Entspannte und leichte Komödie über die Umstände, die zum Woodstock Festival im August 1969 führten. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz30/z0930502/b150x150.jpg Taking Woodstock

Filmdetails

Taking Woodstock

Entspannte und leichte Komödie über die Umstände, die zum Woodstock Festival im August 1969 führten.


Taking Woodstock
Start: 03.09.2009

Komödie

USA 2009
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Demetri Martin
Imelda Staunton
Henry Goodman

Regie: Ang Lee
Verleih: Tobis

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

In New York ist Elliot Tiber eine aufstrebende Größe in der Kunstszene und fühlt sich in der aufkeimenden Schwulenbewegung wohl. Doch wenn er zurück nach Hause ins 100 Kilometer entfernte Bethel kehrt, um seinen Eltern beim Führen ihres Motels zu helfen, darf niemand etwas davon wissen. Als Leiter der Handelskammer in seinem Heimatdorf verfügt Elliot über die Erlaubnis für ein jährliches Musikfestival. Als der junge Mann Wind davon bekommt, dass Michael Lang und ein paar Hippies nach einem geeigneten Ort für ein großes Rockfestival suchen, bietet er seine Hilfe an. Keiner ahnt, dass mehr als 500.000 Menschen kommen werden. Die entzweite Familie Tiber muss sich zusammenraufen.


Kritik

Taking Woodstock

Zum 40. Jubiläum von Woodstock bringt Ang Lee die Geschichte des Mannes, der das legendäre Rockfestival im Jahr 1969 überhaupt erst möglich gemacht hat, ins Kino - der bei aller Dysfunktion leichteste und unbeschwerteste Film des Meisterregisseurs von "Brokeback Mountain" und "Lust und Begierde".

"3 Days of Peace & Music" versprachen die Veranstalter des Woodstock Music Art and Festival, als sich am 15. August auf dem Farmgelände des Milchbauern Max Yasgur in Bethel, New York, der Vorhang hob für ein Rockfestival der Superlative, in dessen Verlauf 32 Künstler bei Sonne, Sturm und strömenden Regen vor geschätzten 500.000 begeisterten Besuchern auftraten, während weitere 500.000 im 90 Kilometer langen Stau vergeblich versuchten, zum Ort des Geschehens zu wagen. Wenn Ang Lee ein filmisches Schlaglicht auf die Ereignisse von damals wirft, dann liegt die Vermutung nahe, dass der Spezialist für obsessive Dramen im bunten Hippietreiben nach einer düsteren Seite suchen könnte. Das Gegenteil ist der Fall: "Taking Woodstock", basierend auf Auszügen der Memoiren des damals tatsächlich bereits 34-jährigen Elliot Tiber, der als Präsident der Handelskammer von Bethel die Befugnis hatte, einmal im Jahr ein Musikfestival zu organisieren und mit dieser Genehmigung Woodstock möglich machte, ist vielmehr ein krasser Gegenentwurf zu Lees zeitlich kurz davor angesiedelten "Brokeback Mountain": der eine Moment in der amerikanischen Geschichte, in dem die Utopie von Gleichheit und Brüderlichkeit tatsächlich wahr wurde, in dem die Menschen einander unter dem Einfluss von Musik und Drogen als das akzeptierten, was sie waren, ungeachtet von Hautfarbe, Geschlecht und sexueller Orientierung (Lees 1997 entstandener "Der Eissturm" wiederum lässt sich als Abgesang auf den Summer of Love lesen).

Der Regisseur verpackt die Geschichte von Tiber, der in New York City als Galerist und Künstler der aufkeimenden Schwulenbewegung angehört, zu Hause in der spießigen 4000-Seelen-Gemeinde Bethel bei seinen jüdischen Eltern aber ein Doppelleben führen und seine Sexualität verheimlichen muss, in das Gewand der Filme dieser Zeit und erweist damit den eigenen Vorbildern seine Referenz: Unverkennbar ist der Elliot Tiber, den Lee und sein stetiger Drehbuchautor James Schamus für ihren Film erfunden und von dem filmunerfahrenen Standup-Comedian Demetri Martin ganz unaffektiert spielen lassen, angelehnt an Dustin Hoffmans Benjamin Ben Braddock aus "Die Reifeprüfung", mit einem Schuss Ringo Starr, wie man ihn in Richard Lesters "Hi-Hi-Hilfe" erlebte - ein unbedarfter, unsicherer Nebbish, der unter der Knute seines dominanten Mutterdrachens (Imelda Staunton als Inbegriff der resoluten jiddischen Quengelmama) leidet. Der zentrale Familien- und Generationenkonflikt - ein wiederkehrendes Thema in den Filmen von Ang Lee, das man auch als Bindeglied zu den anderen Arbeiten des Regisseurs sehen kann - ist fast identisch aus Paul Mazurskys bittersüßer Coming-of-Age-Geschichte "Ein Haar in der Suppe" übernommen. Und die lose Struktur, die so zufällig und improvisiert wirkt wie das damalige Festival selbst, bei dem die angesichts des Publikumsansturms völlig überforderten Veranstalter oft nicht wussten, wer als nächstes auf die Bühne kommen würde, erinnert an die großen Ensemblefilme von Robert Altman, Filme wie "Nashville" oder "Eine Hochzeit", nur dass Lee dessen Zynismus mit einem liebevollen, milden Blick auf das unüberschaubare Treiben ersetzt.

