Originaltitel: Swansong: Story of Occi Byrne
Irland/Deutschland 2009
Martin McCann
Jodie Whittaker
Marcella Plunkett
Regie: Conor McDermottroe
Verleih: Projektor
Als Unglückskind wegen einer missglückten Abtreibung geboren, hat Austin "Occi" Byrne es nicht leicht im Leben. In seiner Jugend ständig den Schikanen einer örtlichen irischen Gang ausgesetzt und tagtäglich mit der wachsenden Alkoholsucht seiner Mutter konfrontiert, hält er trotzdem an seinem Wunschtraum fest, dass sein verschwundener Vater eines Tages in sein Leben tritt und ihn aus der Misere holt. Der mittlerweile erwachsene Occi nimmt nach einem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt einen Job auf einem Trawler an, wo die Dinge ihren dramatischen Lauf nehmen: Er wird in einen Mord verwickelt.

Sensible Adaption eines irischen Theaterstücks über den bittersüßen Werdegang eines vom Pech verfolgten Außenseiters auf der Suche nach seinem Vater.
Sechs Nominierungen für den irischen Filmpreis, darunter in den wichtigsten Kategorien, sind absolut vertretbar für die einfühlsame Umsetzung eines Ein-Personen-Stücks, mit dem sich Conor McDermottroe nach eigenem Drehbuch als Regisseur vorstellt. Die eigentlich traurige Geschichte eines Ausgestoßenen erzählt er als Auf und Ab mit der warmherzigen Nostalgie von Kindheits- und Jugenderinnerungen.
Dabei ist Austin "Occi" Byrnes Leben schon in jungen Jahren eine Abfolge von Erniedrigungen und Entmutigungen, mobben vor allem ein paar Brüder den geistig leicht Zurückgebliebenen brutal und misshandeln ihn, Rückblenden eröffnen es, derart in einer Tonne, dass man einen bleibenden Hirnschaden vermuten darf. Kein Wunder, dass der trotz Gesichtsnarben gut aussehende Jugendliche sich mit der Faust Respekt verschaffen muss, dafür aber prompt bestraft wird. Er hält seine alkoholabhängige wie depressive Mutter wacker für eine Lady, obwohl dieses nutzlose Wrack ihn genauso im Stich lässt, wie sein vor der Geburt verschwundener Vater, den er den ganzen Film über suchen wird.
Die gehörige Wut im Bauch gegen eine schadenfrohe Gesellschaft ohne Mitleid führt ihn direkt in eine Nervenheilanstalt, in die man ihn zwangsinterniert. Dieser boy interrupted lernt hier Mary kennen, heuert später auf einem Trawler an und erlebt kurze Momente des Glücks, die jedoch immer wieder zerstört werden und schon mal mit Mord enden. Obschon der sozialrealistische Hintergrund viel Tragik hervorbringt und "The War Zone" und "True North" nicht weit entfernt sind, raubt diesem Jungen nichts für längere Zeit die Lebenslust und den Glauben an das Gute. Denn das Coming-of-Age-Drama mit dem ansehnlichen Martin McCann ("The Pacific") als Protagonisten ist eine optimistische Revision irischer Vergangenheit, traurig und hoffnungsvoll zugleich.
tk.
| Darsteller: | Martin McCann | als Occi Byrne | |
|---|---|---|---|
| Jodie Whittaker | als Bridget Byrne | ||
| Marcella Plunkett | als Mary | ||
| Gerard McSorley | als Michael Byrne | ||
| Óisin Geraghty | als Occi, jung | ||
| Brid Brennan | als Theresa Byrne | ||
| Rúaidhrí Conroy | als Ned Foley | ||
| Ian McElhinney | als Skip | ||
| Dan Colley | als Joe Hickey | ||
| Caolan Byrne | als Dermot Lynch | ||
| John Carty | als Popeye | ||
| Maria McDermottroe | als Schwester Benedict | ||
| Keith McErlean | als Garda Nangle | ||
| Conor Mullen | als Bruder Cornelius | ||
| Barry Barnes | als Ronan Melly | ||
| Conor McDermottroe | als Pater Queenan | ||
| Mark O'Halloran | als Der Mann | ||
| Owen Roe | als Doctor Scanlon | ||
| John Olohan | als Denis Hickey | ||
| Frank O'Sullivan | als Leo Brady | ||
| Rachel Rath | als Cynthia Boland | ||
| Sean Stewart | als Dayo Hickey | ||
| Regie: | Conor McDermottroe | ||
| Drehbuch: | Conor McDermottroe | ||
| Produzent: | Edwina Forkin | ||
| Tom Maguire | |||
| Hermann Florin | |||
| Kamera: | Alexander du Prel | ||
| Schnitt: | Mairead McIvor | ||
| Produktionsdesign: | Padraig O'Neill | ||
| Kostüme: | Joan O'Clery | ||
| Ton: | Michael Lemass | ||
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