Beim Internationalen Filmfest in San Francisco wurde das emotionsreiche, im Texas der Depressionsära angesiedelte Ölsucherdrama "The Stars Fell on Henrietta" vom Festivalchef als einer seiner diesjährigen Lieblingsfilme angekündigt. Es ist der erste von Clint Eastwoods Firma Malpaso produzierte Film, in dem die lebende Legende weder mitspielt noch Regie führt. Die übernahm Schauspieler James Keach, der sich in seinem Debüt vor allem auf das Charisma seines Protagonisten Robert Duvall stützt. Duvall gibt eine glänzende Vorstellung als sympathischer Underdog, neben der die restlichen Mitspieler ein wenig blaß wirken. Ähnlich wie bei "Feld der Träume" stellt Drehbuchautor Philip Railsback einen Außenseiter in den Mittelpunkt seiner Geschichte, der von seiner Umwelt verlacht wird, den Glauben an sich selbst und seine Aufgabe nicht verliert und dafür letztlich reichlich belohnt wird. Texas 1935: Mr. Cox (Duvall), dessen Visitenkarte ihn als "Ölmann" ausweist, ist ein betagter, etwas heruntergekommener Herr, der mit seinem niedlichen Kater auf der Suche nach dem schwarzen Gold durch die Lande streift. Von einem Tornado überrascht sucht er Zuflucht bei der Farm von Don und Cora Day (Aidan Quinn und Eastwood-Gattin Frances Fisher). Cox schnuppert, daß auf ihrem Grund Öl sein muß, doch die Days haben weder genügend Vertrauen in den alten Kauz noch das nötige Kapital für eine Probebohrung. Das beschafft Cox nun im dörflichen Henrietta, indem er eiskalt den überheblichen Ölmagnaten Big Dave (Brian Dennehy in einer Paraderolle) ausraubt. Derweil hat Day sich mit einem Kredit weiterverschuldet, um einen alten Bohrturm zu erstehen. Gemeinsam bringen sie die Bohrung ins Rollen, wobei Day zum erstenmal von einem Arbeiter zu hören bekommt, wie häufig Cox sich in der Vergangenheit mit seiner "Intuition" bereits geirrt hat. Es ist ein banges Warten, denn für die Days steht die Existenz auf dem Spiel und für den gedemütigten Cox ist es möglicherweise die letzte Chance, sich zu beweisen. In Nebenrollen als Töchter der Farmersfamilie sind Nachwuchshoffnung Lexi Randall ("Das Baumhaus") und die kleine Eastwood/Fisher-Tochter Francesca Ruth Eastwood zu sehen. Ergänzend zur warmherzigen Grundstimmung wirken sich die leuchtend-hellen, vorwiegend erdfarbenen Aufnahmen von Kamera-As Bruce Surtees ("Pale Rider" und eine ganze Reihe weiterer Eastwood-Filme) und das stilvoll-karge Produktionsdesign von Henry Bumstead aus. Ein schönes Stück Amerikana über den unerschütterlichen, uramerikanischen Glauben an die Verwirklichung seiner Träume, das aufgrund seiner inneren Ruhe und des nicht allzu hohen Tempos sorgfältige Unterstützung seines Verleihs nötig haben wird. Als Zuschauer wird man jedenfalls von einem hübschen Kleinod belohnt. ara.
| Darsteller: | Robert Duvall | ||
|---|---|---|---|
| Aidan Quinn | |||
| Frances Fisher | |||
| Brian Dennehy | |||
| Lexi Randall | |||
| Kaytlyn Knowles | |||
| Francesca Ruth Eastwood | |||
| Regie: | James Keach | ||
| Drehbuch: | Philip Railsback | ||
| Produzent: | Clint Eastwood | ||
| David Valdes | |||
| Kamera: | Bruce Surtees | ||
| Schnitt: | Joel Cox | ||
| Musik: | David Benoit | ||
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