Packendes, kämpferisches Epos über die Abenteuer des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrer im Tibet der vierziger Jahre. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz39/z0239323/b150x150.jpg Sieben Jahre in Tibet

Filmdetails

Sieben Jahre in Tibet

Packendes, kämpferisches Epos über die Abenteuer des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrer im Tibet der vierziger Jahre.


Sieben Jahre in Tibet
Start: 13.11.1997

Originaltitel: Seven Years in Tibet

Drama / Abenteuer

USA 1997
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Brad Pitt
David Thewlis
B.D. Wong

Regie: Jean-Jacques Annaud
Verleih: Constantin

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Während einer Himalaja-Expedition gerät der österreichische Bergsteiger Heinrich Harrer 1939 in die Wirren des Zweiten Weltkriegs und in Gefangenschaft. Zusammen mit einem Landsmann gelingt ihm die Flucht nach Tibet. Während dort der Schatten des übermächtigen Nachbarn China kriegerisch droht, findet Harrer in der Freundschaft mit dem jungen Dalai Lama seinen Frieden.


Kritik

Sieben Jahre in Tibet

Der Umschlag ist episch, die Botschaft eher intim: der neue Film Jean-Jacques Annauds, eines Garanten für thematisch variables, optisch opulentes Kino ("Der Name der Rose", "Der Liebhaber"), erzählt von der Läuterung eines Egozentrikers vor dem Hintergrund der chinesischen Usurpation Tibets. Die abenteuerlichen, etwas märchenhaften Erlebnisse des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrer im Himalaja der frühen vierziger Jahre versprechen Dramatik, Exotik und Romantik und damit ausreichend Stoff für 130 Minuten Unterhaltung, die trotz eines etwas kolportagehaften Drehbuchs zu gefallen weiß.

Von den Lebenserinnerungen Harrers, die zuletzt durch die Enthüllungen über die nationalsozialistische Vergangenheit des Weltenbummlers einen politisch pikanten, für die Filmemacher eher unerwünschten Beigeschmack erhielten, ließ sich Becky Johnston ("Der Herr der Gezeiten") zu ihrem nicht immer klischeefreien, vor allem in der Zeichnung tibetischen Lebens mitunter unglaubwürdigen Drehbuch inspirieren. Ähnlich wie in Annauds "Der Liebhaber" geht es im Kern um einen Bewußtseinsprozeß, um die Erfahrung von Liebe, die sich jedoch hier, frei von jedem sexuellen Kontext, auf die Liebe zum Menschen an sich beschränkt. Derer ist Heinrich Harrer (Brad Pitt), der von Ehrgeiz und Ruhmsucht getriebene Bergsteiger, nicht fähig, als er 1939 seiner schwangeren Frau in Richtung Himalaja den Rücken kehrt. Im Laufe der Expedition erweist sich Harrer gegenüber seinem Landsmann Peter Aufschnaiter (David Thewlis) als arroganter, unzugänglicher Einzelgänger. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs macht aus den beiden Antipoden unfreiwillige Weggefährten, die nach gemeinsamer Flucht aus der Kriegsgefangenschaft in der für Ausländer tabuisierten Bergwelt Tibets ums Überleben kämpfen, bevor sie in der heiligen Stadt Lhasa ein Refugium finden. Hier nun kommt auch Annauds Film, der wegen verweigerter Drehgenehmigung vorwiegend in den Anden gedreht wurde und atmosphärisch den Boden für Martin Scorseses "Kundun" bereitet, zur Ruhe. Das Abenteuerdrama mutiert eine Zeitlang zur romantischen Komödie, als die beiden Männer wie in einer Hochgebirgs-Variation von Howard Hawks' "Der weite Himmel" um die Gunst einer einheimischen Blume (mit Bo-Derek-Zöpfchen!) buhlen. Das Auftreten der jungen Frau, Atmosphäre und gezeigtes Leben vor Ort reflektieren dabei unübersehbar die europäische Perspektive der Filmemacher: Annauds Tibet atmet den Wunsch nach westlicher Kultur, der am deutlichsten in der Figur des jungen Dalai Lama zum Ausdruck kommt. Die langjährige Freundschaft des erwachsenen Kindes zu Harrer, die dessen charakterliche Veränderung provoziert, dominiert das letzte Drittel des Films, der an dieser Stelle ohne Zurückhaltung Chinas brutale Aggressionspolitik an den Pranger stellt. Vergleichsweise sanft wird dagegen Harrers "Vergangenheit" im Dritten Reich thematisiert. Lediglich ein innerer Monolog Pitts, in der er sich von früheren Gesinnungen distanziert, trägt den Veröffentlichungen über Harrer in der Weltpresse Rechnung. Dennoch geht "7 Jahre in Tibet" mit seiner über weite Strecken unsympathisch gezeichneten Hauptfigur ein Risiko ein. Vom Zuschauer wird die fehlende Heroisierung Harrers freilich als wohltuend empfunden, womit dieser aufwendige, schön, aber nicht übermäßig spektakulär visualisierte, das Thema Freundschaft mehrfach variierende Abenteuerfilm abseits seiner realistischen politischen Resignation wenigstens im Privatbereich, in der Figur Harrers, Hoffnung und die Möglichkeit zur Katharsis anbietet. kob.

Sieben Jahre in Tibet

Darsteller:  Brad Pitt   als Heinrich Harrer
  David Thewlis   als Peter Aufschnaiter
  B.D. Wong   als Ngawang Jigme
  Mako   als Kungo Tsarong
  Danny Denzongpa   als Herrscher von Tibet
  Victor Wong   als Pema Lhaki
  Ingeborga Dapkunaite   als Ingrid Harrer
  Jamyang Jamtsho Wangchuk   als Dalai Lama, 13 Jahre
  Lhakpa Tsamchoe   als Pema Lhaki
  Jetsun Pema   als Großmutter
  Ama Ashe Dongtse   als Tashi
  Sonam Wangchuk   als Dalai Lama, 8 Jahre
  Tsering Dorjee   als Dalai Lama, 4 Jahre
  Ric Young   als General Chang Jing Wu
  Ngawang Chojor   als Lord Chamberlain
  Duncan Fraser   als Britischer Offizier
  Benedick Blythe   als Nazi-Beamter
 
Regie:  Jean-Jacques Annaud  
Drehbuch:  Becky Johnston  
Produzent:  Jean-Jacques Annaud  
  John H. Williams  
  Iain Smith  
Koproduzent:  Alisa Tager  
Ausf. Produzent:  Richard N. Goodwin  
  Michael Besman  
  David Nichols  
Buchvorlage:  Heinrich Harrer  
Kamera:  Robert Fraisse  
Schnitt:  Noëlle Boisson  
Musik:  John Williams  
Produktionsdesign:  At Hoang  
Kostüme:  Enrico Sabbatini  
Ton:  Ken Weston  
  Dean Humphreys  
  Tim Cavagin  
  Mark Lafbery  

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