Will Reed, Geschäftsmann aus Amerikas Mittelwesten, hegt die Befürchtung, ein Monster großgezogen zu haben. Zwar hat es seit dem grausigen Feuertod seiner Frau vor einem knappen Jahrzehnt öfters Streit zwischen dem alleinerziehenden Vater und Sohn Seth gegeben, doch seit sich in der Nachbarschaft neuerdings Tote und Vermisstenfälle häufen, betrachtet Will das seltsame Gebaren seines rebellischen Filius mit anderen Augen. Als eine neue Frau in sein Leben tritt, spitzt sich die Situation dramatisch zu.

Handelten klassische Paranoiathriller vorrangig von äußeren Bedrohungen, so kommt nach dem High-School-Massaker von Columbine die Bedrohung schon mal aus dem Familieninnern. "Wer ist mein Sohn" fragt sich Treat Williams ("Octalus") in diesem unspektakulär, doch durchaus spannend und stimmungsvoll inszenierten Psychokrimi. Eine echte Schauspieler-Entdeckung, antwortet der Kritiker, und auch "Terminator"-Lady Linda Hamilton trägt Sinnvolles zur Lösung des Rätsels bei. Passabler Thriller.
| Darsteller: | Treat Williams | ||
|---|---|---|---|
| Linda Hamilton | |||
| Jonathan Jackson | |||
| Regie: | Wayne Powers | ||
Sie war die taffe Mutter des kleinen John Connor, dem die Terminatoren nach dem jungen Leben trachteten. Doch in "T3" wird Linda Hamilton nicht wieder als Sarah Connor zu sehen sein - ein guter Grund, so richtig über das Projekt herzuziehen.
Dabei setzt die Aktrice den Hebel nicht etwa bei Arnies Greisentum an: Der österreichische Muskelberg versucht nach Flops wie "Collateral Damage" und "The 6th Day" verzweifelt sein angekratztes Image als Äkschn-Held zu retten - scharfzüngige Kritiker nennen ihn schon "Äkschn-Opa".
Nein, in dem Fall ist das Drehbuch Stein des Anstoßes: "Das Skript, das ich gelesen habe, ist völlig seelenlos. Obwohl die früheren Terminator-Filme schon actionlastig waren, hatten sie aber gleichzeitig eine recht hochherzige Message: Es ging um den Zustand der Menschheit. Aber "Terminator 3" zeigt nicht den geringsten Respekt vor dem menschlichen Leben."
Da kann man eigentlich nur zustimmen: Auch wenn Arnie die Gegner reihenweise ummähte, in Wirklichkeit waren die ersten beiden Filme echte Kunstwerke mit einer epischen Bilderwelt voller lyrischer Momente, nachdenklicher Bilder und feinfühliger Charaktere. Auch Dialoge wie "Hasta la vista, Baby" - "Arrgh! Bummm! Röchel!" sind Musterbeispiele tiefsinniger zwischenmenschlicher Kommunikation.
Eine Erklärung für die Misere um "T3" hat Hamilton auch: "Sie haben das Drehbuch so umgeschrieben, dass meine Figur nicht mehr vorkommt", sagt sie schmollend, obwohl die Entscheidung im vielzitierten "beiderseitigen Einvernehmen" erfolgte.
Dafür gibt's zwei mögliche Gründe: Erstens ist Linda inzwischen von Terminator-Regisseur James Cameron, den sie 1997 geheiratet hatte, geschieden. Möglicherweise wäre ein weiterer Terminator-Dreh mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden - auch Cameron ist nicht in "T3" involviert.
Der wahrscheinlichere Grund ist aber schlichtweg der, dass Linda nach dem noch halbwegs erfolgreichen "Dante's Peak" von 1996 (immerhin mit Pierce Brosnan) einen Flop nach dem anderen geliefert hat: Von ihren letzten fünf Filmen schaffte es kein einziger in die deutschen Kinos. Bei Titeln wie "Skeletons in the Closet" (frei übersetzt: "Leichen im Keller") oder "The Secret Life of Girls" ("Das geheime Leben von Mädchen") verwundert das allerdings kaum.
Das mit dem "I'll be back" kann Linda also abhaken.
Amerikanischer Schauspieler. Charakterdarsteller von Rang, mit einer Ausbildung als Sänger und Tänzer, kam Treat Williams von der Bühne zum...
AAn der Seite von Arnold Schwarzenegger und unter der Regie von James Cameron revolutionierte sie 1984 und 1991 das Science-Fiction-Genre....
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.