Sie sind ein eingespieltes Team, und das merkt man den "Tatort"-Beiträgen aus Stuttgart an. Gemeinsam haben Autor Felix Huby, Regisseur Hartmut Griesmayr und Hauptdarsteller Dietz Werner Steck mit dem Bienzle eine Figur geschaffen, die sich deutlich von den anderen ARD-Kommissaren abhebt.
Die Krimis von Huby und Griesmayr sind im besten Sinne altmodisch: keine optische Hektik, keine Brutalität, klare Geschichten. Für das vertraute Element sorgt dabei immer wieder die Beziehung zwischen Bienzle und seiner Hannelore (Rita Russek). In "Bienzle und das Doppelspiel" lassen Huby und Koautor Joachim Nelson ihren Helden in die Offensive gehen: Bienzle überrumpelt Hannelore mit dem Vorschlag, zusammenzuziehen; die nötige Wohnung hat er schon. Geschickt verknüpft das Drehbuch Privatleben und Beruf, zumal auch im aktuellen Fall eine Ehe im Mittelpunkt steht:
Der verdiente Gewerkschafter Damm (Günther Maria Halmer) wird demontiert, weil er von einem Bauunternehmer einen zinslosen Kredit angenommen hat; "Schmiergeld", schimpfen die Kollegen. Herausgefunden hat dies eine Journalistin, die nun tot in ihrem Blute liegt - die Rache des Gewerkschafters? Prekär wird die Lage, als sich herausstellt, dass Damm eine langjährige Beziehung mit der Toten hatte; prompt zieht seine Frau (Franziska Walser) ihr Alibi zurück. Und auch Bienzle steht plötzlich zwischen zwei Frauen, denn Damms Sekretärin (Maren Kroymann) entpuppt sich als alte Flamme, die nichts dagegen hätte, die frühere Liaison zu reaktivieren...
Neben den liebevollen Details am Rande (die Dialoge mit dem Navigationssystem der Luxuskarosse) gefällt der "Tatort" aus Stuttgart wieder vor allem wegen Griesmayrs gelassen souveräner Inszenierung und der spürbaren Behaglichkeit, mit der sich das feste Personal in seinen Rollen eingerichtet hat. tpg.
| Darsteller: | Dietz-Werner Steck | als Ernst Bienzle | |
|---|---|---|---|
| Rüdiger Wandel | als Günter Gächter | ||
| Rita Russek | als Hannelore Schmiedinger | ||
| Günther Maria Halmer | als Hans Damm | ||
| Maren Kroymann | als Margret Hoffmann | ||
| Franziska Walser | als Charlotte Damm | ||
| Stephan Benson | als Christian Hoffmann | ||
| Peter Davor | als Dominik Fischer | ||
| Naomi Krauss | als Nina Fischer | ||
| Simon Licht | als Clemens Reschke | ||
| Michael Hanemann | als Maletzke | ||
| Edgar M. Marcus | als Hannes Seifert | ||
| Walter Schultheiß | als Herr Rominger | ||
| Regie: | Hartmut Griesmayr | ||
| Drehbuch: | Felix Huby | ||
| Joachim Nelson | |||
| Produzent: | Carl Bergengruen | ||
| Kamera: | Hans-Jörg Allgeier | ||
| Schnitt: | Christiane Krafft-Hegemann | ||
| Musik: | Joe Mubare | ||
| Produktionsdesign: | Klaus-Peter Platten | ||
| Gertrud Esslinger | |||
| Ton: | Wolfgang Steiner | ||
Dietz-Werner Steck begann seine Karriere am Theater. Als Stuttgarter "Tatort"-Kommissar Bienzle schrieb er TV-Geschichte.
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