Effektive Neuinterpretation der Figur von Arthur Conan Doyle als tatkräftiger Actionheld, der es mit einem Bösewicht zu tun bekommt, für den der Tod erst der Anfang ist. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto51/09510198/b150x150.jpg Sherlock Holmes

Filmdetails

Sherlock Holmes

Effektive Neuinterpretation der Figur von Arthur Conan Doyle als tatkräftiger Actionheld, der es mit einem Bösewicht zu tun bekommt, für den der Tod erst der Anfang ist.


Sherlock Holmes
Start: 28.01.2010

Action / Kriminalfilm

USA 2009
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Robert Downey Jr.
Jude Law
Rachel McAdams

Regie: Guy Ritchie
Verleih: Warner

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
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Temperatur

lau

Inhalt

Mit gewohnter Finesse gelingt es Sherlock Holmes und Dr. Watson, den mysteriösen Lord Blackwood zur Strecke zu bringen, bevor er in einer schwarzen Messe eine Jungfrau opfern kann. Vor seiner Hinrichtung kündigt Blackwood an, er werde von den Toten auferstehen. Tatsächlich geschehen merkwürdige Dinge im Umfeld Blackwoods, sodass Holmes sich nicht länger um die Aussicht auf Trennung von Watson aufgrund dessen bevorstehender Heirat sorgen kann. Als mit Irene Adler auch noch die raffinierte Betrügerin auftaucht, die ihm einst das Herz brach, ist der ganze Detektiv gefordert.


Kritik

Sherlock Holmes

Robert Downey Jr. absolviert den Sprung vom Superhelden ("Iron Man") zum Superhirn mühelos, mit cooler Finesse und originellen Marotten, in Guy Ritchies modern angestrichenen Macho-Makeover des Literaturklassikers von Arthur Conan Doyle.

Das Entstauben - in Neu-Filmisch: Reload - des ehrwürdigen Meisterdetektivs gelang Ritchie für sein erstes großes Hollywood-Mainstream-Projekt komplett, ohne dass sein patentierter, auf Hochglanz und maximale visuelle Wirkung polierter Stil, wie man es aus "Bube, Dame, König, grAs" oder "Snatch - Schweine und Diamanten" kennt, besonders hätte leiden müssen. So ist die Ära zwar eine andere, und die gewohnten Gewaltexplosionen fallen aufgrund einer jugendfreundlichen Altersfreigabe etwas moderater aus, doch Ritchies knallig-kurioses Londoner Gangster-Punk-Flair ist dennoch unverkennbar. Mit farbentsättigten Bildern, die im Rechts-Links-Schnellschnitt-Verfahren aufgemotzt werden, schickt der ehemalige Mister Madonna, offenbar befreit von der Fußfessel des ewigen im Schatten der berühmteren Madame Stehens befreit, ein ebenso temporeiches wie testosteronhaltiges Actionabenteuer in den Ring. Bisweilen buchstäblich. Nach einem Drehbuch von Anthony Peckham (Clint Eastwoods "Invictus"), Simon Kinberg ("Mr. & Mrs. Smith") und Michael Robert Johnson haben Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes samt getreuem Sidekick Dr. Watson (der in Gestalt von Jude Law eine im Vergleich zu früheren Leinwandinkarnationen der zumeist beleibten Figur eine unverkennbare Schönheitsspritze verpasst bekommen hat) einen komplizierten Fall zu lösen, der mehrere Morde, schwarze Magie, eine geheimnisvolle Bruderschaft, mysteriöse wissenschaftliche Errungenschaften und einen möglichen Terroranschlag auf das britische Parlament involviert.

Den spektakulären Auftakt bildet eine dem Rest des Films angemessene, Martial-Arts-angereicherte Auseinandersetzung, bei der Holmes und Watson ein Menschenopfer bei einer schwarzen Messe vereiteln. Dies führt zur Verhaftung und späteren Hinrichtung von Lord Blackwood (Mark Strong aus "RocknRolla" stark als Bösewicht mit unverkennbarem Herrenmenschen-Touch). Doch wie er Holmes zuvor ankündigte, steht der verwegene Okkultist von den Toten wieder auf und begeht weitere trickreiche und scheinbar magische Morde. Eine zusätzliche Komplikation ergibt sich, als Irene Adler (Rachel McAdams aus "Die Frau des Zeitreisenden"), eine ausgefuchste Kriminelle und alte Flamme Holmes, im Auftrag eines schleierhaften Unbekannten ebenfalls auf den Plan tritt. Doch ein verstandesbegabtes Genie wie Holmes behält den Durchblick, selbst wenn es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint.

Die Spur führt durch die besten Häuser, vorrangig aber die verdreckte Unterwelt des industriellen London Ende des 19. Jahrhunderts, das mit fabelhaften Setdesigns zum Leben erweckt wurde. Auch die Kostüme tragen hervorragend dazu bei, bei allem Bemühen um zeitgemäße Unterhaltung die damalige Epoche heraufzubeschwören. Der eindringliche Score von Hans Zimmer bietet die passende Klanguntermalung für das kurzweilige Krimiabenteuer, bei dem sich solide Spannung und aufwändige Action die Waage halten. Als größter Pluspunkt erweist sich jedoch Downey Jr., der die Titelrolle des exzentrischen Superdetektivs facettenreich zu realisieren versteht - er ist tatsächlich ein Holmes, wie man ihn so noch nie zuvor auf der Leinwand gesehen hat. Zudem verbindet ihn mit Law eine ausgezeichnete Buddy-Chemie, worauf auch eine gute Portion des Humors beruht - man merkt, dass es sich um eine Produktion von Joel Silver handelt, der in diesem Bereich vor mehr als 20 Jahren mit "Lethal Weapon" unschätzbare Basisarbeit geleistet hat, die sich auch jetzt wieder auszahlt. Es bedarf nicht des scharfen Verstands eines Sherlock Holmes, um zu wissen, dass eine neue Blockbuster-Franchise garantiert ist. Ara.

