Originaltitel: Town & Country
USA 2001
Warren Beatty
Diane Keaton
Andie MacDowell
Regie: Peter Chelsom
Verleih: Studiocanal
Porter Stoddard und sein bester Freund Griffin sind vermeintlich stabile Säulen ihrer langjährigen Ehen, bis beide Männer unvermutet ausbrechen, weil Griffin Frauen nicht mehr, Porter aber immer mehr begehrt. Von Ehefrau Ellie als Treuebrecher entlarvt, tritt Porter die Flucht nach vorne an und trudelt von einer Affäre zur nächsten, bis er zur Besinnung kommt.

Wer sonst als Warren Beatty könnte einer für alle sein in dieser Farce über den ehelichen Treuebegriff, der natürlich von Hollywoods legendärem Trophäenjäger am potentesten hinterfragt wird. Obwohl vor allem im letzten Drittel Ton-Schwankungen auffällig sind, erhebt sich die vierte Regiearbeit Peter Chelsoms aus dem Chaos der zunächst fünfmonatigen, später wiederaufgenommenen Dreharbeiten, den folgenden Neuschnitten, kreativen Kollisionen und Startverschiebungen als amüsante leichte Komödie, die mit ihrem Starauftrieb Mangel an Aufmerksamkeit bei Presse und Publikum nicht befürchten muss.
Gleich zu Beginn, als Beatty im Bett dem Cello-Spiel einer solidarisch textilfreien Nastassja Kinski lauscht, wird deutlich, dass das selbstironische Spiel mit Beattys Image hier ein zentraler Aspekt des Humors ist. "Das wird nie wieder passieren", versichert seine von ihm nachträglich in den Film eingebaute Erzählerstimme, aber natürlich wissen wir es besser. Eigentlicher Auslöser für zwei Ehekrisen und folgendes außereheliches Begattungsfieber ist aber eine Moteleskapade von Beattys bestem Freund, der wie schon in "Love Affair" von Garry Shandling gespielt wird. Nachdem diese Entgleisung mit einer anderen Frau, die in Wirklichkeit ein Mann ist, die langjährige Ehe mit Goldie Hawn atomisiert, tritt auch in Diane Keatons Ehe mit Beatty Verunsicherung ein. Zu diesem Zeitpunkt pflegt dieser schon seine Affäre mit Kinski, was nicht unbedingt in Kontrast zu seinem sexuell aktiven Privathaushalt steht, in dem Tochter und Sohn mit ihren Partnern nachts für hitzige Paarungstöne sorgen. Charmant und trotz boulevardesker Situationskomik nicht platt und jeden Gag ausreizend, ist Chelsoms Film in der ersten Hälfte, bis Beatty von Keaton entlarvt wird und er statt Reue die Flucht nach vorne antritt und Trophäen zu sammeln beginnt. Vollzug vermeldet werden kann allerdings nur mit Hawn, die wie gewohnt die mädchenhafte Quietschnudel gibt, während Komikerin Jenna Elfman und Andie McDowell trotz erkennbarem Interesse ihrerseits aus diversen Gründen verschont bleiben. Ohne übergewichtiges Moralisieren, aber auch ohne erkennbaren Schwerpunkt, betreibt der episodisch wirkende Film zunehmend Schauplatz- und Figuren-Zapping, bis Beatty am Ende eher zufällig und nicht unbedingt durch Erkenntnis zur Ruhe kommt. Obwohl "Stadt, Land, Kuss" durchaus auch im Dialog Stärken zeigt, was wohl Koautor und Beatty-Kumpel Buck Henry zuzuschreiben ist, liegt der Schwerpunkt auf Situationskomik und gelegentlich auch Slapstick, die dank gutem Timing und der Idealbesetzung der Hauptrolle nicht wirkungslos bleiben. Das letzte Drittel aber wirkt etwas unfertig, verliert sich in hektischer Boulevardturbulenz und lässt gerade die Zurückhaltung vermissen , die Chelsoms Filme wie "Hear My Song" so ausgezeichnet hatten. Mögliche Spuren seiner Entmachtung und anschließender Nachdrehs, nachdem er seine Schnittfassung abgeliefert hatte, aber doch kein ausreichender Grund zu befürchten, dass diese Komödie deshalb kommerziellen Schaden nehmen müsste. kob.
| Darsteller: | Warren Beatty | als Porter Stoddard | |
|---|---|---|---|
| Diane Keaton | als Ellie Stoddard | ||
| Andie MacDowell | als Eugenie | ||
| Garry Shandling | als Griffin | ||
| Jenna Elfman | als Auburn | ||
| Nastassja Kinski | als Alex | ||
| Goldie Hawn | als Mona | ||
| Charlton Heston | als Mr. Claybourne | ||
| Marian Seldes | als Mrs. Claybourne | ||
| Josh Hartnett | als Tom | ||
| Tricia Vessey | als Alice | ||
| Buck Henry | als Suttler | ||
| Regie: | Peter Chelsom | ||
| Drehbuch: | Michael Laughlin | ||
| Buck Henry | |||
| Produzent: | Andrew S. Karsch | ||
| Simon Fields | |||
| Fred Roos | |||
| Koproduzent: | Cyrus Yavneh | ||
| Ausf. Produzent: | Sidney Kimmel | ||
| Michael De Luca | |||
| Lynn Harris | |||
| Kamera: | William A. Fraker | ||
| Schnitt: | David Moritz | ||
| Claire Simpson | |||
| Musik: | Rolfe Kent | ||
| Produktionsdesign: | Caroline Hanania | ||
| Mark Worthington | |||
| Kostüme: | Molly Maginnis | ||
| Ton: | Charles M. Wilborn | ||
Autsch! Schauspieler John Rhys-Davies hat sich am Set seines neuen Films "La Femme Musketeer" böse verletzt und wird mindestens zwei Wochen das Krankenbett hüten müssen.
Der Hollywood-Veteran, der seit seiner Rolle als Zwerg Gimli in "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" auch einem breiterem Kinopublikum bekannt sein dürfte, erlitt einen Armbruch und Kopfverletzungen, nachdem ein Teil der Kulisse eingestürzt war.
Pikant: Nur wenige Stunden zuvor hatte Rhys-Davies in einem Interview verraten, dass er jede Gefahr am Set zu meiden versuche. Sogar bei kleinsten Actionszenen lasse er einem Stuntman den Vortritt.
"La Femme Musketeer" wird derzeit in Kroatien abgedreht, neben Rhys-Davies werden unter anderen Nastassja Kinski (zuletzt mit "Stadt, Land, Kuss" in den deutschen Kinos) und Gérard Depardieu zu sehen sein.
Er war über Jahrzehnte Hollywoods begehrtester Junggeselle, der als Herzensbrecher unzählige Affären u.a. mit Joan Collins, Diane Keaton und...
Im positiven Sinne überdreht, quirlig und temperamentvoll, ist Diane Keaton (geb. 1946) eine Komödiantin von hohem Rang, die fast nie den...
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