Originaltitel: Star Trek: Insurrection
USA 1998
Sir Patrick Stewart
Jonathan Frakes
Brent Spiner
Regie: Jonathan Frakes
Verleih: Paramount
Jean-Luc Picard erreicht mit seiner Mannschaft einen Planeten, auf dem es den wahren Jungbrunnen gibt. Gleichzeitig wird er aber auch auf eine Verschwörung aufmerksam, die bis in die obersten Ränge der Föderation und ihrer Alliierten reicht und alles in Frage stellt, wofür ihre Existenz eigentlich steht. Picard wagt den Aufstand, um die Bewohner des Paradieses zu unterstützen.

Ob Gene Roddenberry wohl jemals gedacht hat, daß die von ihm in den sechziger Jahren kreierte Sci-fi-Serie "Raumschiff Enterprise" sich zum generationsumspannenden Dauerbrenner entwickeln würde? Seine Original-Raumritter Captain Kirk und Mr. Spock sind längst unauslöschlich im Popkultur-Olymp verewigt, und selbst ihre Ablösung, sowohl beim Fernsehen als auch beim Film durch die "Nächste Generation" unter dem Kommando von Patrick Stewart, hat der Popularität der Franchise keinen Abbruch getan. Das mittlerweile achte Sequel der Leinwandversion konnte in den mit einem Einspiel von 22,4 Mio. Dollar zwar nicht das rekordbrechende Opening von "Der erste Kontakt" (30,7 Mio. Dollar) von vor zwei Jahren wiederholen, für das Beamen an die Spitze der US-Charts langte der drittbeste Star Trek-Start überhaupt allemal.
Unbekannte Dimensionen in Story und Konzept werden in der neuesten Folge der vertrauten Space-Saga freilich nicht erschlossen. Das Drehbuch von Michael Piller bietet den bewährten Mix aus spezialeffektegeladener Action, selbstironischem Humor, einem Hauch Romantik, moralischen Konflikten und philosophisch angehauchten Diskussionen, den sich eingefleischte Trekkies erwarten. Einziges Novum sind diesmal die erstmals computergenerierten Raumschiff-Sequenzen im All: Sie sehen besser aus denn je. Optische Optimierung ist auch ein entscheidender Punkt der Handlung, da sich der zentrale Konflikt um den Besitz eines Planeten dreht, der über jungbrunnenhafte Qualitäten verfügt. Die überalterte Rasse der Sona -ihre pergamenthafte Gesichtshaut ist durch zahllose Facelifts dem zerreissen bedrohlich nahe - unter der Führung von Ruafo (Oscar-Gewinner F. Murray Abraham aus "Amadeus") will den friedlichen 600 Bewohnern der Baku-Zivilisation ihren Heimatplaneten streitig machen und sie heimlich auf einem Holodeck relokalisieren. Diese abscheuliche Aktion geschieht mit dem Einverständnis des Föderations-Admirals Dougherty (Anthony Zerbe), der den Regenerierungsprozess Millionen von Föderations-Mitgliedern zugänglich zu machen hofft. Als Captain Picard der fragwürdigen Mission auf die Spur kommt, widersetzt er sich seinem Vorgesetzten und stellt eigene Nachforschungen an. Er unterstützt die zu unrecht Verfolgten ("Wie viele Leben müssen geopfert werden, bevor es sich um ein Unrecht handelt?" fragt ein entrüsteter Picard in einer flammenden Völkermord-Rede), und es kommt zum dramatischen Showdown mit den Sona auf dem Planeten und im Weltall. Captain Picard, der nach eigenen Aussagen schon immer ein Faible für ältere Frauen hat, darf in einer der obligatorischen Nebenhandlungen eine augenzwinkernde Romanze mit der immerhin schon 309 Jahre alte Baku-Schönen Anij (Donna Murphy) erleben. Die New-Age-Dame im naturgefärbten,tiefausgeschnittenem Cellulose-Gewand (die Baku sind hochentwickelt, ziehen jedoch ein einfaches Alternativleben vor) gibt einen dementsprechend weisen Diskurs über die Unsterblichkeit des Moments ab. Die verjüngende Strahlenwirkung macht sich zu amüsanten Ausmaß schon bald beim Captain und der multikulturellen Crew der Enterprise bemerkbar. Die Effekte reichen von wiederhergestellter Sehkraft, Pubertätspickeln, Hormonwallungen und die im Weltall bekanntermaßen sehr ausgeprägte Lust auf Mambo. Als zuverlässige Humorquelle erweist sich erneut der drollige Android Data (Brent Spiner), der sich mit einem kleinen Baku-Jungen anfreundet.
Da Jonathan Frakes wie schon in "Der erste Kontakt" Regie führte, kommt der von ihm gespielte zweite Kommandanten Riker erneut relativ kurz zum Einsatz. Dafür versteht er es hinter der Kamera, das Tempo flott voranzutreiben und sich somit nie zu lange auf einzelne Elemente zu konzentrieren. Das idyllische Örtchen der Baku wurde einem beliebigen kultivierten kalifornischen Alternativ-Mekka nachempfunden, und für die umgebende Gebirgslandschaft wurden Aufnahmen von der Sierra-Nevada-Bergkette verwendet. Die Locations sind somit wieder wenig fantastisch, dafür aber umso kostengünstiger ausgefallen. Das trug auch dazu bei, daß das Budget vergleichsweise niedrig gehalten wurde und Paramount guten Grund hat, auf einen lukrativen Hit zu spekulieren. Die weltweite Fangemeinde wird schon dafür sorgen, daß auch bei "Der Aufstand"jeglicher Widerstand zwecklos ist. ara.
