Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz15/z0515524/b150x150.jpg Somersault - Wie Parfüm in der Luft

Filmdetails

Somersault - Wie Parfüm in der Luft

Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will.


Somersault - Wie Parfüm in der Luft
Start: 19.05.2005

Originaltitel: Somersault

Drama

Australien 2004
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Abbie Cornish
Sam Worthington
Lynette Curran

Regie: Cate Shortland
Verleih: Prokino (Filmwelt)

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(5 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nach einem Streit mit der Mutter, der sie eben erst den Liebhaber ausspannte, flieht die 16-jährige Heidi (Abbie Cornish) in den abgelegenen Wintersportort Jindabyne. Dort findet sie bei der älteren Hotelbesitzerin Irene (Lynette Curran) nicht nur einen Job, sondern auch offene Ohren für ihre Probleme. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer voll bewusst und stolpert von einer Affäre in die nächste, bis schließlich der Farmersohn Joe (Sam Worthington) ihren Weg kreuzt und tiefere Gefühle weckt.

Eine für einen Film aus Australien ungewohnt winterliche Kulisse wählte Regisseurin und Langfilmdebütantin Cate Shortland für ihr einfühlsames Coming-of-Age-Arthousedrama.


Kritik

Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will.

Großansicht Heidi schleppt immer neue Männer ab (Foto: Prokino (Filmwelt))

Heidi schleppt immer neue Männer ab (Foto: Prokino (Filmwelt))

Die 16-jährige Heidi (Abbie Cornish) flieht nach Jindabyne in der Nähe eines kleinen Wintersportortes, nachdem sie von der Mutter in flagranti mit deren Liebhaber erwischt wurde. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer voll bewusst und es scheint fast wie kindliches Ausprobieren, wenn sie ihre Sexualität einsetzt, um ihre Grenzen zu erfahren.

Voller Schuldgefühle und Scham stolpert Heidi bald von einer Affäre in die nächste, bis sie für den Farmersohn Joe (Sam Worthington) echte Gefühle entwickelt. Sie sucht sich einen Job und eine Bleibe, um ihm nahe zu sein und knüpft soziale Kontakte: zum einen zur älteren Hotelbesitzerin Irene (Lynette Curran), bei der Heidi wohnt, zum anderen zu einer jungen Arbeitskollegin und deren autistischem Bruder.

Großansicht Für Joe entwickelt Heidi echte Gefühle (Foto: Prokino (Filmwelt))

Für Joe entwickelt Heidi echte Gefühle (Foto: Prokino (Filmwelt))

Aus Überzeugung langsam

Das bemerkenswerte Spielfilmdebüt der australischen Regisseurin Cate Shortland fordert mit seinem langsamen Takt zwar etwas Geduld, belohnt aber mit genauen Charakterzeichnungen bis in die Nebenrollen hinein. Die Geschichte über die Wirrungen des Erwachsenwerdens überzeugt durch ihre Einfachheit.

Somersault - Wie Parfüm in der Luft

Darsteller:  Abbie Cornish   als Heidi
  Sam Worthington   als Joe
  Lynette Curran   als Irene
  Erik Thompson   als Richard
  Nathaniel Dean   als Stuart
  Hollie Andrew   als Bianca
  Leah Purcell   als Diane
  Olivia Pigeot   als Nicole
  Blake Pittman   als Karl
  Paul Gleeson   als Roy
  Anne Louise Lambert   als Joes Mutter
  Damian de Montemas  
  John Sheerin  
 
Regie:  Cate Shortland  
Drehbuch:  Cate Shortland  
Produzent:  Anthony Anderson  
Ausf. Produzent:  Jan Chapman  
Kamera:  Robert Humphreys  
Schnitt:  Scott Gray  
Musik:  Norman Parkhill  
Produktionsdesign:  Melinda Doring  
  Janie Parker  
Kostüme:  Emily Seresin  
Ton:  Sam Petty  
Casting:  Nikki Barrett  

"Die Stimmung war mir wichtiger"

Cate Shortland, Absolventin der renommierten Australian Film Television und Radio School, gelang mit ihrem Kinodebüt "Somersault" ein internationaler Erfolg. Die jahrelange Arbeit an der Coming-of-Age-Geschichte war für die Australierin ein harter Selbstfindungsprozess.

Großansicht Cate Shortland mit ihrem Hauptdarsteller Nathanial Dean (Foto: Prokino (Filmwelt))

Cate Shortland mit ihrem Hauptdarsteller Nathanial Dean (Foto: Prokino (Filmwelt))

» "Somersault - Wie Parfüm in der Luft" erhielt 13 australische Filmpreise und wurde in Cannes 2004 bejubelt.

CATE SHORTLAND:

Es ist für mich immer noch unfassbar. Ich hatte gedacht, wir drehen einen kleinen Film, der auf ein paar Festivals läuft, und das war es.

» Das Sujet muss Ihnen viel bedeutet haben. Sie arbeiteten acht Jahre am Drehbuch.

