John Malkovich
Willem Dafoe
Cary Elwes
Regie: Elias Merhige
Verleih: Fox
Kleinere Probleme begleiten die Dreharbeiten zum Horrorklassiker "Nosferatu", denn außer Regisseur F.W. Murnau weiß niemand, dass Filmvampir Max Schreck auch im richtigen Leben Menschen zur Ader lässt. Obwohl schnell Opfer zu beklagen sind, dreht Murnau weiter, bis sein besessener Anspruch nach Realismus mit einem Blutbad in Erfüllung geht.

"Das Ziel unseres Kampfes ist die Erschaffung von Kunst", gibt Friedrich Wilhelm Murnau, einer der innovativsten und atmosphärisch sensibelsten Regisseure der Filmgeschichte, zu Beginn der Dreharbeiten von "Nosferatu" das Credo aus, dessen Anspruch "Shadow of the Vampire", die fiktive Geschichte um die Entstehung dieses Klassikers, solidarisch mit dem Vorbild sehr wohl erfüllt. Der zweite Spielfilm von E. Elias Merhige verrät in seinem originellen Stoff und seiner liebevollen, durchdachten Visualisierung künstlerische Potenz, funktioniert aber auch als schwarze, satirisch getränkte Komödie, die über die direkt angesprochene Cineastenklientel hinaus auch den Fans der wunderbaren Hauptakteure John Malkovich und Willem Dafoe gefallen dürfte.
Berührungsängste mit dieser optisch düsteren, im Ton aber vorwiegend heiteren Blutsaugerstory, die Vampire und besessene Regisseure als artgleich outet, sind für Nicht-Cineasten unbegründet, auch wenn der Grad des Vergnügens zugegebenermaßen mit der Vertrautheit mit "Nosferatu" und der expressionistischen Blüte des deutschen Stummfilms korreliert. "Shadow of the Vampire" rekonstruiert zum einen liebevoll das kreative Milieu der Zeit mit ihren rücksichtslosen, alles für die Kunst opfernden Regisseuren (John Malkovich als verrücktes Genie, das im Unterschied zum Film als sanft und höflich galt), den selbstverliebten Theater-Diven (Catherine McCormack als Filmsnob) und den vielen Akteuren, die Darstellung als Theatralik definierten. Die brillante Prämisse von Steven Katz' Drehbuch spricht aus, was mancher Cineast schon immer vermutete, dass nämlich Murnaus Hauptdarsteller Max Schreck ein Vampir war und diesen nicht nur spielte. Merhiges, von Nicolas Cage und seiner Firma Saturn Films in Luxemburg produzierter Film nutzt humoristisch genießerisch die Konstellation, dass Murnau die wahre Identität Schrecks kennt, die ahnungslose Crew dessen Verhaltensauffälligkeiten aber als Zeichen eines bis zur Selbstaufgabe der Rolle verpflichteten Method-Actors deutet. Von mächtigem Make-up ver-Schreck-t, spielt Willem Dafoe Oscar-nominiert nicht den Terror, sondern die Komik von Figur und Situation aus, wie auch der Film insgesamt, der durchaus respektvoll Murnaus Kunst feiert, sich auch über Künstler lustig macht. Das Manische im Genie manifestiert sich schließlich in seiner extremsten Form in einem aberwitzigen Finale, in dem Schreck endlich mordend zur Kehle schreiten darf, solange er im Bild bleibt. Denn außerhalb davon, weiß Murnau, existiert nichts. kob.
| Darsteller: | John Malkovich | als Friedrich Wilhelm Murnau | |
|---|---|---|---|
| Willem Dafoe | als Max Schreck | ||
| Cary Elwes | als Fritz Wagner | ||
| John Aden Gillet | als Henrick Galeen | ||
| Eddie Izzard | als Gustav von Wangerheim | ||
| Udo Kier | als Albin Grau | ||
| Catherine McCormack | als Greta Schroeder | ||
| Ronan Vibert | als Wolfgang Müller | ||
| Regie: | Elias Merhige | ||
| Drehbuch: | Steven Katz | ||
| Produzent: | Nicolas Cage | ||
| Jeff Levine | |||
| Koproduzent: | Jimmy De Brabant | ||
| Richard Johns | |||
| Ausf. Produzent: | Paul Brooks | ||
| Kamera: | Lou Bogue | ||
| Schnitt: | Chris Wyatt | ||
| Musik: | Dan Jones | ||
| Produktionsdesign: | Assheton Gorton | ||
| Christopher Bradley | |||
| Kostüme: | Caroline de Vivaise | ||
| Ton: | Carlo Thoss | ||
Vom Schauspielstil her eher europäisch introvertiert und psychologisch differenziert seine Rollen auslotend, ist John Malkovich seit 1999...
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