Komödie von Fatih Akin über zwei ungleiche Brüder, die sich zusammenraufen müssen, um ihr Szenerestaurant Soul Kitchen zu retten. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto46/09461167/b150x150.jpg Soul Kitchen

Filmdetails

Soul Kitchen

Komödie von Fatih Akin über zwei ungleiche Brüder, die sich zusammenraufen müssen, um ihr Szenerestaurant Soul Kitchen zu retten.


Soul Kitchen
Start: 24.12.2009

Komödie

Deutschland 2009
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Adam Bousdoukos
Moritz Bleibtreu
Birol Ünel

Regie: Fatih Akin
Verleih: Pandora

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(5 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten setzt sich das neue Gourmetkonzept des Hamburger Szenerestaurants Soul Kitchen langsam durch. Aufatmen bei Restaurantbesitzer Zilios, der trotzdem an gebrochenem Herzen leidet und nach China fliegt, um seine Verflossene Nadine zurück zu gewinnen. Das Restaurant überlässt er einstweilen seinem Bruder Ilias, ein ewiger Tunichtgut, der die Soul Kitchen alsbald an einen zweifelhaften Immobilienmakler verzockt. Zilios kehrt demoralisiert zurück, weil Nadine bereits einen Neuen hat, und steht nun vor einem Scherbenhaufen.


Kritik

Soul Kitchen

Fatih Akins Erfolgsstory geht weiter, seine Herz erwärmende Komödie im Hamburger Multikulti-Viertel und absoluter Lido-Liebling erhielt den Spezialpreis der Jury in Venedig.

Es gehört schon etwas dazu, ein internationales Projekt sausen zu lassen, um sein eigenes durchzuziehen, seinen Film nicht in Cannes zu zeigen, weil er noch nicht optimal war. Fatih Akin riskierte einiges und wurde in Venedig mit dem Spezialpreis der Jury für "Soul Kitchen" belohnt, einer zärtlichen Liebeserklärung an seine Heimatstadt und das Arbeiterviertel Wilhelmsburg, wo der langhaarige Deutschgrieche Zinos Kazantsakis in seinem Restaurant neben von Unkraut überwachsenen Schienen die Stammgäste mit Pommes und Majo, paniertem Schnitzel und Fischstäbchen versorgt.

Bald geht alles drunter und drüber, der neue, ambitionierte Koch, der schon mal Aphrodisiaka ins Dessert mischt, verscheucht die alte Kundschaft. Eine betuchte Klientel erobert die Kult-Kneipe. Die Freundin in Shanghai zickt. Finanzamtkontrolleure und Immobilienhaie nerven. Und sein Bruder will als Knast-Freigänger einen Arbeitsvertrag, ohne einen Finger krümmen zu müssen. Gipfel des Grauens ist ein Bandscheibenvorfall, der den Geschundenen plagt. Nur der türkische Physiotherapeut Knochenbrecher kann im letzteren Fall noch helfen.

Vorbild für das Film-Gasthaus war übrigens Hauptdarsteller Adam Bousdoukos' eigene Taverne in Ottensen. Nicht immer kämpfen die Protagonisten mit feinstem Dialogflorett, es darf auch schon mal deftig werden in diesem "schmutzigen Heimatfilm" ohne elitäre Hanseaten. Amüsierte sich Münchens Schickeria einst im "Rossini", lässt es sich die Hamburger Szene im "Soul Kitchen" gut gehen, ein Mikrokosmos von Multi-Kulti, gescheiterten Existenzen, Überlebenskämpfern des Alltags und Romantikern, die ihrer Sehnsucht nachhängen. Da wird gerockt, "La Paloma" geschmettert und Sirtaki getanzt.

