Bäuerin Evi gewinnt bei einem Radioquiz einen Tangokurs. Endlich bietet sich ihr die Möglichkeit, aus dem Einerlei zwischen Kuhstall und Milchquote auszubrechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin fährt sie in die große Stadt und erliegt dort prompt dem glutäugigen Charme von Tanzlehrer Miguel. Als ihr der Gatte auf die Schliche kommt, gerät das eheliche Gebäude gewaltig ins Wanken, und Evi muss sich entscheiden: Liebe oder Leidenschaft?

Man sollte nicht glauben, wie gut Tango und Kuhstall zusammen passen. Das müssen sie auch, sonst würde diese Geschichte gar nicht funktionieren: Die bayerische Bäuerin Evi Gruber (Aglaia Szyszkowitz) liebt ihre Arbeit zwar, pflegt heimlich aber auch eine gewisse Sehnsucht nach einem Leben jenseits von Kinder, Küche, Kuhstall. Da kommt der Tangokurs, den sie bei einem Radioquiz gewinnt, gerade Recht.
Kurzentschlossen stürzt sie sich mit Dora (Nina Proll), ihrer besten Freundin, ins Großstadtleben, und erliegt dort prompt dem glutäugigen Charme von Tanzlehrer Miguel (Diego Wallraff). Als der Gatte (Jürgen Tonkel) ihr auf die Schliche kommt, gerät das eheliche Gebäude gewaltig ins Wanken, und Evi muss sich entscheiden: Liebe oder Leidenschaft?
Die eher schlichte Geschichte (Buch: Stefanie Sycholt) lebt vor allem von ihrer Hauptdarstellerin. Die Besetzung war sicher nicht einfach, doch Aglaia Szyszkowitz macht nicht nur im Abendkleid eine in jeder Hinsicht überzeugende Figur, sondern wirkt auch im Kuhstall nicht deplatziert. Der Gatte wiederum, ein Kerl von echtem Schrot und Korn, muss auch seine liebenswerten Seiten haben, sonst würde eine Frau wie Evi an seiner Seite unglaubwürdig wirken. Jürgen Tonkel versieht seinen Bauern zwar mit einem eher unrasierten Charme, ist aber angesichts von Evis Abenteuer in seiner schroffen Haltung um so glaubwürdiger. Nina Proll schließlich ist nicht minder treffend besetzt: Dass Dora ein Leben mit dem Tango-DJ (Fritz Karl) ersprießlicher findet als das Dasein auf dem heimischen Bauernhof, ist absolut glaubwürdig.
Schade nur, dass sich das Drehbuch im Großen und Ganzen auf den einen zentralen Konflikt beschränkt; nach einem mitreißenden Anfang lässt die Spannung merklich nach. Trotzdem bleibt "Tango zu dritt" dank der Dialoge und einiger hübscher Details sehenswert. Die versauten SMS-Botschaften von Evis Tochter zum Beispiel sind fast so hübsch wie der unvermutete Ausflug von Regisseur Thomas Kronthaler ins Western-Genre. Davon abgesehen dürfte das Dauerthema zwischen dem Ehepaar Gruber - Evi klagt wiederholt, sie verbrächten zu wenig Zeit miteinander - nicht nur bei bäuerlichen Beziehungen von großer Relevanz sein. Und für Tango-Liebhaber (Musik: Martin Unterberger) ist der Film ohnehin ein Muss. tpg.
| Darsteller: | Aglaia Szyszkowitz | als Evi Gruber | |
|---|---|---|---|
| Jürgen Tonkel | als Hans Gruber | ||
| Nina Proll | als Dora | ||
| Diego Wallraff | als Miguel Martinez | ||
| Fritz Karl | als Silvio | ||
| Christian Lerch | als Robert | ||
| Veronika Fitz | als Anna Gruber | ||
| Michael A. Grimm | als Micki | ||
| Julia Krombach | als Amelie Gruber | ||
| Joshua Hartl | als Florian Gruber | ||
| Regie: | Thomas Kronthaler | ||
| Drehbuch: | Stefanie Sycholt | ||
| Produzent: | Annie Brunner | ||
| Ursula Woerner | |||
| Dr. Andreas Richter | |||
| Kamera: | Christoph Chassée | ||
| Musik: | Dieter Schleip | ||
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