Matt Damon
George Clooney
Jeffrey Wright
Regie: Steve Gaghan
Verleih: Warner
Der reformfreudige arabische Prinz Nasir (Alexander Siddig) vergibt die Rechte zur Ölförderung und -produktion in seinem Heimatland lieber an die meistbietenden Chinesen und nicht an Connex, die Firma des smarten US-Geschäftsmannes Pope (Chris Cooper). Daraufhin schickt die CIA mit Bob Barnes (George Clooney) ihren besten und vielleicht auch verrücktesten Mann, um das Problem zur Not auf handfeste Art aus der Welt zu schaffen. Doch die Verhältnisse vor Ort sind komplizierter als erwartet.
Matt Damon, Amanda Peet und viele weitere Stars ließen sich für diesen brandaktuellen Politthriller, basierend auf den Memoiren des CIA-Agenten Robert Baer, nicht lange bitten. "Traffic"-Autor Steve Gaghan inszenierte für Clooney und Steven Soderbergh.
George Clooney, Matt Damon und ein Ensemble großartiger Charakterdarsteller enthüllen in einem packenden Drama die vielen verborgenen Schlachtfelder, auf denen der Krieg ums Öl ausgetragen wird.
Puzzeln mit Stil hat Autor Steve Gaghan zur Kunstform entwickelt. Mit "Traffic" entwarf er ein Oscar-prämiertes Mosaik über die verschlungenen Wege der Droge von den Produzenten zu den Konsumenten, die trotz individuellem Einsatz nicht blockiert werden können. Eine ähnlich verschachtelte, dennoch nie Spannung opfernde Struktur zeichnet auch Gaghans Drehbuch zu "Syriana" aus, das er auch selbst inszeniert hat.
In einer Zeit, in der sich die Fronten zwischen der westlichen und muslimischen Welt permanent verschärfen, blickt "Syriana" unvoreingenommen und integer auf das komplexe, undurchschaubare Netz aus politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Interessen im Kampf um den Motor allen modernen Lebens: das Öl.
Aus mehreren Perspektiven seziert das hochkarätig besetzte Ensembledrama die Manipulationen, Intrigen und Machtkämpfe in diesem Krieg, der in noblen Hotels, imposanten Regierungszentralen, aber auch in dreckigen Folterlöchern, düsteren Hinterzimmern und religiösen Zufluchtstätten ausgetragen wird.
George Clooney, durch Vollbart und 15 Kilo Gewichtszulage vom Charmemagneten zum Normalmenschen reduziert, spielt den CIA-Agenten Bob Barnes - eine von mehreren Figuren, die an das, was sie tun, unbedingt glauben, ohne zu ahnen, dass sie skrupellos benutzt werden.
Barnes steht kurz vor der Pensionierung, warnt seine Chefs vor einer verschwundenen Stinger-Rakete und die US-Regierung vor der blauäugigen Zukunftsperspektive, dass die jungen Generationen in den Krisenherden Irak und Iran sich nach Demokratie sehnen. Doch niemand will auf den Veteranen hören, stattdessen schickt man ihn nach Beirut, um Prinz Nasir, den Thronfolger eines Staats am Persischen Golf, zu töten.
Nasir ist mächtigen US-Ölkonzernen und damit auch der US-Regierung im Weg, weil er durch einen Vertragsabschluss mit den Chinesen die Amerikaner aus dem Geschäft geworfen hat. Der vermeintliche Gewinn- und Jobsaboteur ist tatsächlich ein reformfreudiger Politiker, der mit Hilfe eines dynamischen Energiespezialisten (Matt Damon) sein Land unabhängiger und wohlhabender machen möchte.
Nasirs Kurskorrektur beeinflusst auch die Fusion zweier US-Ölkonzerne und damit die Profite mächtiger Männer im Hintergrund, die gerade eine Regierungsüberprüfung über sich ergehen lassen müssen.
Die gemeinsame Sprache in diesen Schaltzentralen zwischen Washington, Langley, Beirut, Genf und dem Persischen Golf ist Korruption. Sie regelt den Markt und seine Probleme.
