
Nun haben sie's geschafft: Mit der neuen Krimiserie aus Stuttgart hat das ZDF die letzte "SOKO"-Lücke geschlossen; montags bis freitags kann man sich nun an jedem Vorabend anschauen, wie spezielle Ermittler-Teams in München, Leipzig, Köln, Wismar, Wien, Kitzbühel und nun auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Verbrecher jagen. Seit über dreißig Jahren gibt es das Format bereits. Prototyp war 1978 die bis heute laufende "SOKO 5113" (montags um 18.00 Uhr); einzig die Leipziger dürfen auch im Hauptabendprogramm ran.
Allerdings muss man schon ganz genau hinhören, um in den schwäbischen Geschichten bei einer der Figuren einen entsprechenden Zungenschlag herauszuhören. Ohnehin darf sich Stuttgart ähnlich wie im "Tatort" von einer ungewohnten Seite präsentieren. Gerade die Panoramaschwenks zeigen die Stadt als moderne Metropole, die allerdings auch ihre Schattenseiten hat: In der Unterwelt regiert eine Mafia, deren Drahtzieher höchst mondän mit fantastischem Ausblick residiert.
Ansonsten geht's naturgemäß eine Nummer kleiner zu als im Fernsehfilm oder in den Hauptabendserien, und das gilt nicht nur für den Aufwand, sondern auch für die Geschichten und die Darsteller. Mit Astrid M. Fünderich hat das ZDF allerdings einen ausgesprochen guten Griff getan: Sie versieht die SOKO-Chefin Martina Seiffert mit einer leicht spöttischen Gelassenheit, die der Figur viel Tiefe verleiht. Peter Ketnath hat als Porschefahrer Jo Stoll dagegen offenbar vor allem die Aufgabe, Blickfang für die Zuschauerinnen zu sein. Pendant für die Männer ist Nina Gnädig als attraktive halbitalienische Kommissarin Anna Badosi, die zumindest zum Auftakt weniger mit ihrer Ausbildung (Psychologie und Kriminalistik), sondern vor allem mit ihrem Aussehen punktet: Die hautengen Blusen sind stets einen Knopf zu weit geöffnet. Stiller Star der Serie ist Karl Kranzkowski als Kripo-Chef, dessen wenige Auftritte allerdings schon fast den Charakter einer Gastrolle haben.
Immerhin startet die Serie mit Knalleffekt: Ein Restaurant-Besitzer wird durch diverse Schüsse aus nächster Nähe getötet; dabei geht mit viel Geklirr auch die halbe Einrichtung zu Bruch. Weil die Wirte in der Umgebung von Schlägern zur Schutzgeldzahlung erpresst werden, vermutet die Soko, hier sei die Mafia am Werk. Allerdings gibt es da auch noch eine Ehefrau (Clelia Sarto), die durch den Mord zur wohlhabenden Witwe wird. Sie ist kürzlich zu ihrem Bruder gezogen, weil ihr Mann ein Verhältnis mit einer Kellnerin angefangen hatte; und der Bruder ist kein geringerer als der Stuttgarter Mafia-Boss.
Die Kamera irrlichtert gerade bei Gesprächen mitunter ein bisschen viel umher, und dass das ohnehin etwas unbedarft wirkende SOKO-Nesthäkchen (Benjamin Strecker) am Schluss durch seinen Schuss auf den Täter gewissermaßen seine Initiation erfährt, darf man durchaus fragwürdig finden; ansonsten aber werden sich die Ermittler aus Stuttgart ganz sicher in der "SOKO"-Familie etablieren. tpg.
| Darsteller: | Astrid M. Fünderich | als Martina Seiffert | |
|---|---|---|---|
| Peter Ketnath | als Joachim "Jo" Stoll | ||
| Nina Gnädig | als Anna Badosi | ||
| Benjamin Strecker | als Rico Sander | ||
| Karl Kranzkowski | als Michael Kaiser | ||
| Eva Maria Bayerwaltes | als Prof. Dr. Lisa Wolter | ||
| Michael Gaedt | als Karl "Schrotti" Schrottmann | ||
| Mike Zaka Sommerfeldt | als Jan Arnaud | ||
| Christian Pätzold | als Friedemann Sonntag | ||
| Anna Bullard-Werner | als Cordula Seiffert | ||
| Regie: | Michael Schneider | ||
| Gero Weinreuter | |||
| Daniel Helfer | |||
| Didi Danquart | |||
| Drehbuch: | Andreas Knaup | ||
| Ralf Löhnhardt | |||
| Axel Hildebrand | |||
| Mike Bäuml | |||
| Jürgen Werner | |||
| Anja Weber | |||
| Uwe Petzold | |||
| Peter Ertel | |||
| Lorenz Stassen | |||
| Stephan Wuschansky | |||
| Jörn Precht | |||
| Ruth Fischer-Pusch | |||
| Carsten Unger | |||
| Oliver Hein | |||
| Klaus Arriens | |||
| Thomas Wilke | |||
| Edin Hadzimahovic | |||
| Axel Bold | |||
| Produzent: | Oliver Vogel | ||
| Kamera: | David Schultz | ||
| Thomas Ch. Weber | |||
| Notker Mahr | |||
| Pascal Rémond | |||
| Musik: | Günther Illi | ||
| Peter Gromer | |||
| Produktionsdesign: | Thomas Stromberger | ||
| Ton: | Oliver Roggow | ||
Karl Kranzkowski begann seine Karriere als Theaterschauspieler in der ehemaligen DDR. Seit Ende der 90er-Jahre wurde er als...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.