Ironische, bewußt überzeichnete Burleske über den DDR-Alltag in den 70er Jahren und die kleinen und großen Sehnsüchte der Ossis. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf20/b0020985/b150x150.jpg Sonnenallee

Filmdetails

Sonnenallee

Ironische, bewußt überzeichnete Burleske über den DDR-Alltag in den 70er Jahren und die kleinen und großen Sehnsüchte der Ossis.


Sonnenallee
Start: 01.06.2000

Komödie

Deutschland 1999
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Alexander Scheer
Alexander Beyer
Katharina Thalbach

Regie: Leander Haußmann
Verleih: Delphi

Bogey - Box Office Germany Award

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Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Während Wessis ihre Ost-Nachbarn von Aussichtsplattformen begaffen, versuchen die Bewohner des östlichen Abschnittes der Sonnenallee, ein halbwegs normales Leben zu führen. Der 17jährige Micha und seine Clique üben sich in Alltagsrebellion, und die Alten wagen ihre ganz eigene Mini-Subversion, wenn sie eingeschmuggelten Kaffee trinken oder von der Flucht in den Westen träumen.


Kritik

Sonnenallee

Grau in grau stellt sich der Wessi die DDR vor. Dass hinter der Mauer auch der (Berliner) Bär steppt, zeigt Leander Haußmann in seinem schrägen Debütfilm über die 70er Jahre. Die Jungs und Mädels hauen auf die Pauke und wollen sich fernab der Staatsideologie amüsieren. Und Micha, der gerne Popstar werden möchte, hat nur Eine im Sinn, die unerreichbare Miriam.

Leander Haußmann und Thomas Brussig, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Drehbuchpreis, kommen beide aus der DDR, deshalb dürfen sie auch locker in dieser Burleske Stasi-Ängste und Blockwart-Mentalität in die Pfanne hauen. Mitten durch die Sonnenallee verläuft die deutsch-deutsche Grenze. Während auf der West-Seite Leute neugierig von Aussichtsplattformen "Zonis" wie Affen im Zoo beobachten, versuchen die Bewohner der anderen Seite der Sonnenallee ein halbwegs normales Leben zu führen. Das heißt für den 17jährigen Micha und seine Clique, die täglich am Kiosk herumhängen und dem örtlichen Polizisten (ABV) ein Dorn im Auge sind, verbotene Westmusik, ein paar kleine Freiheiten, mal ein Mix aus Asthmamittel, Club-Cola und Tollkirsche zur Bewusstseinserweiterung mangels der im Westen beliebten Hanfpflanze, oder - Gipfel der Tollkühnheit - das Urinieren auf den "antifaschistischen Schutzwall". Aber auch die Alten proben die Mini-Subversion im Alltag - da trinkt man selig vom Onkel Heinz "geschmuggelten" Kaffee, schaut Westfernsehen oder plant - wie Michas Mutter - mit dem gefundenen "grünen Pass" sich einfach rüberzumachen, um dann doch im entscheidenden Moment reumütig umzukehren. Witzig, manchmal zwischen schwarzem und plakativen Humor unschlüssig pendelnd, erzählt Leander Haußmann von kleinen und großen Träumen, läßt es so richtig menscheln, zeichnet seine Helden wider Willen mit liebevoller Zärtlichkeit. Und so ganz nebenbei kommt in dieser Komödie auch Politik ins Spiel, nicht nur wenn die einstigen Freunde ihre Rollen tauschen, der Rebell zum Kollaborateur wird und der Angepaßte gegen das System rebelliert. Dem Intendant des Bochumer Schauspielhauses gelingen wunderbare Szenen, wenn beispielsweise der schmächtige Micha seinen omnipotenten Wessi-Konkurrenten mit Sport-Schlitten bei der Angebeteten mit sprödem Ossi-Charme aussticht, der West-Onkel mit rutschfester Perrücke den allwissenden Larry markiert, der tumbe DDR-Grenzer beim Qualitätsvergleich eines echten (ost)deutschen Apfels mit den modischen (West)Lychees den Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus voraussagt oder eine Existentialistin einen Jungmann "entbübt". Hervorragend die Schauspieler: Allen voran Alexander Scheer, Henry Hübchen und Ignaz Kirchner, dessen Asche in der Kaffeedose landet. Mit diesen Pfunden könnte "Sonnenallee" wuchern. Daß der Film am 7. Oktober, dem 50. Jahrestag der DDR-Gründung startet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. mk.

Sonnenallee

Darsteller:  Alexander Scheer   als Micha Ehrenreich
  Alexander Beyer   als Mario
  Katharina Thalbach   als Mutter Ehrenreich
  Henry Hübchen   als Vater Ehrenreich
  Detlev Buck   als ABV
  Teresa Weißbach   als Miriam
  Elena Meißner   als Sabrina
  Robert Stadlober   als Wuschel
  David Müller   als Brötchen
  Martin Moeller   als Kosscke
  Patrick Güldenberg   als Appel
  Annika Kuhl   als Sabine
  Ignaz Kirchner   als Heinz
  Benno Frevert   als Miriams Bruder
  Andreas Pietschmann   als Scheich von Berlin
  Margit Carstensen   als Direktorin
  Traute Hoess   als Miriams Mutter
  Thorsten Ranft   als Olaf aus Dresden
  Winfried Glatzeder   als Miriams Nachbar
 
Regie:  Leander Haußmann  
Drehbuch:  Leander Haußmann  
  Detlev Buck  
Produzent:  Claus Boje  
  Detlev Buck  
Koproduzent:  Katrin Schlösser  
  Doris Kirch  
Buchvorlage:  Thomas Brussig  
Kamera:  Peter Joachim Krause  
Schnitt:  Sandy Saffeels  
Musik:  Stephen Keusch  
  Paul Lemp  
  Einstürzende Neubauten  
Produktionsdesign:  Lothar Holler  
  Uli Christian  
  Utz Neumann  
Kostüme:  Bert Neumann  
Ton:  Frank Kruse  

Star

Alexander Scheer

Beeindruckender Jungschauspieler und Mitglied des Bochumer Schauspielhauses, wo er seit 1999 fest engagiert ist, wurde Alexander Scheer...

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Alexander Beyer

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