"Syriana" surft zwischen diesen Schauplätzen hin und her, bis sich die einzelnen Geschichten zusammenfügen, bis sich mit dem Personal aus Machtmenschen, Killern, Karrieristen und manipulierten Schachfiguren ein gruseliges Gesamtbild mit Terroristen in vielen Lagern zeigt.
| Darsteller: | Matt Damon | als Bryan Woodman | |
|---|---|---|---|
| George Clooney | als Robert Baer | ||
| Jeffrey Wright | als Bennett Holiday | ||
| Amanda Peet | als Julie Woodman | ||
| Chris Cooper | als Jimmy Pope | ||
| Max Minghella | als Robby Baer | ||
| William Hurt | als Stan Goff | ||
| Christopher Plummer | als Dean Whiting | ||
| Mazhar Munir | als Masim Khan | ||
| Tim Nelson | als Danny Dalton | ||
| Alexander Siddig | als Prinz Nasir | ||
| Jamey Sheridan | als Terry George | ||
| Thomas McCarthy | als Fred Franks | ||
| Viola Davis | als Marilyn Richards | ||
| Jayne Atkinson | als CIA- Abteilungsleiterin | ||
| William C. Mitchell | als Bennett Holiday Sr. | ||
| Nicky Henson | als Sydney Hewitt | ||
| Regie: | Steve Gaghan | ||
| Drehbuch: | Steve Gaghan | ||
| Produzent: | Steven Soderbergh | ||
| George Clooney | |||
| Michael Nozik | |||
| Ausf. Produzent: | Jennifer Fox | ||
| Ben Cosgrove | |||
| Georgia Kacandes | |||
| Buchvorlage: | Robert Bear | ||
| Kamera: | Robert Elswit | ||
| Schnitt: | Tim Squyres | ||
| Musik: | Alexandre Desplat | ||
| Produktionsdesign: | Dan Weil | ||
| Kostüme: | Louise Frogley | ||
| Casting: | Lora Kennedy | ||
Es fühlte sich an, als würde der Schädel zerspringen…
Voller Einsatz: Die Stunt-Arbeit in "Syriana" hätte George Clooney beinahe mit dem Leben bezahlt (Foto: Kurt Krieger)
Superstar George Clooney hatte derart höllische Kopfschmerzen, dass er nur noch einen Weg sah, diesen zu entgehen: den Tod! Grund dafür war eine Verletzung, die sich Clooney 2005 beim Dreh der Folterszene in seinem Thriller "Syriana" zugezogen hatte. Wie schlecht es ihm damals wirklich ging, hat er nun in einem Interview eingestanden:
"Ich lag in einem Krankenhausbett und konnte mich nicht mehr bewegen", beschreibt George Clooney heute seinen damaligen Zustand. "Die Kopfschmerzen waren so schlimm, dass ich dachte, ich hätte einen Schlaganfall oder so etwas. Ich fing an zu überlegen, dass ich jetzt etwas wirklich Drastisches dagegen tun muss…"
Zunächst war Clooneys Verletzung unentdeckt geblieben: Er litt nach den Dreharbeiten zu "Syriana" ein Jahr lang unter fürchterlichen Kopfschmerzen und sogar Gedächtnisverlust, ohne dass die genaue Ursache diagnostiziert werden konnte. Erst als George Clooney Rückenmarksflüssigkeit aus der Nase lief, wurde bei einer akribischen Untersuchung entdeckt, dass seine Halswirbelsäule verletzt war und sogar die Hirnhaut geschädigt.
Passiert war dies, als George Clooney beim Dreh gefesselt auf einem Stuhl saß und als Reaktion auf simulierte Schläge den Kopf heftig vor- und zurückbewegte. Zwar fiel der Stuhl auch um, doch die Verletzung entstand nicht, wie lange vermutet, durch den Sturz, sondern vorher durch die ruckartigen Kopfbewegungen.
Clooney behielt aber trotz der Schmerzen seinen Humor: "Während ich so im Krankenhausbett lag, dachte ich mir: 'Hey, Du willst ja keine keine Sauerei hinterlassen!' Also plante ich, in die Garage zu gehen, mich ins Auto zu setzen und einfach den Motor anzulassen. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie ich diese Schmerzen überleben sollte."
Erst eine komplizierte Wirbelsäulenoperation sowie mehrere Injektionen von Blut in die Hirnhaut, um das Austreten von Flüssigkeit zu stoppen, brachten George Clooney dann Heilung und das Ende der Schmerzen. Seitdem ist der Superstar deutlich vorsichtiger geworden, wenn es darum geht, die Stunt-Szenen in seinen Filmen selbst zu übernehmen…
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