Sherlock Holmes

Darsteller:  Robert Downey Jr.   als Sherlock Holmes
  Jude Law   als Dr. John Watson
  Rachel McAdams   als Irene Adler
  Mark Strong   als Lord Blackwood
  Eddie Marsan   als Inspector Lestrade
  Robert Maillet   als Dredger
  Geraldine James   als Mrs. Hudson
  Kelly Reilly   als Mary Morstan
  William Houston   als Constable Clark
  Hans Matheson   als Lord Coward
  James Fox   als Sir Thomas Rotheram
  William Hope   als Ambassador Standish
  Clive Russell   als Captain Tanner
  Oran Gurel   als Reordan
  David Garrick   als McMurdo
  Kylie Hutchinson   als Maid
  Andrew Brooke  
 
Regie:  Guy Ritchie  
Drehbuch:  Guy Ritchie  
  Mike Johnson  
  Anthony Peckham  
Produzent:  Lionel Wigram  
  Joel Silver  
  Dan Lin  
  Susan Downey  
Koproduzent:  Steve Clark-Hall  
Ausf. Produzent:  Michael Tadross  
  Bruce Berman  
Buchvorlage:  Sir Arthur Conan Doyle  
Kamera:  Philippe Rousselot  
Schnitt:  James Herbert  
Musik:  Hans Zimmer  
Produktionsdesign:  Sarah Greenwood  
Kostüme:  Jenny Beavan  
Casting:  Reg Poerscout-Edgerton  

Robert Downey Jr. sollte Superman-Gegner werden

Was wäre, wenn ...

Großansicht Schaffte sein Comeback auch ohne Supermans Hilfe: Robert Downey Jr. (Foto: Kurt Krieger)

Schaffte sein Comeback auch ohne Supermans Hilfe: Robert Downey Jr. (Foto: Kurt Krieger)

Ab Anfang März hetzt Filmmacher McG in der Action-Komödie "Das gibt Ärger" Chris Pine, Tom Hardy, Reese Witherspoon und Til Schweiger über die Leinwände deutscher Kinos. Und für Action ist der Regissseur bekannt, zeichnete er sich doch unter anderem auch für die explosiven Filme "3 Engel für Charlie" und "Terminator - Die Erlösung" verantwortlich.

Doch der vermutlich bombastischste aller McG-Filme erblickte niemals das Licht der Kinosäle. Denn vor rund acht Jahren sollte der Regisseur eine radikale Neuinterpretation des Superman-Mythos drehen und den angestaubten Helden so effektvoll ins 21. Jahrhundert führen. Das Drehbuch mit dem Arbeitstitel "Flyby" schrieb niemand Geringeres als J.J. Abrams.

Wie McG erst jetzt in einem Interview verriet, wäre "Sherlock Holmes" Robert Downey Jr. seine erste Wahl für die Rolle als Supermans Erzfeind Lex Luthor gewesen. Für den damals nach zahlreichen Entziehungstherapien in der Versenkung verschwundenen Star eine Riesenchance auf ein Comeback.

Wenn Superman an Flugangst scheitert

Doch alles kam anders und McGs "Flyby" hob niemals wirklich ab. Ironischerweise scheiterte der Film um den fliegenden Superhelden ausgerechnet an der Flugangst des Regisseurs: Um Kosten zu sparen, wollte das Studio Warner das Mega-Projekt in Australien statt in Amerika drehen. Für den Flugzeug-Phobiker McG ein unüberwindbares Hindernis. Der Film befand sich in einer Sackgasse und Warner engagierte stattdessen Bryan Singer, der mit "Superman Returns" lieber eine lose Fortsetzung von "Superman II - Allein gegen alle" drehte.

Einige Jahre später können aber vermutlich alle Beteiligten mit einiger Gelassenheit auf "Flyby" zurückblicken. Superman wird ab 2013 unter Zack Snyders Regie in einem richtigen Neustart durch die Kinos fliegen. Dargestellt wird der "Mann aus Stahl" dann von Henry Cavill, der laut McG schon damals ein Favorit für die Titelrolle war. Downey Jr. ist zwar nicht der Gegner des Stählernen, dafür aber als "Iron Man" selber ein Superheld - und einer der Topstars der Traumfabrik. Abrams hat mittlerweile einen anderen Mythos fit für das 21. Jahrhundert gemacht und geht mit "Star Trek 2" gerade in die zweite Runde.

Und McG kann sich damit trösten, dass er nicht der einzige verhinderte Superman-Regisseur ist: Auch Tim Burton und Wolfgang Petersen arbeiteten schon an Superman-Projekten, die niemals realisiert wurden.

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