Regie: Errol Morris
Verleih: Sony Pictures
Die schwerste Niederlage für Amerika bedeuteten die im April 2004 veröffentlichten Bilder von Folter und Erniedrigungen aus dem berüchtigten Bagdader Gefängnis Abu Ghraib. Die US-Schergen hatten ihre Untaten an irakischen Gefangenen selbst auf Film gebannt und stehen seitdem für den moralischen Bankrott einer Nation. Das Wüten einiger Armeeangehöriger oder systematische Folterpraxis? Was für Menschen waren die Täter, was erlebten die Opfer?
Die Hintergründe zum Folterskandal von Abu Ghraib untersucht Errol Morris ("The Fog of War") in seinem in Berlin prämierten Filmessay. Zwei Jahre lang forschte er nach, sprach mit Beteiligten, recherchierte Fakten und zeichnete die ungeheuerlichen Geschehnisse detektivisch nach.
Errol Morris reflektiert über die Geschehnisse im Gefängnis von Abu Ghraib und misstraut dabei den Bildern.
Oscarpreisträger Errol Morris ("The Fog of War") geht in seinem klugen Filmessay dem Gefängnisskandal von Abu Ghraib nach. Die im April 2004 veröffentlichten Bilder von Folter und Erniedrigungen aus dem berüchtigten Bagdader Gefängnis schockierten die Weltöffentlichkeit.
Die US-Schergen hatten ihre Untaten an irakischen Gefangenen selbst auf Film gebannt und stehen seitdem für den moralischen Bankrott einer Nation. Das Wüten einiger Armeeangehöriger oder systematische Folterpraxis? Was für Menschen waren die Täter, was erlebten die Opfer?
Der studierte Philosoph stellt sein Werk auf drei Säulen: Da sind zunächst die Bilder, die Folterfotos, die um die Welt gingen. Sie stehen für sich. Dann die Interviews. Mit denen, die man auf den Fotos sieht und mit denen, die sie gemacht haben. Und schließlich noch die nachgestellten Szenen. Die nackten Häftlinge, die eine Pyramide bilden, auf Befehl onanieren oder der Gefangene, der mit einem Damenhöschen über dem Kopf nackt an ein Bettgestell gekettet ist.
Zwei Jahre lang forschte Morris nach, sprach mit Beteiligten, recherchierte Fakten und zeichnete die ungeheuerlichen Geschehnisse detektivisch nach. Zu Recht wurde er dafür bei der Berlinale 2008 mit einem silbernen Bären ausgezeichnet.
| Regie: | Errol Morris | ||
|---|---|---|---|
| Produzent: | Julie Ahlberg | ||
| Errol Morris | |||
| Kamera: | Robert Chappell | ||
| Robert Richardson | |||
| Schnitt: | Andy Grieve | ||
| Musik: | Danny Elfman | ||
| Produktionsdesign: | Steve Hardie | ||
| Kostüme: | Marina Draghici | ||
Die 58. Filmfestspiele haben einen Hauptgewinner, mit dem nun wirklich niemand gerechnet hatte...
Der Festival-Sieger erzählt von den brutalen Methoden der Drogenpolizei gegen noch brutalere Drogengangster in den Slums von Rio de Janeiro (Foto: Zazen Produções)
Der Goldene Bär ging an den brasilianischen Wettbewerbs-Beitrag "Tropa de Elite". Der Thriller um eine Elitetruppe der Polizei in Rio de Janeiro war zwar gut besprochen, aber nicht unbedingt als Favorit gehandelt worden. Regisseur Jose Padilha nahm den Preis bei der feierlichen Gala am Abend des 16. Februars im Berlinale Palast entgegen. Zuvor war der bereits achtfach Oscar-nominierte Kritiker-Favorit "There Will Be Blood" mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet worden: Paul Thomas Anderson als bester Regisseur und John Greenwood für die beste Musik.
Der Silberne Bär für den besten Darsteller ging nicht an den Favoriten Daniel Day-Lewis als brutaler Öl-Magnat in "There Will Be Blood" sondern an Reza Najie für "Avaze Gongjeshk-Ha" ("The Song of Sparrows"). Er spielt in dem iranischen Beitrag einen Bauern, der Arbeit in Teheran sucht und einen gnadenlosen Existenzkampf zu bestehen hat. Als beste Darstellerin wurde Pulibkumsliebling Sally Hawkins geehrt, die in Mike Leighs "Happy-Go-Lucky" als stets gut gelaunte Lehrerin zu sehen ist, deren Leben in Nord-London dazu eigentlich wenig Anlass gibt.
Errol Morris erhielt den Großen Preis der Jury für seinen aufwühlenden Dokumentarfilm "Standard Operating Procedure" über US-Folterpraktiken gegen mutmaßliche Terroristen in Abu Ghraib. Für das beste Drehbuch wurde das chinesische Drama "Zuo You" ausgezeichnet. Der von der Kritik gelobte deutsche Wettbewerbsbeitrag "Kirschblüten - Hanami" von Doris Dörrie ging leer aus.
Jury-Präsident Constantin Costa-Gavras kommentierte die teils unerwarteten Preisvergaben dahingehend, dass die Entscheidungen allesamt spontan getroffen worden seien. Obwohl die ganz großen Kinoerlebnisse ausblieben und auch die nationalen und internationalen Filmstars nicht für übermäßiges Aufsehen sorgten, war es mit über 230.000 verkauften Tickets die größte Berlinale aller Zeiten. 2009 öffnet die Hauptstadt ihre Tore für die Filmfestspiele vom 5. bis 15. Februar.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.