Paul Giamatti
Thomas Haden Church
Virginia Madsen
Regie: Alexander Payne
Verleih: Fox
Die Kumpels Miles (Paul Giamatti) und Jack (Thomas Haden Church) könnten gegensätzlicher kaum sein. Der eine ist ein sauertöpfischer, erfolgloser Schriftsteller mit Scheidungstrauma und beinahe neurotischem Hang zu edlen Rebentropfen. Dafür ist der andere ein abenteuerlustiger Luftikus, der jedem Rock hinterher steigt und nun noch einmal mächtig einen drauf machen möchte, bevor der Hafen der Ehe mit seinen Zwängen auf ihn wartet. Deshalb durchqueren beide gemeinsam Kaliforniens Weinland nördlich von Santa Barbara und machen auf der ereignisreichen Tour manch heilsame Erfahrung.
Virginia Madsen stiehlt den Jungs als Kellnerin mit dem Herzen am rechten Fleck die Show in der neuen poetischen Charakterkomödie von Fachmann Alexander Payne ("About Schmidt").
Schon jetzt ein Klassiker der Hollywood-Komödie: "Sideways" begeistert mit intelligentem Witz und ehrlichem Gefühl. Ein Film zum immer wieder Sehen.
Um es gleich vorweg zu sagen: "Sideways" ist die beste amerikanische Komödie der letzten Jahre. Wie ein hervorragender Wein weckt sie Gefühle puren Glücks im Moment des Genießens und verzaubert noch Tage danach.
Passenderweise dreht sich die Geschichte um Weintrinker. Zwei Freunde aus Collegezeiten (Paul Giamatti und Thomas Haden Church) wollen eine Woche lang das kalifornische Winzerland unsicher machen, bevor der eine von beiden, ein verkrachter TV-Star, seine Hochzeit feiert. Aus dieser scheinbar simplen Prämisse ergeben sich wilde Verwicklungen, brüllend komisch und zugleich voll anrührender Einblicke in das Chaos von Leben und Liebe.
Dass "Sideways" mehr Witz und Weisheit bieten würde als Hollywoods Standardkomödien, war zu erwarten. Filmemacher Alexander Payne hatte sich schon mit "Election" und "About Schmidt" als feinsinniger Beobachter menschlicher Gefühlsverwirrungen gezeigt. Mit "Sideways" erweist er sich endgültig als wahrer Nachfolger von Komödien-Meistern wie Billy Wilder.
Wer diese Bewertung für zu euphorisch hält, der sei an die US-Presse verwiesen: "Der beste Film des Jahres" meint Time, "Wundervoll" jubelt Variety. Und die Kritikerin von "Entertainment Weekly" war "berauscht, belebt und begeistert". Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
| Darsteller: | Paul Giamatti | als Miles Raymond | |
|---|---|---|---|
| Thomas Haden Church | als Jack Lopate | ||
| Virginia Madsen | als Maya | ||
| Sandra Oh | als Stephanie | ||
| Marylouise Burke | als Miles Mutter | ||
| Jessica Hecht | als Victoria | ||
| Missy Doty | als Cammie | ||
| M. C. Gainey | als Cammis Ehemann | ||
| Alysia Reiner | als Christine Erganian | ||
| Shake Tukhmanyan | als Mrs. Erganian | ||
| Duke Moosekian | als Mike Erganian | ||
| Robert Covarrubias | als Hausverwalter | ||
| Patrick Gallagher | als Bartender Gary | ||
| Stephanie Faracy | als Stephanies Mutter | ||
| Joe Marinelli | |||
| Regie: | Alexander Payne | ||
| Drehbuch: | Alexander Payne | ||
| Jim Taylor | |||
| Produzent: | Michael London | ||
| Koproduzent: | George Parra | ||
| Ausf. Produzent: | Jay Cohen | ||
| Claudia Lewis | |||
| Buchvorlage: | Rex Pickett | ||
| Kamera: | Phedon Papamichael | ||
| Schnitt: | Kevin Tent | ||
| Musik: | Rolfe Kent | ||
| Produktionsdesign: | Jane Ann Stewart | ||
| T.K. Kirkpatrick | |||
| Kostüme: | Wendy Chuck | ||
| Ton: | José Antonio García | ||
| Casting: | John Jackson | ||
Noch knapp drei Wochen, dann hat das Wettrennen um die diesjährigen Oscars ein Ende. Bis es soweit ist, werden fleißig andere Preise verteilt. Am Wochenende hat die "Screen Actors Guild" ihre Entscheidung getroffen.
Hilary Swank, die bereits 1999 einen Oscar für ihre Leistung in "Boys don't cry" erhalten hat, wurde für ihren aktuellen Part in "Million Dollar Baby" ausgezeichnet. Bei der Übergabe war sie voller Lob für ihren Regisseur und Co-Star Clint Eastwood: "Ich verneige mich vor dir", schloss sie ihre Dankesrede.
Auch Jamie Foxx, der den "Screen Actors Guild Award" für seine Darstellung in "Ray" gewann, bedankte sich überschwänglich, allerdings bei einem jüngst Verstorbenen. Seine Worte richteten sich an Ray Charles, dessen komplexer und ausschweifender Lebensstil es überhaupt erst ermöglicht habe, ein Biopic wie "Ray" zu verwirklichen.
Für die besten Nebenrollen wurden Cate Blanchett und Morgan Freeman ausgezeichnet. Mit Freeman wurde der zweite Darsteller aus dem Ensemble von "Million Dollar Baby" geehrt, Blanchett erhielt den Preis für die authentische Verkörperung von Filmlegende Katharine Hepburn in Martin Scorseses "Aviator".
Der Award für das beste Filmensemble wurde an "Sideways" verliehen. Damit steigen auch die Chancen, dass Alexander Paynes Independentmovie den Oscar für den besten Film abräumen könnte. In der Kategorie Beste Komödie erhielt "Sideways" bereits den Golden Globe. Dem Art-House-Film stellt sich nach wie vor das Mammutwerk "Aviator" entgegen. Das millionenschwere Epos wurde bei den Globes zum Besten Drama gekürt.
Auch Hilary Swank hat für die Rolle der Boxerin Maggie Fitzgerald bereits einen Golden Globe mit nach Hause genommen. Geht es nach diesen Oscar-Indikatoren, so ist Leonardo DiCaprio in seiner Rolle als Howard Hughes der größte Konkurrent für Jamie Foxx. Es bleibt also spannend.
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