Originaltitel: Mirror, Mirror
USA 2012
Julia Roberts
Lily Collins
Armie Hammer
Regie: Tarsem Singh
Verleih: Studiocanal
Lange galt die Königin als die Schönste im Land, bis Stieftochter Schneewittchen zu einer Konkurrentin heranwuchs. Da die Königin sich bereits von ihrem Mann befreit hatte, soll jetzt die ungeliebte Prinzessin folgen. Doch der mögliche Mörder bekommt Skrupel, und Schneewittchen in ihrem Waldversteck neue Freunde. Sieben räuberische Zwerge führt das unschuldige Geschöpf auf den Pfad der Tugend zurück, lehrt einem hübschen Prinzen und ihrer Stiefmutter, dass sie nicht nur schön sein, sondern auch kämpfen kann.

Mit Julia Roberts als giftiger Stiefmutter entdeckt Bildermagier Tarsem Singh die komischen Seiten des klassischen Märchens.
Augenscheinlich geht es um Schönheit, tatsächlich aber um Schnelligkeit in Singhs verspielter, vorwiegend heiterer Adaption, die acht Wochen früher als "Snow White and the Huntsman", die deutlich düsterer und als Franchise angelegte Action- und Fantasyvariante des Grimmschen Bausatzes, in die Kinos kommt und nicht zuletzt zur Einhaltung dieses Zeitvorteils die ursprünglich geplante Dreidimensionalität aufgegeben hat. Motor des neuen Märchenbooms ist Disneys Megahit "Rapunzel - Neu verföhnt", der wohl auch die selbstbewusstere und kämpferische Titelheldin, dargestellt von Musiker Phil Collins' Tochter Lily, inspiriert hat. Die wahre Geschichte von Schneewittchen entfernt sich von der Vorlage, macht den Prinzen zum gut gebauten, im Wirkungsgrad aber überschaubar maskulinen Ken-Klon, die sieben Zwerge zu lustigen Räubern im Geiste von Terry Gilliams "Time Bandits", benutzt die Grimmschen Motive von Neid und Eifersucht, verzichtet aber auf Todesschlaf und andere Horrorelemente des Klassikers. Das reduziert familienfreundlich den Schrecken, aber auch die Intensität der Emotionen bei dieser Neuinterpretation, die zwischen entspannt und manchmal auch albern immer Komödie bleibt.
War "The Fall", Tarsem Singhs kommerziell unter Wert geschlagener Ausflug in die Welt von Romantik und Leidenschaft, ein bitter-süßes Märchen für Erwachsene, dominiert hier das Kindliche. Auf den Spuren von Cruella de Vil zeichnet Julia Roberts die böse Stiefmutter mit großen exzentrischen Gesten, gibt Collins das blütenreine Gutgeschöpf und Nathan Lane als Roberts' Vertrauter eine Art Hofnarren. Obwohl "Spieglein, Spieglein..." nicht das Budget großer Studioproduktionen und auch nicht von Singhs blutiger Schlachtplatte "Krieg der Götter" zur Verfügung stand, sind auch hier Design, Eiko Ishiokas Kostüme und Bildgestaltung die eigentlichen Stars. Alle Landschaften wirken bewusst artifiziell, in Roberts' Schloss vereinen sich Elemente von Neuschwanstein und russischen Kirchen, die Zwerge "attackieren" auf Stelzen, und die Mordgesellen der Königin sind ferngesteuerte XXL-Marionetten. Optisch attraktiv ist Singhs vierter Spielfilm, der von einem animierten Prolog und einer Bollywood-Sequenz in den Endcredits eingerahmt wird, also zweifellos. kob.
| Darsteller: | Julia Roberts | als böse Königin | |
|---|---|---|---|
| Lily Collins | als Schneewittchen | ||
| Armie Hammer | als Prinz Andrew Alcott | ||
| Nathan Lane | als Brighton | ||
| Jordan Prentice | als Napoleon | ||
| Mark Povinelli | als Zwerg | ||
| Joe Gnoffo | als Grub | ||
| Danny Woodburn | als Grimm | ||
| Regie: | Tarsem Singh | ||
| Drehbuch: | Melissa Wallack | ||
| Jason Keller | |||
| Produzent: | Bernie Goldmann | ||
| Brett Ratner | |||
| Ryan Kavanaugh | |||
| Ausf. Produzent: | Robbie Brenner | ||
| John Cheng | |||
| Jamie Marshall | |||
| Kevin Misher | |||
| Buchvorlage: | Brüder Grimm | ||
| Kamera: | Brendan Galvin | ||
| Schnitt: | Robert Duffy | ||
| Musik: | Alan Menken | ||
| Produktionsdesign: | Tom Foden | ||
| Kostüme: | Eiko Ishioka | ||
| Casting: | Kerry Barden | ||
"Spieglein, Spieglein" an der Wand, wer hat die meisten Fans im ganzen Land? Popstar-Papa Phil spielt in der Collins-Familie bald die zweite Geige - und ist mächtig stolz auf Senkrechtstarterin Lily ...
Ihre 23 Lebensjahre hat Lily Collins vollständig im Schatten ihres berühmten Vaters verbracht. Doch jetzt sieht es so aus, als würde der Star aus "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" den 61-jährigen Popveteranen Phil Collins in Sachen Prominenz verdrängen.
"Mir wurde erzählt, dass im Radio Oldies liefen", zeigte sich Lily Collins gegenüber der Zeitung 'Sun' erstaunt. "Und dann sagte der Moderator: "Für alle, die es nicht bemerkt haben - das war Phil Collins, der Vater von Lily Collins".
Für Zwist in der Familie sorgt die rasant steigende Popularität der Tochter aber nicht: "Er könnte darüber glücklicher nicht sein und kam sogar zur Premiere", beschreibt sie die Reaktion von Phil Collins auf diese Anekdote.
Besonders stolz ist Lily Collins darauf, dass ihr der Durchbruch ohne die helfende Hand ihres Vaters gelang: "Es ist schon ein seltsamer Wandel. Ich habe das aus eigener Kraft erreicht, weil ich nie irgendjemandem Gelegenheit geben wollte zu behaupten, ich hätte es nur wegen der Familie geschafft."
Phil Collins und Lilys Mutter Jill Tavelmann waren von 1984 bis 1996 verheiratet, nach der Trennung wuchs das Mädchen in Los Angeles auf. Lily Collins begann ihre Schauspielkarriere mit Rollen in "Blind Side - Die große Chance" und "Priest". An der Seite von "Twilight"-Star Taylor Lautner hatte sie dann in "Atemlos - Gefährliche Wahrheit" ihre erste Hauptrolle.
In wenigen Tagen treibt die schöne Engländerin ihre böse Stiefmutter Julia Roberts auch in unseren Kinos zur Weißglut. "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" startet am 5. April.
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