Sara Paxton
Dustin Milligan
Chris Carmack
Regie: David R. Ellis
Verleih: Universum (Walt Disney)
Es soll ein ganz besonderes Wochenende voller feucht-fröhlichem Spaß werden: Sara lädt ihre Freunde ins Ferienhaus ihrer Eltern ein, das auf einer Insel in einem See in Louisiana liegt. Gleich nach der Ankunft wirft sich die Gruppe in ihre Badesachen, lässt die Korken knallen, fährt Wasserski und flirtet wild drauflos. Doch mit dem Spaß ist es bald vorbei, als sich herausstellt, dass sich in den Gewässern ein mordlustiger Hai aufhält und sich einen nach dem anderen schnappt.

Bei David R. Ellis werden die Badeferien im Bayou Louisianas zum knallharten Flossenhorror, bei dem "Deliverance"- und "Hostel"-Anleihen die Haiattacken flankieren.
David R. Ellis ("Final Destination 2 + 4"), Hollywoods Ausrichter wilder B-Camp-Horror-Partys, hat ein Faible für bestechende Konzepte: Was ist besser als ein Hai im Meer? Viele Haie im Bayou! So wird aus "Snakes on a Plane" ein Plot à la "Haie im See". Im Vergleich mit dem irrwitzigen Blutbad von Alexandre Ajas "Piranha 3D" fällt das erwartete Schlachtfest wegen eines jugendfreien PG-13-Ratings jedoch buchstäblich ins Wasser. Expliziter Sex und Gewalt bleiben ein Versprechen, aber Schauwerte tummeln sich dennoch genug: Ellis setzt seine Schwerpunkte auf knappe Bademode, explosive und blutige 3D-Effekte und den Thrill eines perfiden Racheplans, den sich auch "Hostel"-Inhaber Eli Roth nicht niederträchtiger hätte ausdenken können.
Dessen Urheber sind zwei vollwertige Hillbillys, wie sie seit "Deliverance" nur im tiefsten Inzest-Süden wachsen. Ihr primäres Ziel ist Sara, die für frühere Sünden büßen soll. Ihre Kommilitonen, die sie zu den Badeferien auf der elterlichen Insel inmitten einer weitläufigen Seenplatte eingeladen hat, sind nur auf den ersten Blick Kollateralschäden. Ist das erste Drittel noch von Drinks, Flirts und Fun geprägt, lässt der erste Haiangriff einen einarmigen Schwerverletzten und geschockte Sommerfrischler zurück. Einzige Rettung sind nun ausgerechnet die gut gerüsteten Hinterwäldler, aber die haben anderes im Sinne, denn sie sind Teil einer Snuff-Industrie, die Ahnungslose an Haie verfüttert und ihre mitgefilmten Tode gewinnbringend verscherbelt. Damit hält die Folterhorror-Mentalität in das "Jaws"-Territorium Einzug, was trotz Vermeidung allzu drastischer Szenen hinreichend menschenverachtend bleibt.
Flogen bei James Cameron einst die Piranhas, sind es nun erkennbar computeranimierte Haie, die mit enormer Sprungkraft verblüffen. Auch andere physikalische Gesetze scheinen auf wundersame Weise aufgehoben, was den Unterhaltungswert steigert. Ebenso wie die Popcorn-Mentalität der Regie, die das nicht sonderlich gescheite Septett Akteure aus der dritten Reihe (darunter Joel David Moore aus "Avatar" und "American Idol"-Absolventin Katharine McPhee) als Fischfutter in ein saloppen Bodycount schickt. Dennoch ist weniger die Natur grausam, denn der Mensch - dadurch ergibt sich eine ungewohnte Mischung aus bewährtem Tierhorrormustern und grimmigen Sadistenschrecken jüngster Provenienz.
tk.
