Culture-Clash-Komödie um eine Sannyasin-WG in einer kleinen bayerischen Ortschaft in den Achtzigern. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto27/11270045/b150x150.jpg Sommer in Orange

Filmdetails

Sommer in Orange

Culture-Clash-Komödie um eine Sannyasin-WG in einer kleinen bayerischen Ortschaft in den Achtzigern.


Sommer in Orange
Start: 18.08.2011

Komödie

Deutschland 2011
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Petra Schmidt-Schaller
Amber Bongard
Bela Baumann

Regie: Marcus H. Rosenmüller
Verleih: Majestic (Fox)

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
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Temperatur

heiß

Inhalt

Eine Gruppe orange gewandeter Sannyasins, Anhänger von Bhagwan, entschließt sich, auf einem geerbten Bauernhof im bayerischen Örtchen Talbichl ein Therapiezentrum zu bauen. Das bedeutet nicht nur einen kräftigen Kulturschock bei den alteingesessenen Einwohnern, sondern auch eine schwierige Situation für die Kinder Lili und Fabian, deren Mutter Amrita lieber mit einem Oberguru in Oregon beim Bhagwan Erleuchtung finden als weiter ernüchternde Diskussionen in der WG führen möchte.


Kritik

Sommer in Orange

Culture Clash-Komödie über den Zusammenprall von wildem Leben in einer Bhagwan-Kommune und bayerischer Dorfgemeinschaft.

Die "Orange People" gehörten in den 1980er Jahren zum großstädtischen Straßenbild, die Ideen des Sex-Gurus Bhagwan stießen auf Begeisterung, so mancher Intellektuelle wurde Sannyasin und trug an einer hölzernen Perlenkette des Bild des Meisters. Eine Gruppe dieser Jünger entschließt sich, auf einem geerbten Bauernhof in Talbichl ein Therapiezentrum zu bauen und stellt damit den ruhigen Alltag der bayerischen Dorfbewohner auf den Kopf. Bald steht Om beim halbnackten Mitternachtstanz gegen Amen in der Kirche, Schützenfest gegen schrankenlose Freiheit. Mittendrin im Tohuwabohu sind die beiden Kinder Lili und Fabian, deren Mutter Amrita lieber mit einem Oberguru in Oregon beim Bhagwan Erleuchtung finden als weiter ernüchternde Diskussionen in der WG führen möchte.

Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihr Bruder Georg, Produzent von Odeon Pictures, wuchsen in eine Bhagwan-Kommune südlich von München auf und bringen ihre Kindheitserinnerungen ein. So erzählt der Film aus dem Blickwinkel des Mädchens den Zwiespalt zwischen Außenseiterdasein und der Sehnsucht nach einer ganz normalen Familie. Zu Hause läuft sie in Orange herum, in der Schule brav in grauem Faltenrock und Zöpfen, betet fromm das "Vater Unser" und trommelt gar in der Trachtenkapelle.

Mit augenzwinkerndem Witz skizziert Marcus H. Rosenmüller den Spagat zwischen den beiden Welten, auch bei den Erwachsenen, wenn da einer heimlich Würstel futtert statt Vollkornschrot, Amritas Lebensgefährte wie ein Spießer eifersüchtig auf ihren heißen Lover reagiert, oder eine heiße Jüngerin sich lieber den örtlichen Postboten angelt, statt mit einem der Rotröcke das Matratzenlager lustvoll zu teilen. Die Gegensätze sind mit Menschlichkeit und Wärme inszeniert, die Gags treffen ins Schwarze und die Gegenüberstellungen der Lebensformen sind mehr als komisch, da tollen Männer im Adamskostüm durchs Gras, Amrita singt wie eine Göttin Mantras auf dem Stein der Erleuchtung während der reaktionäre Bürgermeister verstohlen durch die Büsche lurt und Lili bei Knödeln glücklich ist. Nur einmal geht Rosenmüller der Gaul durch, bei einer Riesenkeilerei zwischen Kommunarden und Konservativen, die an krudes Bauerntheater erinnert.

Die kindliche Naivität und Neugier zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, bilden die Klammer zwischen Bauernhof und Buddha-Halle, Trachtenverein und Urschrei-Therapie. Jeder findet seinen Platz. Rosenmüller gelingt mit "Orange" erneut eine Art Heimatfilm. Sogar der märchenhafte Auftritt von Elefanten am Ende stimmt. Auch sie passen in sein Konzept von bayerischer Heimat. mk.

Sommer in Orange

Darsteller:  Petra Schmidt-Schaller   als Amrita
  Amber Bongard   als Lili
  Bela Baumann   als Fabian
  Georg Friedrich   als Siddharta
  Oliver Korittke   als Gopal
  Brigitte Hobmeier   als Leela
  Chiem van Houweninge   als Prakasch
  Daniel Zillmann   als Jogi
  Daniela Holtz   als Brigitte
  Wiebke Puls   als Chandra
  Thomas Loibl   als Prem Bramana
  Florian Karlheim   als Rudi, Postbote
  Heinz-Josef Braun   als Herr Bürgermeister
  Bettina Mittendorfer   als Frau Bürgermeister
  Gundi Ellert   als Lehrerin
  Carla Sprenger   als Susi
  Thomas Wittmann   als Franz
  Daniel Brunner   als Max
 