Bewusst wählte Akin als Drehorte von Gentrifizierung bedrohte Stadtviertel, Biotope mit unfertigem Charme, die man unter Artenschutz stellen müsste, weil es sie bald nicht mehr gibt. Er zeigt auch die schönen und touristischen Seiten der Hanse-Metropole mit Speicherstadt, Elbe und Alster im besten Licht von Kameramann Rainer Klausmann. Mit dabei die Filmfamilien-Mitglieder "Kneipenwirt" Adam Bousdoukos ("Kurz und schmerzlos"), "Knast-Bruder" Moritz Bleibtreu ("Im Juli", "Solino"), "Sternekoch" Birol Ünel ("Gegen die Wand") und Monica Bleibtreu in ihrer letzten Rolle als Familienpatriarchin. Der Soundtrack, zu dem die Schauspieler sich ihren Lieblings-Soul-Sound aussuchen konnten, verstärkt die intime Atmosphäre und reißt mit. Und wenn Hans Albers vom "Letzten Hemd" singt, das keine Taschen hat und auffordert, den kleinen Rest des Lebens "zu vernaschen", der Schnee beim Dinner for Two am Heiligabend rieselt, dann ist Fatih Akin mit seinem leicht bekömmlichen und überaus komischen Feelgood-Movie ohne überflüssigen Edelschnickschnack ganz, ganz nah an Genuss und (Heimat-)Gefühl. Futter für die Seele. mk.

Soul Kitchen

Darsteller:  Adam Bousdoukos   als Zinos Kazantsakis
  Moritz Bleibtreu   als Illias Kazantsakis
  Birol Ünel   als Shayn Weiss
  Anna Bederke   als Kellnerin Lucia Faust
  Pheline Roggan   als Nadine Krüger
  Lucas Gregorowicz   als Kellner Lutz / Mitglied Bad Boy Boogiez
  Dorka Gryllus   als Anna Mondstein
  Wotan Wilke Möhring   als Thomas Neumann
  Demir Gökgöl   als Bootsbauer Sokrates
  Monica Bleibtreu   als Nadines Großmutter
  Marc Hosemann   als Ziege
  Cem Akin   als Milli
  Catrin Striebeck   als Frau Schuster vom Finanzamt
  Hendrik von Bültzingslöwen   als Assistent von Frau Schuster
  Jan Fedder   als Herr Meyer vom Gesundheitsamt
  Julia Wachsmann   als Tanja, Neumanns Verlobte
  Simon Görts   als Tschako
  Maverick Quek   als Han
  Markus Imboden   als Nadines Vater
  Gudrun Egner   als Nadines Mutter
  Arne Benzing   als Bad Boy Boogiez
  Piotr Gregorowicz   als Bad Boy Boogiez
  Hans Ludwiczak   als Bad Boy Boogiez
  Jan Weichsel   als Bad Boy Boogiez
  Peter Lohmeyer   als Restaurantbesitzer
  Gustav Peter Wöhler   als Nörgelgast
  Zarah Jane McKenzie   als Kellnerin
  Peter Jordan   als Notar
  Wolfgang Schumacher   als Arzt
  Ugur Yücel   als Knochenbrecher-Kemal
  Philipp Baltus   als Elektro-DJ
  Lars Rudolph   als Richter im Amtsgericht
  Fritz Renzo Heinze   als Pfarrer
  Francesco Fiannaca   als JVA Beamter
  Bülent Celebi   als Rocker-Gast "Ali Davidson"
  Bernd Gajkowski   als Gast
  Herma Koehn   als Gast
  Joana Adu-Gyamfi   als Apothekerin
  Maria Ketikidou   als Kommissarin
  Till Huster   als Polizist
  Torsten Lemke   als Patient von Anna
  Udo Kier   als Herr Jung, Investor
  Senol Ugurlu   als Häftling
  Emek Kavukçuoglu   als Junger Makler
 
Regie:  Fatih Akin  
Drehbuch:  Fatih Akin  
  Adam Bousdoukos  
Produzent:  Klaus Maeck  
  Fatih Akin  
Koproduzent:  Flaminio Zadra  
  Alberto Fanni  
  Fabienne Vonier  
  Paolo Colombo  
Kamera:  Rainer Klausmann  
Schnitt:  Andrew Bird  
Produktionsdesign:  Tamo Kunz  
Kostüme:  Katrin Aschendorf  
Maske:  Nica Faas  
  Maike Heinlein  
Ton:  Kai Lüde  
Casting:  Monique Akin  

Star

Moritz Bleibtreu

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