Originaltitel: Surrogates
USA 2009
Bruce Willis
Radha Mitchell
Rosamund Pike
Regie: Jonathan Mostow
Verleih: Walt Disney
Die Zukunft findet jetzt statt: Die Menschen verlassen ihre Häuser nicht mehr, sondern schicken stattdessen ihre besser aussehenden Roboter-Avatare auf die Straßen. Verbrechen ist seither quasi nicht mehr existent. Als zwei Roboter und mit ihnen ihre menschlichen Vorbilder getötet werden, wird der FBI-Agent Greer mit seiner Kollegin Peters auf den Plan gerufen - oder besser gesagt: ihre Surrogate. Doch erst als sie auf eigene Faust aus Fleisch und Blut zu ermitteln beginnen, kommen sie weiter und stoßen auf eine weit reichende Verschwörung.

Futuristischer Actionthriller mit Bruce Willis, der sich mit dem Science-Fiction-Goldstandard vom Konflikt zwischen Mensch und Maschine befasst.
Das Drehbuch basiert auf der bekannten Graphic Novel von Robert Venditti und Brett Wedele und wurde von Autorenteam Michael Ferris und John D. Brancato adaptiert. Mit Regisseur Jonathan Mostow arbeiteten sie bereits für "Terminator 3: Rebellion der Maschinen" zusammen. Ihre neue Zusammenarbeit kann im Vergleich inhaltlich als Rebellion der Menschen bezeichnet werden. Eingangs wird die Entwicklung von Robotern beschrieben, die Menschen als Ersatzkörper dienen und durch Gehirnkontrolle gesteuert werden. Die Menschen selbst verbringen das Gros ihrer Zeit in Stimstühlen und verlassen ihre Wohnungen nicht. Kriminalität und Rassismus sind daher fast auf den Nullpunkt gesunken, die Straßen ausschließlich von attraktiven Ersatzmenschen bevölkert.
Doch dann geschieht das bisher noch nie da Gewesene: der Mord an zwei Surrogates führt zum gleichzeitigen Tod der sie kontrollierenden Menschen. Dies ruft die beiden FBI-Agenten Tom Greer (Willis) und Jennifer Peters (Radha Mitchell aus "Silent Hill") in Gestalt ihrer Avatars auf den Plan. Dies erlaubt es Willis, faltenfrei mit Blondschopf zu erscheinen und verleiht ihm die federnde Sprungkraft seiner metallenen Kollegen aus "I, Robot". Mit diesem Sci-Fi-Thriller von Alex Proyas verbinden "Surrogates - Mein zweites Ich" nicht nur gewisse Storyparallelen, sondern auch James Cromwell in der Besetzung. Hier spielt er den exzentrischen Hi-Tech-Erfinder Dr. Lionel Canter, der die Surrogates ursprünglich erschaffen hat. Sein Sohn ist eines der Mordopfer, und er befürchtet, dass der mit einer revolutionären Strahlenwaffe ausgeführte Anschlag tatsächlich ihm selbst galt. Besagte Waffe verfügt über weit reichendes militärisches Potential, woraus der Film ein dichtes Verschwörungssnetz spinnt. Auf Spurensuche verliert Greer seinen Avatar, als er im Helikopter auf einem Reservat abstürzt, wo roboterfeindliche Menschen in ihrer ungeschminkten natürlichen Hässlichkeit hausen. Ihr charismatischer Anführer ist der Dreadlock-Prophet (Ving Rhames, wiedervereint mit seinem "Pulp Fiction"-Buddy Willis), der eine Rückkehr zu einer menschlichen Gesellschaft predigt. Dies ist eigentlich auch im Sinn von Greer, der es leid ist, dass seine Frau (Ex-Bond-Girl Rosamund Pike) nur noch per geschniegelten Surrogate mit ihm interagieren will und ihnen sämtliche zwischenmenschliche Wärme abhanden gekommen ist. Eine lebenswichtige Entscheidung liegt schließlich in Greers Händen.