| Darsteller: | Sir Patrick Stewart | als Jean-Luc Picard | |
|---|---|---|---|
| Jonathan Frakes | als Commander William T. Riker | ||
| Brent Spiner | als Lieutenant Commander Data | ||
| LeVar Burton | als Lieutenant Commander Geordi LaForge | ||
| Michael Dorn | als Lieutenant Commander Worf | ||
| Gates McFadden | als Dr. Beverly C. Crusher | ||
| Marina Sirtis | als Lieutenant Commander Deanna Troi | ||
| F. Murray Abraham | als Ru'afro | ||
| Donna Murphy | als Anji | ||
| Anthony Zerbe | als Admiral Dougherty | ||
| Gregg Henry | als Gallatin | ||
| Daniel Hugh Kelly | als Sojef | ||
| Michael Welch | als Artim | ||
| Lorella Cuccarini | als Ensign Perim | ||
| Mark Deakins | als Tournel | ||
| Breon Gorman | als Lieutenant Curtis | ||
| Max Grodenchik | als Bak'u Sicherheitsoffizier | ||
| Stephanie Niznik | als Ops Offizier | ||
| Armin Shimerman | als Quark | ||
| D. Elliot Woods | als Starfleetoffizier | ||
| Regie: | Jonathan Frakes | ||
| Drehbuch: | Rick Berman | ||
| Michael Piller | |||
| Produzent: | Rick Berman | ||
| Koproduzent: | Peter Lauritson | ||
| Ausf. Produzent: | Marty Hornstein | ||
| Kamera: | Matthew F. Leonetti | ||
| Schnitt: | Peter E. Berger | ||
| Musik: | Jerry Goldsmith | ||
| Produktionsdesign: | Herman Zimmerman | ||
| Ron Wilkinson | |||
| Kostüme: | Sanja Milkovic Hays | ||
| Maske: | Michael Westmore | ||
| Ton: | Thomas Causey | ||
Schon am Computer wirkte es wie ein Film ...
"Mass Effect"-Held Commander Shepard kämpft mit seinem Steuermann Jeff "Joker" Moreau, gesprochen von Seth Green, gegen Maschinen-Riesen: die "Reaper"! (Foto: BioWare)
Als im Februar Teil 2 der Game-Trilogie "Mass Effect" herauskam, überschlugen sich Fans und Kritiker mit Lob: Erstmals wirkten an PC oder Konsole der Flug durch Galaxien, das Erkunden fremder Welten und Begegnungen mit Außerirdischen wie einst "Blade Runner" oder "Star Wars" im Kino. Dazu waren die Dialoge intelligent und witzig, die Story hochkomplex und voller Überraschungen. Die Optik des Games ließ sich auf "Filmkörnung" setzen, damit das Bild wie auf einer Kinoleinwand aussieht.
Kein Wunder also, dass "Mass Effect" nun tatsächlich ins Kino kommt. Und hinter der Verfilmung des Pixel-Abenteuers steht nicht etwa irgendeine Minifirma aus den Hinterhöfen Hollywoods, sondern der Filmriese Warner. Das Drehbuch schreibt Mark Protosevich, der zuvor den thematisch ähnlichen Will Smith-Kracher "I Am Legend" skriptete. Die zuständige Produktionsfirma Legendary Pictures trumpfte schon mit "Batman Begins" und "The Dark Knight" auf, außerdem setzten sie "300", "Watchmen" und "Kampf der Titanen" um.
Die Game-Reihe "Mass Effect" ist auf drei Spiele ausgelegt, das Finale wird noch entwickelt. Held der Serie ist der Raumschiff-Kapitän Commander Shepard (seinen Vornamen bestimmt der Spieler selbst). Er deckt im Jahr 2183 auf, dass eine uralte Maschinen-Rasse alle 50.000 Jahre sämtliches organisches Leben in der Galaxis ausradiert - und anschließend die Neuentwicklung des Lebens in Bahnen lenkt, die 50.000 Jahre später die erneute Zerstörung ermöglichen. Um das diesmal zu verhindern, rekrutiert Shepard Spezialisten aus allen galaktischen Völkern und bricht mit seinem Raumschiff, der SS Normandy, zu einer selbstmörderischen Mission auf.
Die Handlung ist dabei so verwinkelt, dass allein das Logbuch der im Spiel erledigten Quests mehrere Seiten füllt. Die bis ins letzte kulturelle Detail entwickelte Galaxis mit ihren unterschiedlichen Völkern reicht gar an Tolkiens Aufzeichnungen über Mittelerde heran.
Im englischen Original sprachen die Figuren zudem Filmstars wie "Matrix"-Beauty Carrie-Anne Moss, Altmeister Michael Sheen, Worf-Darsteller Michael Dorn aus "Star Trek" oder Comedian Seth Green. Deren jeweiligen Game-Charaktere sind den Stars auch optisch nachempfunden. Möglicherweise spielen die Sprecher dann im Kinofilm sogar mit.
Wie eng sich Warner an die Handlung der Spiele halten wird, ist unklar. Allein die Story in Teil 1 würde eigentlich schon den Rahmen eines Kinofilms sprengen. Möglicherweise wird es auch im Kino eine Trilogie werden, insbesondere da Spiel 3 noch gar nicht fertig und die Handlung des Finales noch geheim ist. Ein großer SciFi-Stoff in drei Teilen - das hat ja im Fall von "Star Wars", bei dem "Mass Effect" ohnehin deutliche Anleihen nimmt, schon bestens funktioniert!
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