Die erste Fassung von "Somersault" war viel zu konfus, sodass ich sie vier Jahre liegen ließ. Bei der zweiten Version hatte ich auch riesige Zweifel, dass daraus eine sinnvolle Geschichte werden könnte. Aber mein Produzent Anthony Anderson reichte es beim "Aurora-Script-Development"-Programm ein. Dort wurde es von Rob Festinger betreut. Er sagte gleich: "Wirf alles weg und fang von vorn an. Du musst beim Schreiben tapfer und ehrlich sein, anstatt dich darum zu kümmern, was die anderen denken."

Großansicht Sam Worthington und Abbie Cornish schnuppern "Wie Parfüm in der Luft" (Foto: Prokino (Filmwelt))

Sam Worthington und Abbie Cornish schnuppern "Wie Parfüm in der Luft" (Foto: Prokino (Filmwelt))

» Wie haben Sie darauf reagiert?

Ich war sehr erleichtert, denn ich hatte zu dem Buch sowieso keine richtige Beziehung. Ich mochte nur das märchenhafte Motiv des blonden Mädchens, das sich im dunklen Wald verläuft und dabei von einem hellen Licht umgeben ist. Das lieferte die visuelle Grundidee.

» Warum wurden Sie dann für den Workshop ausgewählt?

Das Gremium fand Stimmung und Hauptfigur gut. Außerdem hat sich Jan Chapman, die Produzentin von "Das Piano", "Lantana" und anderen wichtigen australischen Filmen, sehr für mich eingesetzt. Bei den Dreharbeiten wurde sie für mich zu einer Stimme der Vernunft inmitten aller Hysterie.

Großansicht Jede Menge Selbstzweifel bis zur letzten Klappe (Foto: Prokino Filmwelt))

Jede Menge Selbstzweifel bis zur letzten Klappe (Foto: Prokino Filmwelt))

» Welcher Hysterie?

Ich hatte immer wieder schlimme Selbstzweifel. Normalerweise zeigt man das nicht, aber mit Jan Chapman konnte ich ehrlich sein. Beim Dreh hatte ich immer das Gefühl, das Material ist nicht brauchbar. Ich musste erst selbst begreifen, was ich wollte.

» Was wollten Sie denn?

Kleine atmosphärische Details. Etwa, wenn die Heldin ihre Zehennägel anmalt oder ihre Unterhosen wäscht. Dinge, die uns als Mensch definieren. Davon war ich richtig besessen. Dagegen habe ich die Handlungselemente und die Dialoge reduziert. Die Stimmung war mir wichtiger. Und Jan Chapman hat mich darin bestärkt.

Großansicht Die neue Nicole Kidman: Abbie Cornish? (Foto: Prokino (Filmwelt))

Die neue Nicole Kidman: Abbie Cornish? (Foto: Prokino (Filmwelt))

» Ihre Hauptdarstellerin Abbie Cornish wird als neue Nicole Kidman gepriesen. Stört es Sie, wenn die besten australischen Schauspieler ins Ausland gehen?

Im Gegenteil, ich kann sie verstehen. In Australien entstehen 15 bis 20 Filme im Jahr. Wie viele aufregende Rollen gibt es da schon für eine Schauspielerin über 35? Es ist doch großartig, wenn eine Nicole mit Lars von Trier arbeiten kann und dann Hollywoodfilme wie "Die Dolmetscherin" dreht. Auf diese Weise können unsere Leute ihre Talente weiterentwickeln.

» Aber profitiert ein australischer Filmemacher noch davon?

In jedem Fall. Wenn ich ein Drehbuch mit interessanten Charakteren habe, die für einen Schauspieler eine Herausforderung darstellen, dann kehren sie zurück. Zum Beispiel hat Cate Blanchett vor kurzem einen Film in Australien gedreht.

Großansicht Konzentration auf Farben, nicht auf Budgets (Foto: Prokino (Filmwelt)

Konzentration auf Farben, nicht auf Budgets (Foto: Prokino (Filmwelt)

» Hat Sie auch der Ruf aus dem Ausland ereilt?

Ich habe verschiedene Angebote für größere Hollywoodfilme bekommen; meistens war auch schon ein Star daran beteiligt. Die Amerikaner nennen so etwas Paket, als müsste man nur ein paar Legosteine zusammensetzen und 50 Millionen Dollar investieren - eine abstoßende, unkreative Vorstellung vom Filmemachen! Für mich geht es darum, jemanden zu treffen und zu sagen: "Hier habe ich ein altes Foto eines tschechischen Bahnhofs, schau dir die Farben und Strukturen an." Aus solchen Begegnungen entstehen Filme.

» Und die sind in Amerika nicht möglich?

Doch. Ich war vor kurzem in New York und habe Produzent Ted Hope und die Leute von Killer Films getroffen. Mit solchen Leuten würde ich liebend gern zusammenarbeiten. Das Wichtigste ist, alles möglichst klein zu halten. Das haben auch meine Vorbilder gemacht, wie etwa Wong Kar-Wai, Fassbinder oder Todd Haynes. Nur so ist es möglich, dass eine Idee ihre festen Konturen behält. Wenn du viel Geld und viele Leute für die Umsetzung bekommst, wird sie ganz schnell verwässert.

Star

Sam Worthington

Dank "Terminator 4" und "Avatar" der australische Star der Stunde: Sam Worthington ist ein männlicher Actionheld der A-Klasse und stammt...

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