Atmosphärisch stimmige Coming-of-Age-Story um ein 15-jähriges Scheidungskind. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz23/z0923559/b150x150.jpg Summertime Blues

Filmdetails

Summertime Blues

Atmosphärisch stimmige Coming-of-Age-Story um ein 15-jähriges Scheidungskind.


Summertime Blues
Start: 20.08.2009

Komödie / Jugend

Deutschland 2009
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 6 Jahre

François Goeske
Sarah Beck
Zoe Moore

Regie: Marie Reich
Verleih: Universum (Walt Disney)

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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lau

Inhalt

Als sich die Eltern des 15-jährigen Alex (François Goeske) scheiden lassen, steht die Welt des Teenagers Kopf: Die neue Freundin seines Vaters Steffen (Christian Nickel) ist schwanger, seine Mutter Diana (Karoline Eichhorn) zieht mit ihrem neuen Freund Seth (Alexander Beyer) ins öde Südengland - und nimmt Alex mit. Der Heimwehgeplagte lernt erst Louie (Zoe Moore) kennen und kurz darauf Seths Tochter Faye (Sarah Beck), die ihn total verzaubert.

Witzig und einfühlsam beschreibt Marie Reich, die auch das Buch zu "Die wilden Hühner und das Leben" schrieb, das allmähliche Erwachsenwerden eines Jugendlichen unter alles anderem als einfachen Bedingungen. Ihr ehrliches, sommerliches Coming-of-Age-Drama sprengt lustvoll alte Gewohnheiten auf.


Kritik

Summertime Blues

Durch die Trennung der Eltern und erste Liebeserfahrungen reift ein Jugendlicher zum verantwortungsvollen und selbstbewussten jungen Mann.

Nach ihrem preisgekrönten Kurzfilm "Musik nur wenn sie laut ist" gibt Marie Reich mit dieser leisen Coming-of-Age-Story ihr Regiedebüt. Basierend auf Julia Clarkes gleichnamigen Roman setzt die Tochter der Produzenten Uschi Reich und Peter Zenk breit gefächert auf die Lebens- und Gefühlswelt Jugendlicher und auf ihren Hauptdarsteller François Göske, der schon in "Das fliegende Klassenzimmer" und "Bergkristall" sein Talent unter Beweis stellte. Er spielt den 15-jährigen Alex (was mit seinen 20 Jahren etwas riskant ist), dessen junges Leben so richtig durcheinander geschüttelt wird. Die Eltern trennen sich und planen den Verkauf des Familienhauses, Vater hat eine schwangere Freundin und Mutter einen neuen Lover, mit dem sie den Sommer in Südengland verbringen will. Alex begleitet sie nur widerwillig in die für ihn öde Pampa von Kent. Als er dort ein ausgeflipptes Mädchen kennen lernt, gefällt ihm die neue Umgebung schon besser, obendrein verknallt er sich in seine aus Amerika angereiste "Fast"-Schwester, doch bevor er das Kribbeln im Bauch richtig deuten kann, muss er zurück zum durch die verfrühte Geburt des Babys völlig überforderten Daddy. Im heimischen Chaos übernimmt er Verantwortung wie ein Großer.

Mit leichter Hand und melancholischem Unterton sind Unbill und Unsicherheiten eines Heranwachsenden inszeniert, der seinen Gefühlen noch nicht traut und wenn's um Mädels geht, alles falsch macht. Kein Wunder, dass ihn der "Summertime Blues" packt. Marie Reich gelingt ein atmosphärisch stimmiges Erstlingswerk, sie nimmt ihre jugendlichen Protagonisten ernst und verzichtet konsequent auf krude Teenie-Sexkomik oder kitschige Romantic-Comedy-Elemente. Die Jungen müssen noch lernen, Emotionen anzunehmen und auszudrücken, die Älteren haben beides verlernt. Ein authentischer Film über Patchworkfamilien, den komplizierten Prozess des Erwachsenwerdens und die erste Liebe, die Suche nach einem Platz im Leben mit großer Identifikationsmöglichkeit für Jugendliche. Der lockere Umgang mit Problemen, der gut angerichtete Mix aus Tiefgang und zurückhaltendem Humor heben "Summertime Blues" von den 08/15-Filmen dieses Genres wohltuend ab. Zum Auf und Ab der Gefühlwogen passen der Soundtrack mit Musik des Komponisten Youki Yamamoto, der schon für Oliver Stone und JohnWilliams orchestrierte, und die gut getimten Songs des Münchner Komponisten Jakob Anthoff ("Die wilden Hühner"), klassische Rockballaden, die zu Herzen gehen. mk.

