Originaltitel: Soldier
USA 1998
Kurt Russell
Jason Scott Lee
Connie Nielsen
Regie: Paul W.S. Anderson
Verleih: Highlight (Central)
Sergeant Todd wurde von Kindesbeinen an zur Ein-Mann-Kampfmaschine ausgebildet. Als er im Alter von 40 Jahren durch ein Caine-Modell ersetzt wird, landet Todd auf einem Müllplaneten, der von einer nach ihrem Raumschiff-Absturz gestrandeten Gruppe bewohnt wird. Dort lernt er neue Regungen jenseits von Disziplin kennen und unterstützt seine neuen Freunde fortan dabei, Feinden Paroli zu bieten.

Die Rolle des postapokalyptischen Kriegers stand Kurt Russell (zuletzt mit "Breakdown" erfolgreich) erstmals 1981 in John Carpenters Endzeit-Klassiker "Die Klapperschlange" glänzend ins markante Gesicht geschrieben. Etliche Jahre später, ein wenig zerfurchter und unübersehbar noch muskulöser, mimt er nun in dem für 75 Mio. Dollar produzierten Sci-fi-Actioner "Soldier" den wortkargen Titelhelden, der im besten Bruce-Willis-"Stirb langsam"-Alleingang die Bewohner eines desolaten Müllplaneten vor der Vernichtung durch einen roboterhaften Soldatentrupp rettet.
Mit der Martial-Arts-Fantasy "Mortal Kombat" und der futuristischen Horrorschocker "Event Horizon" bewies Regisseur Paul Anderson bereits Genrefestigkeit, ohne daß es ihm allerdings gelungen wäre, sich von seinen überdeutlichen Vorbildern (Ridley Scott etc.) loszusagen und eine eigene, originelle Handschrift zu entwickeln. Entsprechend läßt er sich bei seiner wie stets funktionellen, wenn auch extrem routinehaften Inszenierung von "Soldier" vornehmlich von Schwarzenegger- und Stallone-Blockbustern inspirieren, zumal auch Drehbuchautor David Webb Peoples, der sich aufgrund seiner komplexen Highlights "Blade Runner" und "Erbarmungslos" bestens für einen hartgesottenen Science-fiction-Machostoff zu empfehlen scheint, keine erkennbaren neuen Plotpfade beschreitet: Sein Buch ist bestenfalls Standard, mit unzähligen Klischees aus hinlänglich erprobter Testosteron-Action, Futur-Fantasy und Militärdrama gespickt. Die Bandbreite der verarbeiteten Vorbilder reicht in Andersons filmischem Ersatzeillager von "Terminator" und "Rambo" über "Krieg der Sterne" und "Star Trek" hin zu "Apocalypse Now". Das dröhnend-lärmende Ergebnis mutet an wie die denkwürdige Fusion aus wohlbekannten Genrestücken wie "Demolition Man", "Waterworld" und "Starship Troopers". Kommerziell gesehen wird sich "Soldier", um bei den naheliegenden Vergleichen zu bleiben, wohl auf der Wellenlänge der ähnlich munter zusammengewürfelten Zukunftsvision "Judge Dredd" bewegen, die nach soliden Kinoergebnissen in der Videoauswertung einen triumphalen Siegeszug antreten konnte.
Sergeant Todd (Russell in einer todernsten Performance, die Clint Eastwood geradezu geschwätzig erscheinen läßt) wurde von Kindesbeinen an zur veritablen Ein-Mann-Kampfmaschine ausgebildet. Als er und seine Mannen im Alter von 40 Jahren hoffnungslos veraltet durch die verbesserten Caine-Modelle (unter dem Kommando eines kahlgeschorenen Jason Scott Lee aus "Dragon") ersetzt werden, landet Todd buchstäblich auf dem Müll eines entfernten Abfallplaneten, der von einer nach ihrem Raumschiff-Absturz gestrandeten Gruppe bewohnt wird. Dort lernt der wenig umgängliche Soldat neue Regungen jenseits von Disziplin und Furcht kennen und unterstützt seine neuen Freunde fortan dabei, feindlichen und deutlich überzähligen Angreifern strategisch smart Paroli zu bieten.