Regie:  Marcus H. Rosenmüller  
Drehbuch:  Ursula Gruber  
Produzent:  Dr. Andreas Richter  
  Annie Brunner  
  Ursula Woerner  
  Georg Gruber  
Kamera:  Stefan Biebl  
Schnitt:  Georg Söring  
Musik:  Gerd Baumann  
Produktionsdesign:  Doerthe Komnick  
Kostüme:  Steffi Bruhn  
Maske:  Waldemar Pokromski  
  Anette Keiser  
  Heiner Niehues  
Ton:  Michael Vetter  
Casting:  Nessie Nesslauer  
  Kathrin Küntzel-Sedler  

"Ich brauche Action, Lachen und gute Gedanken"

Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" startet am 18. August in den Kinos, im Winter soll "Der Sommer der Gaukler" anlaufen...

Großansicht In Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" stellt eine Baghwan-Kommune ein bayerisches Dorf auf den Kopf (Foto: Majestic (Fox))

In Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" stellt eine Baghwan-Kommune ein bayerisches Dorf auf den Kopf (Foto: Majestic (Fox))

Verliefen die Dreharbeiten so turbulent wie das beschriebene Kommunenleben?
MARCUS H. ROSENMÜLLER: Die ersten Wochen war das Wetter fürchterlich, und wir mussten alles umstellen. Aber pünktlich zum Termin, an dem wir das Dorffest mit 400 Komparsen drehen wollten und es wirklich darauf ankam, hatten wir Glück.

Wie war es, so viele Schauspieler auf einmal zu inszenieren, Kommunengefühl zu verbreiten?
Wir probten natürlich und haben in der Vorbereitung zu "Sommer in Orange" auch dynamische Meditation gemacht. Bereits im Vorfeld hatte Nessie Nesslauer beim Casting ein gutes Händchen und Schauspieler ausgewählt, die in einer Kommune hätten leben können.

Was ist Ihr persönlicher Bezug zum Thema?
Ich habe selbst etliche Jahre in WGs gelebt. Mit Bhagwan hatte ich mich lustigerweise tatsächlich bereits beruflich beschäftigt: Ich habe meinen Abschlussfilm "Hotel Deepa" in Indien gedreht, zuvor zwei Monate in Poona recherchiert und auch den Ashram besucht, habe das Thema aber nicht vertieft. Einige Jahre später kam dann Ursula Gruber mit dem Buch zu "Sommer in Orange" auf mich zu. Mir geht es hier weniger um die Sekte als um das universelle Gefühl, ausbrechen zu wollen, sich zu fragen, was ist meine Heimat, wo gehöre ich hin? Das fragt sich auch unsere Hauptfigur Lilli. Gehöre ich zur Mutter und ihrer Kommune oder zur bayerischen Dorfgemeinschaft?

Wie in "Wer früher stirbt, ist länger tot" und "Die Perlmutterfarbe" schildern Sie die Welt aus der Sicht von Kindern. Warum diese Häufung?
Mich fasziniert die naive Weltsicht von Kindern, die großen Fragen, die sie stellen. Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder nicht so festgefahren, sondern neugierig und offen. Bei "Wer früher stirbt ist länger tot" war diese Perspektive sehr bewusst gewählt. Ich habe mich an "Michel aus Lönneberga" und "Sie küssten und sie schlugen ihn" orientiert. Bei den anderen Filmen hat es sich eher unbewusst ergeben. Vielleicht kann ich mich auch einfach nur gut in Kinder hineinversetzen.

Bilder zu "Sommer in Orange"

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Bei "Der Sommer der Gaukler" geht es nicht um Kinder.
"Der Sommer der Gaukler" handelt von Emanuel Schikaneder, einem bekannten Theatermacher und wilden Hund, der auf einen Rebellen trifft und ihn zu einem Helden stilisiert, der er gar nicht ist - ein um 1780 spielender Kostümfilm, bei dem Maske, Kostüm und Ausstattung sehr aufwendig waren. Musik und Mischung werden wahrscheinlich bis Mitte August fertiggestellt sein, im Dezember soll der Film in den Kinos laufen.

Bereits vorher steht der Dreh zum neuen Film der "Räuber Kneißl"-Produzenten an.
Im September. Das Projekt hat den Arbeitstitel "Wer's glaubt, wird selig" und handelt von einer Heiligsprechung in einem bayerischen Skiort. Christian Ulmen, Marie Leuenberger und Lisa Maria Potthoff aus "Sommer der Gaukler" spielen mit.

Wie würden Sie die Art des Humors beschreiben?
Britisch, schwarzhumorig. Die Vorlage ist tatsächlich ein amerikanisches Drehbuch von Jeremy Leven, der die Geschichte eigentlich in Vermont angesiedelt hatte. Das hat sich erstaunlich gut auf Bayern übertragen lassen. In dem Buch steckt zum einen die schwarzhumorige, ich sage mal, Action, auf der anderen Seite beschäftigt es sich auch mit dem Glauben, mit der Frage, warum der Mensch überhaupt das Bedürfnis nach Heiligen hat. Außer der Action, dem Witz, der Unterhaltung muss jeder meiner Filme immer auch ein tiefer gehendes Kernthema haben. Ich mag es, Leute zum Lachen zu bringen, aber am besten ist es, wenn sie lachen und sich gleichzeitig Gedanken machen.

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