Schauplatz ist das heruntergekommene, hoch verschuldete Motel der Tibers, das auf einmal zum Dreh- und Angelpunkt wird, sowie die Festivalleitung das Gelände zum Hauptquartier erklärt. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, während die Familie Tiber im Ausnahmezustand lernen muss zusammenzurücken. Ein paar Stars schauen auf Cameos vorbei: Liev Schreiber als ausgesprochen maskuliner Transvestit, Emile Hirsch als traumatisierter Vietnamveteran, Komiker Don Fogler als durchgeknallter Ausdruckskünstler. Ein paar Konflikte, u. a. mit den wenig begeisterten Mitbürgern von Bethel, werden angerissen, verlieren sich aber wieder im steten Getümmel. Und doch verdichten sich all die Anekdoten und Geschichtchen schließlich zu einem stillen Höhepunkt, als Elliot in einem kurzen Moment der Ruhe doch noch versucht, zu dem fünf Kilometer entfernten Festival durchzudringen, von einem Cop auf dem Motorrad mitgenommen wird, vorbei an einer endlosen Kette glücklicher und sich liebender Menschen, um schließlich von zwei Hippies - Paul Dano und Kelli Garner - auf einer Anhöhe in ihrem VW-Bus auf einen Trip mitgenommen zu werden, aufdass das ganze Festival in einem Farbenstrom zu wogen beginnt, als hätte man kurz Kubricks psychedelischen Höhepunkt von "2001" einkopiert. Woodstock ist wie das Leben - ein langer ruhiger Fluss. Lees Film auch. Und eine wahre Freude! ts.

Taking Woodstock

Darsteller:  Demetri Martin   als Elliot Tiber
  Imelda Staunton   als Sonia Teichberg
  Henry Goodman   als Jake Teichberg
  Emile Hirsch   als Billy
  Jeffrey Dean Morgan   als Dan
  Eugene Levy   als Max Yasgur
  Jonathan Groff   als Michael Lang
  Mamie Gummer   als Tisha
  Liev Schreiber   als Vilma
  Dan Fogler   als Devon
  Paul Dano   als VW-Bus-Typ
  Kelli Garner   als VW-Bus-Mädchen
 
Regie:  Ang Lee  
Drehbuch:  James Schamus  
Produzent:  Ang Lee  
  James Schamus  
Ausf. Produzent:  Celia D. Costas  
  Michael Hausman  
Buchvorlage:  Elliot Tiber  
  Tom Monte  
Kamera:  Eric Gautier  
Schnitt:  Tim Squyres  
Musik:  Danny Elfman  
Produktionsdesign:  David Gropman  
Kostüme:  Joseph G. Aulisi  
Ton:  Drew Kunin  
Casting:  Avy Kaufman  

Das war Cannes 2009

25 Jahre ist es her, dass mit Wim Wenders' "Paris, Texas" zuletzt ein deutscher Film in Cannes mit der begehrten Goldenen Palme prämiert wurde.

Großansicht Strahlten um die Wette: Sieger-Regisseur Michael Haneke und sein Hauptdarsteller Ulrich Tukur (Foto: Kurt Krieger)

Strahlten um die Wette: Sieger-Regisseur Michael Haneke und sein Hauptdarsteller Ulrich Tukur (Foto: Kurt Krieger)

Gestern gab es an der Croisette endlich wieder strahlende deutschsprachige Sieger. Die Goldene Palme ging an "Das weiße Band", ein Film des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, produziert in Deutschland mit einer deutschen Schauspieler-Riege, angeführt von Ulrich Tukur, Josef Bierbichler und Burghart Klaußner. Ein formal strenges Werk in starken Schwarz-Weiß-Bildern, das von mysteriösen Vorkommnissen in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des Ersten Weltkriegs erzählt, in dem die Autorität und Strenge der dörflichen Autoritäten schleichend die Gesellschaft vergiftet. Eine Parabel auf die Mechanismen von Faschismus und Terrorismus.

