Michael Fassbender
Carey Mulligan
James Badge Dale
Regie: Steve McQueen
Verleih: Prokino (Fox)
Mittdreißiger Brandon sieht gut aus, weiß sich zu kleiden. Er ist erfolgreich im Job und bei den Frauen, lebt in einem superschicken Apartment in New York. Eine feste Beziehung hat er nicht, stattdessen lebt er seine Sexsucht aus, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Da taucht seine chaotische, labile Schwester Sissy bei ihm auf, nistet sich bei ihm ein. Sie geht ihm auf die Nerven, aber er fühlt sich auch für sie verantwortlich.

Drama über einen selbstzerstörerischen Sexsüchtigen, das nicht nur wegen der überragenden und bereits vielfach ausgezeichneten Performance seines Hauptdarstellers beeindruckt.
Regisseur Steve McQueen und Darsteller Michael Fassbender erregten bereits mit ihrer ersten Zusammenarbeit "Hunger" Aufsehen, gingen an Grenzen. Wie als IRA-Mann im Hunger- und Waschstreik zeigt Fassbender auch hier vollen Körpersatz, lässt McQueen den Zuschauer erneut weit mehr sehen als er es in konventionellen Filmen gewöhnt ist. Etwa wie die Hauptfigur ihre Sucht zu jeder Tages- und Nachtzeit, sei es zu Hause, in der Arbeit, im Designerhotel, in einschlägigen Clubs, mit und ohne Frau befriedigt - wie eine Maschine, meist ohne Gefühl, verbissen, verzweifelt. Dabei wird die Hauptfigur Brandon als Mann präsentiert, der scheinbar alles hat, Erfolg im Job und bei den Frauen sowie Geschmack. Eine Erklärung für Brandons Verhalten liefert McQueen nicht, schildert es nur freizügig, detailliert und distanziert in exquisiten Bildern (von Sean Bobbitt) aus zum Teil ungewöhnlichen Perspektiven. McQueen deutet höchstens an, eine schwierige Kindheit, vielleicht auch Geschwisterliebe. In den Szenen mit Schwester Sissy jedenfalls, die - gleichzeitig verletzlich und aufgedreht - so ganz anders ist als der um Beherrschung bemühte Brandon - und sich bei ihm gegen seinen Willen einnistet, jedenfalls strahlen Brandon und der Film die größte Emotion aus, Zärtlichkeit, auch mehr Humor. Wunderbar, zu Tränen rührend ist die Szene, in der Sissy "New York, New York" singt, wie man es noch nicht gehört und gesehen hat. Nicht nur hier brilliert Carey Mulligan, die ihren tollen Leistungen in "An Education" oder "Alles, was wir geben mussten" eine weitere hinzufügt. Überhaupt setzt McQueen mit Musik Akzente, legt etwa in seiner famosen Eingangssequenz einen hochdramatischen Klassiktitel über ein alltägliches Flirten in der U-Bahn, bei dem Brandon nur mit Blickkontakt eine junge Frau als Sexpartnerin auskundschaftet. Der Film, der u.a. in Venedig, bei den British Independent Awards und von diversen Kritikerzirkeln prämiert wurde, mag nicht jedem und in allem gefallen, kalt lässt er aber nicht. hai.
| Darsteller: | Michael Fassbender | als Brandon Sullivan | |
|---|---|---|---|
| Carey Mulligan | als Sissy | ||
| James Badge Dale | als David | ||
| Nicole Beharie | als Marianne | ||
| Lucy Walters | als Mädchen in der U-Bahn | ||
| Mari-Ange Ramirez | als Alexa | ||
| Alex Manette | als Steven | ||
| Hannah Ware | als Samantha | ||
| Regie: | Steve McQueen | ||
| Drehbuch: | Steve McQueen | ||
| Abi Morgan | |||
| Produzent: | Iain Canning | ||
| Emile Sherman | |||
| Koproduzent: | Bergen Swanson | ||
| Ausf. Produzent: | Peter Hampden | ||
| Tim Haslam | |||
| Tessa Ross | |||
| Robert Walak | |||
| Kamera: | Sean Bobbitt | ||
| Schnitt: | Joe Walker | ||
| Musik: | Harry Escott | ||
| Produktionsdesign: | Judy Becker | ||
| Kostüme: | David C. Robinson | ||
| Ton: | Ken Ishii | ||
| Casting: | Avy Kaufman | ||
Sieht ganz danach aus, als hätte Hollywood ein neues Dreamteam.
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Northrup, ein New Yorker afro-amerikanischer Abstammung, wurde im Jahr 1841 gekidnappt und als Sklave in die Südstaaten verkauft. Chiwetel Ejiofor spielt die Hauptrolle des verheirateten Geigenspielers, der zwölf Jahre unter unmenschlichen Bedingungen auf Baumwollplantagen arbeiten musste und erst durch ein Gerichtsverfahren wieder in die Freiheit entlassen wurde. Welche Rolle Fassbender übernehmen wird, ist momentan noch ungeklärt. Produziert wird der Film von Brad Pitt und dessen Firma Plan B Entertainment.
Ebenso wie "Hunger" und "Shame" ist "12 Years a Slave" alles andere als leichte Kost. Die Schilderungen in Northrups 1853 veröffentlichter Autobiografie sind drastisch und brutal. Und so engagiert wie Fassbender und McQueen ihre bisherigen Projekte angegangen sind, dürfte auch dieser Film dem Zuschauer ordentlich unter die Haut gehen.
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