Hannelore wohnt wieder bei Bienzle, doch leider muss der sich um einen in seiner Werkstatt erschlagenen Fahrer von Motorradrennen kümmern. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Tatort: Bienzle und der Tag der Rache

Filmdetails

Tatort: Bienzle und der Tag der Rache

Hannelore wohnt wieder bei Bienzle, doch leider muss der sich um einen in seiner Werkstatt erschlagenen Fahrer von Motorradrennen kümmern.


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Kritik

Ein "Krimikomödienmelodram" könnte man diesen neuen "Tatort" aus Stuttgart nennen. Fein säuberlich wie in der Seifenoper hat Bienzle-Erfinder Felix Huby drei Handlungsstränge miteinander verwoben. Der komische Part wird all jene erfreuen, die schon immer von Mundart schwärmten und auch einem Bauernschwank nicht abgeneigt sind: Endlich ist Bienzles Hannelore bei ihm eingezogen, da naht das Unheil in Form von Patentante Gerlinde. Von wilden Ehen hält sie gar nichts; selbst ihrem Neffen geht sie alsbald auf die Nerven, obwohl ihn sein Erfinder doch mit einer Schildkrötengeduld ausgestattet hat. Kein Wunder, dass man auch als Zuschauer die geifernde Gerlinde (Heidy Forster) zurück in ihr Bauerntheater wünscht.

Der melodramatische Part könnte hingegen direkt aus der "Lindenstraße" stammen: Ehepaar Kuron (Jennifer Nitsch, Dirk Martens) pflegt nur noch lautstark miteinander zu kommunizieren. Auch dies kein Wunder: Motorrad-Rennfahrer Mike investiert jeden Pfennig in seinen Ein-Mann-Rennstall, sehr zum Zorn vom Schwiegervater (Wolff Lindner). Eines Nachts ereilt den Mike die gerechte Strafe: in Form eines Engländers (das Werkzeug, nicht der Landsmann), der auf seinen Schädel kracht. Justament ist kurz zuvor sein Bruder (Sven Martinek) aus dem Gefängnis entlassen worden, nicht minder ergrimmt als all die anderen in dieser Geschichte, denn Mike hatte ihm einst den Rennstall versprochen; dafür war der Bruder für den gemeinsamen Anschlag auf einen Konkurrenten in den Knast gegangen. Von der Abmachung aber wollte Mike nun nichts mehr wissen. Macht also schon drei Verdächtige. Und dann ist ja da noch der Gegner von der Rennstrecke, der gleichfalls eine alte Rechnung offen hat.

Viel Verdacht also in diesem Krimi; und viel zu erklären. Entsprechend wortreich ist Hubys Drehbuch ausgefallen. Regisseur Konrad Sabrautzky verstärkt die theatralischen Komponenten noch, indem er große Teile der Handlung konsequent am Schauplatz des Mordes stattfinden lässt: im Hinterhof von Bienzles neuem Domizil. Der Kommissar ist wie immer die Ruhe selbst und lässt sich allenfalls von der Tante aus derselben bringen; Dietz Werner Steck spielt seinen Bienzle mittlerweile wie im Schlaf, und manchmal wirkt er auch so. Rita Russek, deren Hannelore hier angeblich zum ersten Mal rauchen darf, muss in dieser Folge angesichts der tantlichen Heimsuchung überwiegend grimmige Miene zum bösen Spiel machen.

Auch in dieser Hinsicht möchte man sich als Zuschauer anschließen. Da die Darsteller ständig 'rumbrüllen und sich auch sonst wie Figuren aus einer Kolportage aufführen, hat das Krimi-Element kaum noch eine Chance. Es interessiert irgendwann auch nicht mehr richtig; einer wird's schon gewesen sein, und da alle ihre guten Gründe gehabt hätten, ist die Auflösung schließlich fast Nebensache. tpg.

Tatort: Bienzle und der Tag der Rache

Darsteller:  Dietz-Werner Steck   als Kommissar Ernst Bienzle
  Rüdiger Wandel   als Günter Gächter
  Rita Russek   als Hannelore Schmiedinger
  Jennifer Nitsch   als Susanne Kuron
  Sven Martinek   als Christian Kuron
  Dirk Martens   als Max Kuron
  Lara Fassbender   als Eva Kuron
  Wolff Lindner   als Kurt Wetzel
  Thomas Balou Martin   als Ronald Merdinger
  Heidy Forster   als Tante Gerlinde
  Walter Schultheiß   als Vermieter Rominger
  Dirk Salomon   als Schober
  Klaus Spürkel   als Dr. Kocher
  Norbert Aberle  
  Ulrike C. Tscharre  
 
Regie:  Konrad Sabrautzky  
Drehbuch:  Felix Huby  
Kamera:  Hans-Jörg Allgeier  
Schnitt:  Roswitha Gnädig  
  Carola Hülsebus  
Musik:  Nikolaus Glowna  
Produktionsdesign:  Jost Schrader  
Kostüme:  Mechthild Baumsteiger  
Ton:  Martin Kilian  
  Uve Haussig  
Casting:  Birgit Geier  

Star

Dietz-Werner Steck

Dietz-Werner Steck begann seine Karriere am Theater. Als Stuttgarter "Tatort"-Kommissar Bienzle schrieb er TV-Geschichte.

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