Alan Rickman
Sigourney Weaver
Carrie-Anne Moss
Regie: Marc Evans
Verleih: Studiocanal
Frisch aus dem Gefängnis entlassen, wo er einsaß, weil er den Fahrer tötete, der seinen Sohn überfuhr, schlittert Alex Hughes (Alan Rickman) sogleich ins nächste Unglück: Er baut einen Verkehrsunfall, bei dem eine junge Tramperin zu Tode kommt. Bedrückt von den unverkennbaren Parallelen will Alex die Familie der Toten aufsuchen und stößt auf deren Mutter Linda Freeman (Sigourney Weaver), eine zur Emotion nur begrenzt befähigte Autistin. Alex bleibt für ein Weilchen bei ihr und weckt bald die Aufmerksamkeit neugieriger Dorfbewohner.
Schuld, Sühne und das stete Streben nach dem Glück sind die Themen dieses einfach gestrickten, hübsch arrangierten Außenseiterdramas und Eröffnungsfilms der Berlinale 2006.
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Sigourney Weaver und Alan Rickman erleben nach einem tragischen Unfall, dass Glück und Neuanfang trotz Trauer möglich sind.
Linda kann der Umwelt nicht mitteilen, wie nahe ihr der Unfalltod ihrer Tochter geht (Foto: Kinowelt)
Nur widerwillig nimmt Alex Hughes auf seiner Reise durchs eisige Ontario eine Anhalterin mit, die den mundfaulen Engländer mit ihrer guten Laune aufmuntert. Und dann passiert es: Ein Laster rammt den Wagen. Das Mädchen ist tot, der Mann bleibt wie durch ein Wunder unverletzt. Mit schlechtem Gewissen macht er sich auf den Weg zur Mutter.
Doch statt einer weinenden Frau erlebt er Linda, die bald fröhlich vor den Trauergästen herumtanzt, mit bunten Funkelbällchen spielt und selbstvergessen auf dem Trampolin hüpft. Linda ist Autistin und lebt in ihrer eigenen Welt. Fast scheint es, als seien ihr ordentlich aufgereihte Schuhe wichtiger als der Tod der Tochter.
Zögerlich nähern sich die beiden vom Schicksal Gebeutelten an, spenden sich gegenseitig Trost. Als Alex dann noch eine leidenschaftliche Affäre mit der Nachbarin (Carrie-Anne Moss) anfängt, könnte das einen Neubeginn bedeuten - wenn ihn nicht seine Vergangenheit einholen würde. Das fragile Glück steht auf dem Prüfstand.
All das ist herzergreifend schön, voll zartem Humor. Der britische Charakterdarsteller Alan Rickman macht den Film durch seine Performance als tragische und zerbrechliche Figur, die sich langsam an die Wirklichkeit herantastet, zum Kinoerlebnis. An seiner Seite trumpft eine gefühlsstarke Sigourney Weaver auf.
Trotz Themen wie Tod und Trauer, Einsamkeit und Schuld macht dieses eindringliche Drama Hoffnung auf ein neues Leben ohne Altlasten - irgendwann und irgendwo.
| Darsteller: | Alan Rickman | als Alex | |
|---|---|---|---|
| Sigourney Weaver | als Linda | ||
| Carrie-Anne Moss | als Maggie | ||
| David Fox | als Dirk | ||
| Emily Hampshire | als Vivienne | ||
| Jim Allodi | als Clyde | ||
| Regie: | Marc Evans | ||
| Drehbuch: | Angela Pell | ||
| Produzent: | Gina Carter | ||
| Jessica Daniel | |||
| Andrew Eaton | |||
| Ausf. Produzent: | Robert Jones | ||
| Henry Normal | |||
| Michael Winterbottom | |||
| Kamera: | Steve Cosens | ||
| Schnitt: | Mags Arnold | ||
| Produktionsdesign: | Matthew Davies | ||
| Kostüme: | Debra Hanson | ||
| Ton: | Robert Fletcher | ||
| Casting: | John Buchan | ||
Ob deutsche Highlights wie "Das Parfum", US-Perlen wie "Brokeback Mountain" oder Realsatire á la "Borat": Das Kinojahr 2006 hatte Einiges zu bieten.
Hollywoods große Blockbuster mussten auch erzählerisch zum Äußersten greifen anno 2006, um die hohen Erwartungen der Fans zu erfüllen und wirklich noch etwas Spannung aus ihren sattsam bekannten Szenarien zu kitzeln.
"Mission: Impossible III", "Casino Royale" und "Superman Returns" standen nicht allein in der Wahl extremer Mittel. Johnny Depp wurde am Schluss von "Fluch der Karibik 2" vom Wal verschluckt (da er jedoch auch im dritten Teil die Hauptfigur darstellt, darf davon ausgegangen werden, dass er überlebt), "X-Men 3" verabschiedete mit Patrick Stewart und Famke Janssen gleich zwei lang gediente Superhelden und "Poseidon" ging auch nicht zimperlich mit dem Leben seiner Protagonisten um.
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