Insgesamt fühlt man sich zudem deutlich an "Minority Report" erinnert, außer dass das futuristische Element hier wesentlich weniger ausgefeilt ist. Abgesehen von den leicht wächsern aussehenden Ersatzmenschen (das hervorragende Makeup verdient besonderes Lob) könnte diese Zukunftsversion auch in der Gegenwart angesiedelt sein. So werden vor allem auch Actionfreunde hocherfreut sein, Willis in solider "Stirb langsam"-Form wieder zu sehen. ara.
| Darsteller: | Bruce Willis | als FBI-Agent Tom Greer | |
|---|---|---|---|
| Radha Mitchell | als FBI-Agentin Jennifer Peters | ||
| Rosamund Pike | als Maggie Greer | ||
| Boris Kodjoe | als FBI-Boss Andrew Stone | ||
| James Ginty | als Canter, jung | ||
| James Cromwell | als Canter, alt | ||
| Ving Rhames | als der "Prophet" | ||
| Michael Cudlitz | als Colonel Brendon | ||
| Jack Noseworthy | als Miles Strickland | ||
| Regie: | Jonathan Mostow | ||
| Drehbuch: | Michael Ferris | ||
| John D. Brancato | |||
| Produzent: | David Hoberman | ||
| Todd Lieberman | |||
| Max Handelman | |||
| Ausf. Produzent: | Elizabeth Banks | ||
| David Nicksay | |||
| Buchvorlage: | Robert Venditti | ||
| Kamera: | Oliver Wood | ||
| Schnitt: | Kevin Stitt | ||
| Barry Zetlin | |||
| Musik: | Richard Marvin | ||
| Produktionsdesign: | Jeff Mann | ||
| Kostüme: | April Ferry | ||
| Casting: | Janet Hirshenson | ||
In "Surrogates - Mein zweites Ich" arbeitet Bruce Willis als FBI-Veteran an einem Mordfall. Der Clou: In der Welt der Zukunft bewegen sich die Menschen nur noch über ferngesteuerte Stellvertreter-Körper, während der echte Mensch zuhause in der Steuereinheit sitzt. Das macht die Ermittlungen natürlich ziemlich kompliziert...
Als Cop ist Bruce Willis Kult - auch und erst recht in einer verwirrenden Zukunft wie in "Surrogates - Mein zweites Ich" (Foto: Walt Disney)
Was erwartet die Zuschauer in Ihrem neuen Film?
BRUCE WILLIS: Na ja, "Surrogates - Mein zweites Ich" ist ein Suspense-Thriller, ein Action-Thriller voller Spannung, der absolut sehenswert ist. Gleichzeitig ist er auch ein Mystery-Thriller mit Krimielementen, zum Beispiel, als ich eine Straße entlang renne und wieder mal so aussehe, als würde ich die Welt retten wollen. Das ist jetzt ungefähr das zehnte Mal, oder? Das zehnte Mal, dass ich...
Wie bitte?
Das zehnte oder elfte Mal, dass ich die Welt rette?
Mindestens.
Und es ist auch ganz schön schwierig, Schauspieler zu sein. Man muss sich nämlich total viel Text merken.
Was für ein Typ ist dieser FBI-Mann Tom Greer im Film eigentlich?
Hey, haben Sie den Witz eben verstanden? Weil es war ein Witz. Wie ist Tom Greer? Er ist launisch. Er ist reizbar, er ist Polizist. Er ist unzufrieden damit, wie die Dinge laufen, und er kommt mit seiner Frau nicht zurecht. Seine Frau ist ihm aufgrund dieser Surrogates fremd geworden, und er möchte sie einfach wiederhaben. Ein Nebeneffekt dieser Surrogates ist, dass die Leute dazu neigen, sich hinter dieser Maske zu verstecken, was natürlich an sich nichts Schlimmes ist. Ich wette, es gibt auf dieser Welt viele Leute, die sich gern hinter ihrer Maske verstecken würden und es auch tun.
Was hat es mit diesen "Surrogates" überhaupt auf sich?
