Düsteres Krimi-Drama, das einer mysteriösen Familien- und Dorftragödie auf den Grund geht. Nach dem gleichnamigen Bestseller. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz41/z0941514/b150x150.jpg Tannöd

Filmdetails

Tannöd

Düsteres Krimi-Drama, das einer mysteriösen Familien- und Dorftragödie auf den Grund geht. Nach dem gleichnamigen Bestseller.


Tannöd
Start: 19.11.2009

Kriminalfilm / Drama

Deutschland 2009
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Julia Jentsch
Monica Bleibtreu
Volker Bruch

Regie: Bettina Oberli
Verleih: Constantin

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

In einem abgelegenen Bauernhof wurde die Familie Danner samt Kindern und Magd mit der Spitzhacke erschlagen. Den Mörder hat man nicht gefunden. Bei den Dörflern war die Familie schlecht angesehen, mutmaßte man doch, dass die beiden Kinder der Tochter des geizigen Familienpatriarchen von ihm selbst stammten. Zwei Jahre nach dem spektakulären, immer noch unaufgeklärten Fall kommt eine junge Frau zurück in den Ort und stellt Nachforschungen an.


Kritik

Tannöd

Julia Jentsch wird in der stimmigen Adaption von Maria Schenkels prämiertem Krimi mit einem Mehrfachmord konfrontiert und stößt im atmosphärischen Drama auf dunkle Familiengeheimnisse.

Das titelgebende "Tannöd" steht für Hinterkaifeck, den Weiler dieses Namens gibt es nicht mehr. Einst stand hier, nahe Schrobenhausen, ein Einödhof, der es zu grausiger Bekanntheit brachte. Wegen des sechsfachen Mordes, der sich hier 1922 ereignete. Eine Bauernfamilie nebst Magd wurde mit einer Spitzhacke ausgelöscht - vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Da wundert es nicht, dass zum Thema viel recherchiert und geschrieben wurde, zum Beispiel vom Journalisten und Denkmalpfleger Peter Leuschner (Hinterkaifeck - Deutschlands geheimnisvollster Mordfall) und der Schriftstellerin Andrea Maria Schenkel ("Tannöd"), die für ihren Roman 2007 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde.

Die von Leuschner eingebrachte - inzwischen abgewiesene - Plagiatsklage gegen die Bestseller-Autorin sorgte für weitere Aufregung. Es folgte, ganz logische Verwertungskette, das Kino. Zunächst "ermittelte" dieses Frühjahr Benno Fürmann als Fotograf in "Hinter Kaifeck", nun begibt sich Bettina Oberli ("Die Herbstzeitlosen") auf Spuren- und Tätersuche. Julia Jentsch als Krankenschwester Kathrin schickt sie los. Von der Bluttat, die vor zwei Jahren in ihrem Heimatdorf passiert ist, weiß sie wenig. Nur, dass die oder der Mörder nie gefasst wurden. Sie ist eigentlich nur gekommen, um die Mama zu beerdigen.

Krimitypisch etabliert Drehbuchautorin Petra Lüschow ("Nachbeben") ihre Story. Als Fremde kehrt die uneheliche Kathrin heim, mit kleinem Gepäck, will nicht lange bleiben. Mit dem Postbus reist sie an - die Handlung wurde in die (pittoreskeren?) frühen 1960er Jahre verlegt -, kommt bei der Familie unter, bei der ihre Mutter Bedienstete war und läuft Traudl - Monica Bleibtreu besticht in ihrer letzten Kinorolle -, der Giftspritze des Dorfs, in die Arme. Deren Schwester war Magd auf dem Hof der verhassten Danners, auch sie war eines der Opfer, auch von ihrem Schicksal handelt das atmosphärische Drama, das zwischen den Zeitebenen pendelt. Dunkelblau, fast schwarz, undurchdringlich wie den Wald, der das Gehöft umgibt, hält Kameramann Stéphane Kuthy die Vergangenheit fest, etwas farbkräftiger, aggressiver das Jetzt, in dem die Dorfgemeinschaft sich belauert und zerfleischt. Alle lagen mit dem alten Danner (Vitus Zeplichal) im Streit, um Schulden ging's, um dessen aufreizende Tochter (Brigitte Hobmeier), um uneheliche Kinder, Inzest und die bigotte, verschlossene Ehefrau (Lisa Kreuzer). Gespenstisch ist die Stimmung, suggestiv Johan Söderqvists eindringlicher Score. Und mittendrin, passiv, blond, mit kantigem Gesicht, steht Jentsch ("Sophie Scholl"), die allmählich die schrecklichen Ereignisse zu deuten vermag. Gelöst im klassischen Sinn wird der Fall aber deswegen nicht, der Zuschauer ist gehalten, sich seine eigene Meinung zu bilden, Rückschlüsse zu ziehen, wenn final gnädig der Schnee fällt und alle Spuren bedeckt. geh.

Tannöd

Darsteller:  Julia Jentsch   als Kathrin
  Monica Bleibtreu   als Traudl Krieger
  Volker Bruch   als Johann Hauer
  Brigitte Hobmeier   als Barbara
  Vitus Zeplichal   als Danner
  Filip Peeters   als Georg Hauer
  Gundi Ellert   als Ruth Hauer
  Lisa Kreuzer   als Dannerin
  Werner Prinz   als Pfarrer Meisner
  Janina Stopper   als Betti
  Andreas Buntscheck   als Hansel
  Peter Harting   als Bauer Sterzer
  Nils Althaus   als Mich
  Dagmar Sachse   als Marie Krieger
 
Regie:  Bettina Oberli  
Drehbuch:  Petra Lüschow  
  Bettina Oberli  
Produzent:  Hejo Emons  
  Stefan Schubert  
  Ralph Schwingel  
  Kristina Löbbert  
Koproduzent:  Martin Moszkowicz  
  Christof Neracher  
Ausf. Produzent:  Kristina Löbbert  
Buchvorlage:  Andrea Maria Schenkel  
Kamera:  Stéphane Kuthy  
Schnitt:  Michael Schaerer  
Produktionsdesign:  Christiane Krumwiede  
  Peter Menne  
Kostüme:  Ute Paffendorf  
Maske:  Ronald Fahm  
  Miria Germano  
Ton:  Marc von Stürler  
Casting:  Susanne Ritter  

Star

Julia Jentsch

Deutsche Schauspielerin. Mit stiller, verhaltener Kraft spielt sie Frauen, die aus der Rolle fallen, mutige Rebellinnen und von schmerzhaftem...

Star

Monica Bleibtreu

Von ihren Gesichtszügen her wirkte Monica Bleibtreu wie eine stämmige bayerische Bäuerin, füllig und mit vollen Lippen, mütterlich vom...

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