Summertime Blues

Darsteller:  François Goeske   als Alex Homann
  Sarah Beck   als Faye
  Zoe Moore   als Louie
  Karoline Eichhorn   als Diana Homann
  Alexander Beyer   als Seth McElroy
  Christian Nickel   als Steffen Homann
  Maja Schöne   als Mandy Teubner
  Jonathan Beck   als Danny Schmidt
 
Regie:  Marie Reich  
Drehbuch:  Friederike Köpf  
  Uschi Reich  
  Robin Getrost  
Produzent:  Uschi Reich  
  Bernd Krause  
Koproduzent:  Peter Zenk  
  Martin Blankemeyer  
  Tobias Alexander Seiffert  
  Tania Reichert-Facilides  
  Benjamina Mirnik  
Ausf. Produzent:  Martin Moll  
Buchvorlage:  Julia Clarke  
Kamera:  Egon Werdin  
Schnitt:  Barbara von Weitershausen  
Musik:  Youki Yamamoto  
Produktionsdesign:  Heike Lauer-Schnurr  
Kostüme:  Astrid Karras  

"Ich gebe nicht viel auf Äußerlichkeiten"

Mit der Coming-of-Age-Geschichte "Summertime Blues" gibt Marie Reich ihr Langfilmdebüt. Produziert hat es ihre Mutter Uschi Reich. Welchen Einfluss die Mutter-Tochter-Konstellation auf den Film hatte, verrät Marie Reich auf KINO.DE.

Großansicht Die erste große Liebe steht im Zentrum von "Summertime Blues" (Foto: Universum (Walt Disney))

Die erste große Liebe steht im Zentrum von "Summertime Blues" (Foto: Universum (Walt Disney))

Warum ist "Summertime Blues" Ihr erster langer Spielfilm?

MARIE REICH: Bei "Summertime Blues" kamen viele Faktoren zusammen. Mir hat die Geschichte mit ihren verschiedenen Charakteren sehr gut gefallen, ich mag den britischen Humor und England. Außerdem ist mir die Story sehr nah, ich konnte mich gut in die Altersgruppe hineinversetzen. Das Thema Erwachsenwerden ist natürlich relativ wichtig, aber für mich stand auch die Scheidungsgeschichte und das Phänomen Patchworkfamilie sehr im Vordergrund. Ein Thema, das die meisten gut nachvollziehen können.

Im Gegensatz zur US-Teenie-Komödie mit ihren sexuellen Anzüglichkeiten nähern Sie sich der ersten Liebe sehr zart.

Ich wollte nicht so etwas Klamottenmäßiges. Ich lege nicht so viel Wert auf Äußerlichkeiten, sondern mehr auf die Figuren. Sie werden nicht oberflächlich abgehandelt, sondern haben Tiefgang.

Großansicht Maria Reich war begeistert, endlich ihren ersten langen Spielfilm zu drehen (Foto: Universum (Walt Disney))

Maria Reich war begeistert, endlich ihren ersten langen Spielfilm zu drehen (Foto: Universum (Walt Disney))

Wie war die Zusammenarbeit mit einem jungen Autorenteam?

Sehr angenehm. Natürlich hat es in manchen Situationen ohne große Autorenerfahrungen etwas länger gedauert, aber vielleicht ist man deshalb ein wenig enthusiastischer, denkt eventuell ein wenig mehr nach, wenn man ganz frisch an eine Sache herangeht. Insgesamt haben wir uns gut ergänzt.

Ist eine Romanvorlage eine Hilfe, an der man sich festhalten kann, oder genau das Gegenteil?

Wenn wir mal nicht weiter wussten, haben wir noch mal nachgelesen, ob es vielleicht dort genauer steht. Der Roman war schon eine Hilfe.

Star

Karoline Eichhorn

Karoline Eichhorn ist die klassische Besetzung für die kühle Blonde. Seit ihrem Durchbruch im Thriller "Der Sandmann" neben Götz...

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