Julia Jentsch
Alexander Held
Fabian Hinrichs
Regie: Marc Rothemund
Verleih: X Verleih (Warner)
Im Februar 1943 wird nach einer Flugblatt-Aktion gegen die Nazis und einer Anzeige durch einen Denunzianten die Münchner Studentin Sophie Scholl (Julia Jentsch) gemeinsam mit ihrem Bruder Hans (Fabian Hinrichs) von der Gestapo verhaftet. In den darauffolgenden Tagen vor Prozess und Hinrichtung entspinnt sich während verschiedener Verhöre ein Psycho-Duell zwischen Sophie und dem vorsitzenden Vernehmungsbeamten Robert Mohr (Alexander Held).
Nachdem Michael Verhoevens "Die Weiße Rose" aus dem Jahre 1982 die familiäre Vorgeschichte und verschiedenen Widerstandsaktionen der Geschwister Scholl Revue passieren ließ, widmet sich Regisseur Marc Rothemund ("Die Hoffnung stirbt zuletzt") nun den letzten Tagen im Nazikerker.
Julia Jentsch kämpft als Studentin gegen das Nazi-Regime und ist bereit, dafür bis in den Tod zu gehen.
Sie gehört zu den wenigen Heldinnen, die die deutsche Geschichte hat: Sophie Scholl. Mit ihrem Bruder Hans kämpfte sie gegen die Nazi-Diktatur, nach einer Flugblattaktion in der Münchner Uni 1943 werden die beiden verhaftet.
Die junge Studentin lässt sich auch im Gestapo-Verhör nicht einschüchtern, sogar dem Blutrichter Roland Freisler bietet sie die Stirn und steht zu ihren Idealen und Überzeugungen, auch wenn es sie das Leben kostet.
Mutig geht sie noch einen Schritt weiter und schützt mit ihren Aussagen die anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose".
Basierend auf in Stasi-Archiven neu entdeckten Verhörprotokollen zeichnet Marc Rothemund das Porträt einer jungen, lebenslustigen Frau. Aus Sophies ganz persönlichem Blickwinkel schildert er die Tage der Flugblattaktion, die Verhaftung und den Kampf um die Freiheit, und ist dabei erfrischend unverkrampft.
Die zum Zerreißen gespannten Gefühle und ein aufregend junges Schauspieler-Ensemble - allen voran Shooting-Star Julia Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei") - machen aus der historischen Tragödie großes, packendes und zeitgemäßes Kino, schnell geschnitten, mit aktueller Musik unterlegt.
Eine Hymne auf Sophie Scholl, die Ikone der Zivilcourage. Sie wurde nur 21 Jahre alt.
"Die Blechtrommel" und "Nirgendwo in Afrika" haben es geschafft.
An beide deutschen Filme ging der begehrte Academy Award. Auch die Macher von "Das Leben der Anderen" können jetzt bei der Oscar-Verleihung 2007 auf den Preis hoffen. Die Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche hat das Drama als Beitrag in der Kategorie bester nicht englischer Film ausgewählt. "'Das Leben der Anderen' beschreibt nicht nur ein Kapitel des geteilten Deutschlands", begründet die Kommission ihre Wahl, "sondern auch die Geschichte eines Mannes, der sich selbst findet, indem er das Leben anderer beobachtet."
Bevor sich Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck einen Oscar für sein Erstlingswerk ins Regal stellen kann, muss erst noch eine weitere Hürde genommen werden. Denn erst am 23. Januar 2007 nominiert die Aacademy of Motion Picture Arts and Sciences fünf Filme aus allen internationalen Bewerbungen, die schließlich um den begehrten Award konkurrieren. Bereits in den letzten beiden Jahren wurden die deutschen Beiträge "Der Untergang" sowie "Sophie Scholl - Die letzten Tage" nominiert, aber die Regisseure Oliver Hirschbiegel und Marc Rothemund gingen leer aus.
Das Team von "Das Leben der Anderen" wurde bereits mit Auszeichnungen überhäuft: Es hat bereits sieben Lolas beim deutschen Filmpreis gewonnen und auch den Bayerischen Filmpreis abgesahnt.
Bereits über 1,5 Millionen deutsche Besucher waren seit dem 23. März 2006 in den deutschen Kinos, um Ulrich Mühe, Sebastian Koch und Martina Gedeck in den Hauptrollen zu sehen. Im Frühjahr 2007 soll das Politdrama auch in den amerikanischen Kinos laufen.
Und am 25. Februar 2007 heißt es dann hoffentlich: And the Oscar goes to "The Lives of the Others".
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