit 1989 ist Ulrike Folkerts die Ludwigshafener Hauptkommissarin Lena Odenthal und damit die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin...

Star

Corinna Harfouch

Ihr hellwacher Blick sticht ins Auge, weil er Neugier, Skepsis, Belustigung, Spott und gnadenlose Verachtung vermittelt, selten Hingabe...

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