Anderson versteht es, grotesk überzeichnete Action zu präsentieren: In tiefer Dunkelheit angesiedelt, läßt er seine bisweilen schmerzhaft brutalen Sequenzen durch zahlreiche Explosionen stimmig aufleuchten. Verstünde es der junge Brite jetzt noch, auch dramatische, figurenorientierte Szenen mit ähnlicher Begeisterung in Szene zu setzen, er könnte einer der besseren Handwerker im Studiosystem werden. So wirkt seine Arbeit trotz ansehnlicher Ausstattung und ordentlicher Spezialeffekte wie das Werk eines obsessiven Bastlers, der im Überschwang der Gefühle vergaß, Fleisch, sprich: Inhalt, auf ein reizvolles Gerüst zu packen. Jenseits der eingeschworenen Fangemeinde dürfte der Krieg des Space-Rambos demnach auf wenig Gegenliebe stoßen. ara.
| Darsteller: | Kurt Russell | als Todd | |
|---|---|---|---|
| Jason Scott Lee | als Caine 607 | ||
| Connie Nielsen | als Sandra | ||
| Sean Pertwee | als Mace | ||
| Michael Chiklis | als Jimmy Pig | ||
| Gary Busey | als Church | ||
| Jason Isaacs | als Col. Mekum | ||
| Jared Thorne | als Noah | ||
| Taylor Thorne | als Noah | ||
| Brenda Wehle | als Hawkins | ||
| Mark Bringelson | als Rubrick | ||
| K. K. Dodds | als Sloan | ||
| Regie: | Paul W.S. Anderson | ||
| Drehbuch: | David Webb Peoples | ||
| Produzent: | Jerry Weintraub | ||
| Koproduzent: | Jeremy Bolt | ||
| Ausf. Produzent: | James G. Robinson | ||
| R.J. Louise | |||
| Susan Ekins | |||
| Kamera: | David Tattersall | ||
| Schnitt: | Martin Hunter | ||
| Musik: | Joel McNeely | ||
| Produktionsdesign: | David L. Snyder | ||
| Tom Valentine | |||
| Kostüme: | Erica Edell Phillips | ||
| Ton: | Andy Wiskes | ||
Sly bucht um: Es geht nicht nach Mexiko und dort gegen Drogen- und Menschenhändler, wie es ursprünglich hieß. "Rambo V" spielt dort, wo für den Haudegen alles begann, im Nordwesten der USA. Aber die Story klingt ziemlich untypisch ...
Actionveteran: Sylvester Stallone beginnt im Frühjahr mit seiner fünften "Rambo"-Mission (Foto: Warner)
Wissenschaftler manipulieren an Soldaten herum und erschaffen Monster. Die geraten prompt außer Kontrolle. Held stürmt herbei. Klappe zu, Monster tot. Verkürzt ist das in etwa die Story von "Rambo V", deren Dreh nun abgesegnet wurde. Ursprünglich war von einer Rettungsmission nach "96 Hours"-Art in Mexiko die Rede, mit Drogen- und Menschenhändlern als Gegenspieler. Abgehakt. Jetzt ist es eine Science Fiction-Mission, in die Rambo geschickt werden soll. Die Story hört sich erstmal stark nach einem Aufguß von "Universal Soldier" oder Star Force Soldier (mit Kurt Russell), oder noch schlimmer, Uwe Bolls Gameverfilmung "Far Cry" an und wird in Webforen entsprechend hitzig bis spöttisch kommentiert. Ganz genau weiß es nur Sylvester Stallone, denn der ist Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion.
Bei der US-Website "Ain't it cool" hat er sich nun zu Wort gemeldet, um die Spötter zum schweigen zu bringen: "Es geht natürlich nicht um Supersoldaten, wie sie von Jean-Claude van Damme und Dolph Lundgren verkörpert wurden", macht Sly deutlich, "sondern um ein Biest, ein 'Ding', eine Verbindung aus animalischer Wut und Intelligenz. So war der Mensch, bevor er human wurde. Es ist unmenschlich. Mit seinem Überlebenswillen kann sich nur der von Rambo messen." Das erinnert nun an "Predator", aber Stallone läßt einen Vergleich mit der Idee von "Alarm im Weltall" eher gelten. Drehbeginn für "Rambo V: The Savage Hunt", die "brutale Jagd", ist im Frühjahr.
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