Beeindruckendes Drama über einen jungen Mexikaner, der einem Mädchen Unschuld und vielleicht Leben rettet und damit auf die Abschussliste seiner eigenen Gang gerät. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto10/10100349/b150x150.jpg Sin Nombre

Filmdetails

Sin Nombre

Beeindruckendes Drama über einen jungen Mexikaner, der einem Mädchen Unschuld und vielleicht Leben rettet und damit auf die Abschussliste seiner eigenen Gang gerät.


Sin Nombre
Start: 29.04.2010

Drama / Kriminalfilm

Mexiko/USA 2009
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Paulina Gaitan
Edgar Flores
Kristian Ferrer

Regie: Cary Fukunaga
Verleih: Prokino (Fox)

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Inhalt

Seiner Gang, einer lokalen Clika der berüchtigten Mara Salvatrucha, ist der 18-jährige Mexikaner El Casper treu ergeben. Doch der Tod seiner großen Liebe, für den er Gangleader Lil' Mago verantwortlich macht, verändert alles. Bei einem Überfall auf einen Zug mit Flüchtlingen aus Mittelamerika rettet er kurz entschlossen das junge Mädchen Sayra aus Honduras, muss dafür aber seinen Anführer töten. Aus Dank und Zuneigung schließt sich Sayra El Casper an, doch die Mara folgt den Spuren der Flüchtenden mit blutiger Konsequenz.


Kritik

Sin Nombre

Das Regiedebüt des Amerikaners Cary Joji Fukunaga ist ein Glücksgriff, eine überzeugende Mischung aus Gangdrama, Lovestory und Roadmovie.

Seit der Uraufführung beim Sundance Film Festival ist "Sin Nombre" durch internationale Festivals getourt. Dass der Film hierzulande nicht unter dem Laser Premiere feiert, ist trotzdem keineswegs selbstverständlich, aber eine Chance für Kinofans, ihren Akku wiederaufzuladen.

Denn "Sin Nombre" zeigt, wie auch ein Erstlingsfilm aussehen kann: handwerklich souverän, formatiert in Cinemascope, unsentimental und hart, aber doch voller Menschlichkeit. Fukunagas geradliniges Drehbuch beginnt in Mexiko, mit dem brutalen Aufnahmeritual des zwölfjährigen Smiley in die lokale Dependance der Mara Salvatrucha, der größten und gefährlichsten Gang der Welt. Hauptfigur aber wird Smileys älterer Freund El Casper (Edgar Flores) werden, denn er leistet sich in dieser Welt der Gnadenlosigkeit Gefühle, verheimlicht Gangleader Lil' Mago, dass er ein Mädchen mehr noch als die Mara liebt. Ein Unfall, verursacht durch einen Schlag Lil' Magos, tötet das Mädchen kurz vor der Vergewaltigung, bringt El Caspers Welt zum Einsturz. "Du findest eine andere", resümiert der Anführer lapidar und setzt seine These beim Überfall auf einen Zug mit Flüchtlingen aus Mittel- und Südamerika selbst in die Tat um. Doch dieses Mal schreitet El Casper ein, tötet den Gangleader, bevor dieser die junge Honduranerin Sayra (Paulina Gaitlan, das entführte Mädchen in "Trade - Willkommen in Amerika") missbrauchen kann. Der Beginn einer überraschenden Zuneigung, für die der Film keinen Namen finden muss. Aber auch der Anfang vom Ende El Caspers, nach dem jetzt der lange Arm der Mara greift. Ohne große Worte etabliert Fukunaga Kodex und Zusammenhalt der Mara, aber auch die Ausnahmestellung des Protagonisten, der seinen Wert im Schutz für eine völlig Fremde erkennen lernt.

Kitschfrei ist diese Beziehung entwickelt, in ein authentisches Umfeld eingebettet, in denen die Flüchtlinge vom amerikanischen Paradies träumen, in denen gerade aber die Gangs, die sie hier terrorisieren, ihre Wurzeln haben. Die Mara, die unlängst durch die Ermordung des Filmemachers Christian Poveda ("Mi Vida Loca") Schlagzeilen machte, und längst auch über Dokus hinaus Plotzugang in den US-Serienmainstream ("Nip/Tuck") gefunden hat, wirft einen furchterregend realistischen Schatten über diese nie belehrende oder exzessiv gewalttätige, stets der Unterhaltung verpflichtete Reise durch unterschiedliche Gefühlswelten, durch Verrat, Vertrauen und die Armenhäuser Mittelamerikas. Eine stark bebilderte, auf Zugdächern erlebte Reise mit ungewöhnlichen Perspektiven und klugen Einstellungen (die aus der Unschärfe im Rücken El Caspers hervortretende Sayra), mit der sich Fukunaga dem Titel zum Trotz auf Anhieb einen Namen gemacht hat. kob.

Sin Nombre

Darsteller:  Paulina Gaitan   als Sayra
  Edgar Flores   als Willy/El Casper
  Kristian Ferrer   als El Smiley
  Tenoch Huerta   als Lil' Mago
  Diana Garcia   als Martha Marlene
  Luis Fernando Pena   als El Sol
 
Regie:  Cary Fukunaga  
Drehbuch:  Cary Fukunaga  
Produzent:  Amy J. Kaufman  
Ausf. Produzent:  Gerardo Barrera  
  Pablo Cruz  
  Diego Luna  
  Gael García Bernal  
Kamera:  Adriano Goldman  
Schnitt:  Craig McKay  
  Luis Carballar  
Musik:  Marcelo Zarvos  
Produktionsdesign:  Claudio Contreras  
Kostüme:  Leticia Palacios  

Die Lieblingsfilme der Redaktion 2010

Die Redaktion hegt einen bösen Verdacht...

Großansicht Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Inception" (Foto: Warner)

Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Inception" (Foto: Warner)

Bestimmt hat uns Christopher Nolan eine "Inception" verpasst, damit wir sein SciFi-Meisterwerk an die Spitze unserer kino.de-internen Jahrescharts befördern. Besonders anfällig war dafür Kollege Alex Jodl, der das Hirnexperiment mit einem groß aufspielenden Leonardo DiCaprio auf seiner Liste sogar ganz oben führt. Alle anderen sahen "Inception" zwar eher im Mittelfeld, aber es ist der einzige Film, den ausnahmslos alle Redakteure in ihre Top Ten nahmen.

Das zeigt, wie vielseitig das Kinojahr 2010 war: Ob George Clooney über den Wolken und vor allem darunter den Sinn des Lebens haschte, Sam Rockwell auf dem Mond einer grausigen Selbtserkenntnis gewahr wurde, Harry Potter sich poetisch dem finalen Kampf gegen Voldemort entgegenzeltete oder 9 Häkelhelden der Postapokalypse trotzten - jeder fand in seinem Lieblingsgenre echte Kinojuwelen. Hier die komplette Liste unserer Topfilme 2010:

REDAKTIONSFAVORITEN: DIE BESTEN KINOFILME 2010
 

Boris Sunjic<br />Redaktionsleiter kino.de

Boris Sunjic
Redaktionsleiter kino.de

Matthias Ott<br />Redaktionsleiter Publikumsmagazine

Matthias Ott
Redaktionsleiter Publikumsmagazine

Alexander Jodl<br />Redaktionsleiter video.de

Alexander Jodl
Redaktionsleiter video.de

Michaela Jacob<br />Redakteurin kino.de kompakt

Michaela Jacob
Redakteurin kino.de kompakt

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