Mit Christoph Waltz gab es einen weiteren glücklichen deutschsprachigen Gewinner: Der österreichische Schauspieler, der bislang vornehmlich in Fernsehrollen glänzte, wurde für seinen Part in "Inglourious Basterds" als bester Darsteller prämiert. Zurecht, verkörpert er doch meisterhaft einen ebenso charmanten wie bedrohlichen SS-Offizier in Quentin Tarantinos neuestem Film. Er ist der Gegenspieler der "Basterds", einem Trupp jüdischer US-Soldaten, die während des zweiten Weltkriegs Jagd auf Nazis machen, im Film angeführt von Brad Pitt.

Großansicht Willkommen in Hollywood: Für Christoph Waltz bedeutet die Darsteller-Palme den Beginn einer neuen Karriere-Phase (Foto: Kurt Krieger)

Willkommen in Hollywood: Für Christoph Waltz bedeutet die Darsteller-Palme den Beginn einer neuen Karriere-Phase (Foto: Kurt Krieger)

Ekliger Schnitt im Schritt

Am Ende besiegt das Kino selbst das Dritte Reich in diesem wunderbaren Filmmärchen, das Tarantino mit gewohnt witzigen Dialogen, einem ausgefeilten Soundtrack und jeder Menge Reminiszenzen an die Filmgeschichte angereichert hat. Neben Waltz haben in diesem in Berlin-Babelsberg gedrehten Film noch jede Menge anderer deutscher Schauspieler ihren großen Auftritt, von Til Schweiger über Diane Kruger bis Daniel Brühl.

Viele Filme des diesjährigen Cannes-Wettbewerbs strotzten nur so vor Gewalt. Der große Skandalfilm war "Der Anti-Christ" des dänischen Regisseurs Lars von Trier, in dem sich ein Paar nach dem Tod seines Kindes in einer abgeschiedenen Waldhütte gegenseitig malträtiert - Genitalverstümmelungen inklusive. Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg brachte dieser Rolle eine Palme ein.

Großansicht Als sie ihre Wiese hinter dem Haus in Augenschein nahmenm, ahnten sie nicht, dass es das größte Konzert aller Zeiten werden würde: "Taking Woodstock" (Foto: Tobis)

Als sie ihre Wiese hinter dem Haus in Augenschein nahmenm, ahnten sie nicht, dass es das größte Konzert aller Zeiten werden würde: "Taking Woodstock" (Foto: Tobis)

Wüstes Gemetzel und feiner Blumenduft

Blutig waren auch Park Chan-wooks Vampirfilm "Thirst" und "Kinatay" vom Philippino Brillante Mendoza, der über weite Strecken beschreibt, wie eine Prostituierte vergewaltigt, ermordet und zerteilt wird - die Jury hielt dies dennoch für preiswürdig. Auch der Kritikerliebling "Un prophète" aus Frankreich (Großer Preis der Jury) sparte nicht mit Gewalt. Doch in der Geschichte über einen jungen Kleinkriminellen, der sich im Knast zum Gangsterboss hocharbeitet, steht sie zumindest im Dienst der Geschichte.

Ohne Gewalt, aber mit viel lakonischem Humor kommt dagegen "Looking for Eric" von Ken Loach aus. Ein kleiner Postangestellter bekommt darin Lebenstipps von ManU-Fußballstar Eric Cantona. Ang Lee zeichnet mit "Taking Woodstock" ein warmherziges Porträt der Hippie-Ära mit viel Liebe zum Detail, während Pedro Almodóvar sein Liebesdrama "Zerrissene Umarmungen", das leider nicht so so gelungen ist wie sein Vorgänger "Volver", ganz auf seine Diva Penélope Cruz angelegt hat. Das Weltkino hat eben auch 2009 viele Gesichter.

Star

Imelda Staunton

Britische Charakterdarstellerin, bekannt von Bühne, Film und Fernsehen. Mit ihren 1,52 Meter Körpergröße ein Energie- und...

Star

Emile Hirsch

Amerikanischer Schauspieler. In Rollen jugendlicher Rebellen, Außenseiter, Entführer, traumatisierter Teenager, politischer Aktivisten, Tramps...

Top-Filme der Woche

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    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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