Ist nicht einfach, aber ich kann es Ihnen erklären. Es geht dabei um... haben Sie ein Handy dabei?
Ja.
In Ordnung. Haben Sie einen Blackberry?
Mm.
Erinnern Sie sich noch daran, als Sie noch keinen Blackberry hatten und nicht ständig mit dem Handy unterwegs waren oder ununterbrochen mit der Welt in Kontakt standen? Betrachten Sie den Blackberry als Weiterentwicklung dieser Technologie bis hin zu dem Punkt, an dem eine Art Stellvertreter, ein Alter Ego entwickelt wird, der allen Gefahren trotzt und den eigentlichen Benutzer des Stellvertreters beschützt. Dem Surrogate wird mitgeteilt, was er tun und wie er denken und sich bewegen soll. Das lässt sich nur schwer erklären. Es ist eher ein visuelles Konzept als ein verbales, aber im Prinzip geht es genau darum. Irgendwann gerät dann dieses weltweite Konzept, in dem jeder einen Surrogate, einen Alter Ego da draußen besitzt, plötzlich aus den Fugen.
Eine interessante Vorstellung, wo doch heute Schönheit und Technologie so wichtig für alle sind.
Genau.
Hat Sie das von Anfang an interessiert, als Sie es gelesen hatten?
Das ist es gar nicht, was mich am meisten interessiert. Was mich wirklich beunruhigt, ist die Gefahr, die darin liegt, dass Menschen Informationen immer schneller kommunizieren wollen. Michael Jacksons Tod ist ein gutes Beispiel dafür. Innerhalb von vier Sekunden oder zumindest in kürzester Zeit wusste die ganze Welt davon, und das wäre vor zehn, geschweige denn vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen. Informationen werden immer kompakter und schneller. Ich bin kein großer Fan von sozialen Netzwerken in elektronischer Form. Wenn der Strom ausfiele, müssten wir alle auf der Stelle nach Hause gehen.
Und wie ist die Beziehung zwischen Ihren Figuren im Film?
Wir sind beide Polizisten, Partner. Und wir besitzen auch unsere Surrogates, die ebenfalls zusammen arbeiten. Ich weiß jetzt nicht, ob ich Ihnen das verraten darf, aber es gibt im Film einige Hinweise darauf, dass Surrogates tatsächlich Sex miteinander haben können, aber Radhas Surrogate und meiner haben keinen Sex miteinander. Ich weiß jetzt auch nicht, warum ich das verraten habe, aber ich wollte es nur als Beispiel anführen.
Haben Sie eigentlich keine Angst, dass das Thema Stellvertreter und Technologie für das Publikum etwas schwierig sein könnte?
Meine größte Sorge in Bezug auf Technologie und dem Film über Technologie ist die, dass ich eine jüngere Tochter mit Namen Rumer habe, die ebenfalls Schauspielerin ist. Nächste Woche wird sie 21, und bald kommt in den USA ein Film, in dem sie mitspielt, in die Kinos. Unser Film "Surrogates" hingegen erscheint erst einige Wochen später, und jetzt ist meine größte Sorge, dass ihr Film unserem den Rang abläuft. Hoffentlich nicht, denn das würde ich zu Hause nicht überleben.
Apropos zuhause, im Film spielt Rosamund Pike...
Rosamund ist großartig!
... Ihre Frau.
Ja. Und wir führen im Film eine entfremdete, angespannte Beziehung. Rosamund Pike ist eine großartige Schauspielerin mit klassischer Ausbildung. Ich weiß nicht genau, ob sie noch Theater spielt, aber sie stand damals mit Dame Judi Dench in England auf der Bühne. Sie ist großartig, eine ganz bezaubernde Person, die viel zu diesem Film beigetragen hat. Ich würde gern jederzeit wieder mit ihr zusammen arbeiten.
Dann vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit genommen haben.
Ich hab zu danken.
Es war nett, Sie kennenzulernen.
Danke, ganz meinerseits.
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