Die Tochter von Kulle Hain wurde mißbraucht und ermordet. Schenk und Ballauf ermitteln, doch der Altrocker will persönliche Rache. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Tatort: Bestien

Filmdetails

Tatort: Bestien

Die Tochter von Kulle Hain wurde mißbraucht und ermordet. Schenk und Ballauf ermitteln, doch der Altrocker will persönliche Rache.


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Kritik

"Auf welcher Seite stehst du eigentlich?", herrscht Max Ballauf seinen Freund und Partner Freddy Schenk kurz vor Schluss des neuen "Tatorts" aus Köln an. In der Tat: Die Sympathie des Kollegen Schenk für einen verdächtigen Mörder ist unübersehbar. Sie sind aber auch offenkundig aus dem gleichen Holz geschnitzt: Beide eint die Liebe zu schweren Motorrädern, das grundsätzlich grimmige Auftreten, der weiche Kern unter einer rauen Schale und die Liebe zu ihren Töchtern; von der gleichen Statur ganz zu schweigen. Doch das Gesetz trennt sie, denn Kulle Hain (Armin Rohde), richtiger Rocker und Vater eines ermordeten Mädchens, steht im Verdacht, den Mörder seiner Tochter Ricky getötet zu haben; und Schenk (Dietmar Bär) weiß ganz offensichtlich mehr, als er Ballauf (Klaus J. Behrendt) verraten will. Deckt Schenk einen Fall von Lynchjustiz?

Wie so oft wird die Freundschaft der beiden Kölner Kommissare auf eine harte Belastungsprobe gestellt; und wie so oft hat das Privatleben ganz erheblichen Einfluss auf die Berufsausübung. Parallel zur Suche nach Rickys Mörder muss sich Freddy immer wieder mit seiner Tochter auseinandersetzen. Die ist etwa im gleichen Alter wie das tote Mädchen; kein Wunder, dass der Polizist die Wut von Ricky Vater gut nachvollziehen kann, zumal die Fahndung nach dem Mörder vorerst ergebnislos bleibt.

Nicht nur der Kommissar, auch der Film selbst wandelt trotz des distanzierenden Titels ("Bestien") auf einem schmalen Grat, denn Sympathieträger Schenk lädt den Zuschauer natürlich dazu ein, die mutmaßliche Selbstjustiz ebenfalls zu entschuldigen. Gegenentwurf ist wieder einmal Ballauf, dessen kompromisslos moralische Haltung allerdings durch den Schluss wieder in Frage gestellt wird. Sehenswert aber ist der Krimi aus Köln allemal. Gerade die gemeinsamen Szenen von Bär und Rohde sind von großer Intensität. Und hörenswert ist der Film ebenfalls: Die Musik, oft mehr eine Toncollage mit Thriller-Elementen als melodische Klangfolge, stammt von Arno Steffen, und seine Kumpels von der Kölner Kultband LSE haben auch einen Song beigesteuert. tpg.

Tatort: Bestien

Darsteller:  Klaus J. Behrendt   als Max Ballauf
  Dietmar Bär   als Freddy Schenk
  Tessa Mittelstaedt   als Franziska Lüttgenjohann
  Armin Rohde   als Kulle Hain
  Teresa Harder   als Ricky Hain
  Angelika Bartsch   als Irmgard Köster
  Jasmin Schwiers   als Sarah Köster
  Tobias Schenke   als Timmy Köster
  Hannes Hellmann   als Gerhard Vaupel
  Liz Baffoe   als Reporterin Mischke
  Christie Noza   als Geo
  Karoline Schuch   als Melanie Schenk
  Denis Moschitto   als Göktan
  Joe Bausch   als Rechtsmediziner Dr. Roth
 
Regie:  Kaspar Heidelbach  
Drehbuch:  Norbert Ehry  
Produzent:  Sonja Goslicki  
Kamera:  Kay Gauditz  
Schnitt:  Vera van Appeldorn  
Musik:  Arno Steffen  
Produktionsdesign:  Frank Polosek  
Kostüme:  Regine Bätz  

Star

Klaus J. Behrendt

1988 feierte Klaus J. Behrendt in der Rolle des Jupp Kowalla in der Ruhrpott-Saga "Rote Erde II" seinen Durchbruch im TV-Geschäft....

Star

Dietmar Bär

Dietmar Bär wurde Anfang der 1990er-Jahre in TV-Serien wie "Kommissar Klefisch" oder "Sportarzt Conny Knipper" bekannt. Seine populärste Rolle...

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