Edgar ist raus. Die Kunde vom Ausbruch des Killers Edgar aus dem Gefängnis spricht sich herum wie ein Lauffeuer, und binnen kürzester Zeit erstehen fünf Menschen bei dem selben Dealer Waffen. Während einer nach dem anderen versucht, Edgar aus dem Weg zu räumen, erlebt der eine intensive Liebesbeziehung zu der Ärztin Lucy, die er als Geisel genommen hat.

Es hätte nicht des unklugen, unbedachten und unrichtigen Vorwurfs von Regisseur Matthias Glasner bedurft, der bei der Premiere im Panorama der Berlinale Journalisten für die Überfülle im Saal verantwortlich machte, daß man nach den mittelmäßigen "Mediocren" seinen Zweitling besser beurteilt. Trotz eines vorschnellen Glasners also ein bedachtes, rechtes und vorurteilsfreies Urteil für "Sexy Sadie", der von Anfang an durch sein Format (schwarz-weißes Scope, seit Woody Allens "Manhatten" das Ideal für formsüchtige postmoderne Regisseure) besticht.
Edgar ist raus (so sollte der Film ursprünglich heißen). Die Botschaft eilt durch Berlin, führt zu Waffenkäufen bei denen, die es angeht, und zu einem der gelungenen und konsequenten Running Gags der schwarzhumorigen Killerballade um einen Totgeweihten. Da Edgar (Jürgen Vogel mit der Tätowierung aus "Stille Nacht") nur eine Woche bleibt, bis der Pac-Man-Tumor sein Gehirn erreicht hat, entführt er die ihn behandelnde Ärztin (Corinna Harfouch, ein Charaktergesicht unter Typen-Faces) und zwingt sie zu einer Fahrt in seine Vergangenheit als skrupelloser Mörder-Verunstalter-Triebtäter.
Leichen pflastern Edgars coolen Weg, vom Hotelzimmer bis zum Labor, vom Daddy ohne Zunge bis zum Meistermechaniker, dem er einst die Augen-Backen-Haut ausriß (Richy Müller kann das spielen, blind mit Wumme). Vor dem geplanten Tod aber hat die seine Spritzen variationsreich setztende Ärztin noch ein paar Überraschungen bereit, die mit einem Gehirn namens Sadie zusammenhängen und am Wannsee ihr Ende finden.
Lakonisch bis zur letzten Patrone serviert Glasner irgendwo zwischen Aki Kaurismäki, Jim Jarmusch und dem Don Siegel der 60er Jahre eine Story vom Tod eines Killers, die als konsequente Versuchsanordung einige Drehbuchlücken locker füllen kann. Den philosophischen Reifegrad eines Jean-Pierre Melville erreicht Glasner nicht, denn dazu fehlt ihm die traumhafte Formvollendung des Meisters. Aber was solls: ein deutscher Film mit Stil, das ist viel. ger.
| Darsteller: | Corinna Harfouch | ||
|---|---|---|---|
| Jürgen Vogel | |||
| Thomas Heinze | |||
| Richy Müller | |||
| Andreja Schneider | |||
| Stephanie Philipp | |||
| Gerd Wameling | |||
| Sebastian Ninnig | |||
| Christoph Marti | |||
| Maria Meier | |||
| Inga Busch | |||
| Regie: | Matthias Glasner | ||
| Drehbuch: | Matthias Glasner | ||
| Produzent: | Jürgen Vogel | ||
| Matthias Glasner | |||
| Kamera: | Sonja Rom | ||
| Schnitt: | Matthias Glasner | ||
| Dirk Grau | |||
| Musik: | The Sexy Sadie Orchestra | ||
| Produktionsdesign: | Tanja Kreitschmann | ||
Ihr hellwacher Blick sticht ins Auge, weil er Neugier, Skepsis, Belustigung, Spott und gnadenlose Verachtung vermittelt, selten Hingabe...
Der Authentische. Jürgen Vogel ist der Wagemutige unter den deutschen Filmstars, einer aus dem richtigen Leben, der sich etwas traut, der die...
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