| Darsteller: | Sara Paxton | als Sara | |
|---|---|---|---|
| Dustin Milligan | als Nick LaDuca | ||
| Chris Carmack | als Dennis Cream | ||
| Katharine McPhee | als Beth | ||
| Chris Zylka | als Blake | ||
| Alyssa Diaz | als Maya | ||
| Joel Moore | als Gordon | ||
| Sinqua Walls | als Malik Henry | ||
| Donal Logue | als Sheriff Greg Sabin | ||
| Joshua Leonhard | als Red | ||
| Jimmy Lee jr. | als Carl | ||
| Regie: | David R. Ellis | ||
| Drehbuch: | Will Hayes | ||
| Jesse Studenberg | |||
| Produzent: | Chris Briggs | ||
| Mike Fleiss | |||
| Lynette Howell | |||
| Koproduzent: | Tawny Ellis Lehman | ||
| Ausf. Produzent: | Douglas Curtis | ||
| Kamera: | Gary Capo | ||
| Schnitt: | Dennis Virkler | ||
| Musik: | Graeme Revell | ||
| Produktionsdesign: | Jaymes Hinkle | ||
| Kostüme: | Magali Guidasci | ||
Social Marketing von der Casting-Couch!
Jonah Hill und Sara Paxton posieren auf Twitter als "Ghostbusters" (Foto: Jonah Hill, Sara Paxton)
Inzwischen vermelden die Filmriesen der Traumfabrik neue Besetzungs-Coups für ihre Blockbuster nicht mehr über die gängigen Branchen-Publikationen wie Variety oder Hollywood-Reporter. Stattdessen lassen sie die Filmstars selbst ihre heißen neuen Rollen unters Volk bringen - via Facebook, Twitter und Co.
Aktuelles Beispiel: der dritte "Ghostbusters"-Film, in dem offenbar Klamauk-König Jonah Hill ("Superbad", "Männertrip"), "Gossip Girl" Kristen Bell und B-Movie-Blondchen Sara Paxton ("Shark Night 3D") dabei sind.
Denn das Trio postete auf Twitter jeweils Fotos von sich vor dem legendären weißen 1959er Cadillac Miller-Meteor mit dem berühmten Verbotsschild eines rot durchgestrichenen Gespensts auf den Türen. Aufgenommen wurden die Bilder vor einem schicken Hollywood-Anwesen, das bestens als Ort für einen wichtigen Casting-Termin geeignet erscheint.
Jonah Hill twitterte dazu die Frage aller Fragen aus dem "Ghostbusters"-Titelsong: "Who ya gonna call - Wen ruft Ihr dann an?". Sara Paxton schrieb "Who ya gonna call? SARA PAXTON!". Bei Kristen Bell stand zu lesen: "Leute, lasst Euch nicht davon abschrecken, dass ich mein Hintergrundbild geändert habe, auf dem ich den 'Ecto-1' fahre. Das ist kein großes Ding (heißt: es IST ein großes Ding!)"
Das Ganze passt hervorragend zu den Plänen der Macher, in "Ghostbusters 3" ein neues, junges Team von Geisterjägern einzuführen, das für weitere Filme die Originalstars Dan Aykroyd, Harold Ramis und Ernie Hudson beerben soll. Dan Aykroyd erklärte dazu:
"Meine Figur, Ray, ist auf einem Auge blind und hat ein schlimmes Knie. Er kann den Cadillac nicht mehr fahren und die Protonenpacks nicht mehr schleppen. Egon ist zu fett geworden für die Rüstung. Wir müssen also eine junge Generation Geisterjäger rekrutieren. Wir brauchen drei Kerle und eine junge Frau. Die müssen wir noch in einem Casting finden."
Nun scheinen sich die Pläne zwar hinsichtlich der Geschlechterverteilung leicht geändert zu haben. Aber das lässt sich mit leichten Anpassungen am Drehbuch locker ausgleichen.
Deutlich schwerer wiegt da ein Problem namens Bill Murray: Der beliebteste aller Geisterjäger weigert sich bisher, für das dritte übersinnliche Spektakel zuzusagen. Er habe noch nicht mal das Drehbuch gelesen, so der exzentrische Star zuletzt. Darum hat Dan Aykroyd verkündet, man werde notfalls auch ohne ihn loslegen.
Ob "Ghostbusters 3" allerdings ohne die lakonisch-coolen Sprüche von Dr. Peter Venkman an den Kinokassen für ektoplasmische Gewitter sorgen kann? Da müsste sich das Team um Regisseur Ivan Reitman aber schon ordentlich ins Zeug legen...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.