Ray Winstone
Sir Ben Kingsley
Ian McShane
Regie: Jonathan Glazer
Verleih: Senator
Ex-Safeknacker Gal (Ray Winstone) will an der Costa del Sol eigentlich nur noch seinen Ruhestand mit seiner Frau Deedee (Amanda Redman) genießen. Doch in der Londoner Heimat plant Obermotz Teddy Bass (Ian McShane) einen großen Coup. Organiseren soll den Bruch der härteste und durchgeknallteste Gangster der Welt: Don Logan (umwerfend gespielt von "Gandhi" Ben Kingsley!). Und der ist bereits auf dem Weg nach Spanien, um Gal mit allen Mitteln davon zu überzeugen, dass er noch einmal mitmischen muss.
Jonathan Glazers furiose Thrillerkomödie besticht durch exzellente Dialoge, tolle Schauspieler und eine rasante Handlung: Maximaler Kultfaktor!

Eine Bravourvorstellung von Ben Kingsley als furchterregender Cockney-Psychopath ist das Sahnehäubchen auf Jonathan Glazers fulminantem Regiedebüt, das die altbekannte Geschichte vom Gangster, der seiner Vergangenheit den Rücken zukehren will, aber zu einem letzten Job gezwungen wird, genussvoll auf den Kopf stellt und selbst dem ältesten Tough-Guy-Klischee neue Seiten abgewinnt. Angefüllt mit harten Charakterschädeln, die die Unterweltgestalten aus den Filmen Guy Ritchies wie präpubertäre Milchbubis wirken lassen, begeistert "Sexy Beast" als kompromisslos, totales Kinoerlebnis, das vor beachtlicher Selbstsicherheit und visuellen und erzählerischen Coups nur so strotzt.
Die ersten Bilder, in denen Ray Winstone, die unaufhaltsame britische Urgewalt aus "Nil By Mouth" und "The War Zone", als einstiges Einbruchsass Gary "Gal" Dove neben seinem Swimming Pool in der spanischen Sonne brät, in Großaufnahme, knallrot und benommen von der Hitze, lassen eine Komödie vermuten. Im Off stimmen die Stranglers ihre ebenso sinistre wie umstrittene Anti-Feminismus-Hymne "Peaches" an, und man weiß: Dieser Film mag Humor besitzen, aber er wird nicht hübsch werden. Dann wird Winstone in einem hochskurrilen Moment beinahe von einem Fels erschlagen, der vom Berg rollt und in seinem Pool landet: ein weiteres Vorzeichen, ein Omen, eine Ouvertüre auf das, was kommt und nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Denn Gals seit neun Jahren währende Idylle, mit seiner Frau Deedee, einer ehemaligen Pornodarstellerin, das süße Nichtstun auf der iberischen Halbinsel mit der beiseite geschafften Beute vergangener Raubzüge zu genießen, wird entscheidend gestört, als Don Logan auftaucht. Sein Auftritt ist unvergesslich: Er ist ein Mann von solch unerbittlicher Härte, dass er selbst die Gangster von Joe Pesci in Scorseses "GoodFellas" und "Casino" oder De Niros Max Cady aus "Kap der Angst" wie Warmduscher aus dem Streichelzoo wirken lässt. Wohlgemerkt: Logan wird von Ben Kingsley gespielt: Gandhi, der zerbrechliche Itzhak Stern aus "Schindlers Liste". Nur mit veränderter Körpersprache ist er auf einmal der unberechenbarste Bastard der jüngeren Filmgeschichte. So überzeugend, dass man ihm sogar abnimmt, dass ein harter Hund wie Winstone Todesangst vor ihm hat. Logan soll Gal zu einem Einbruch in die Schließfächer einer Bank abholen, für den ein nicht minder beängstigender Gangsterchef (Ian McShane als englische Antwort auf Al Pacino) die besten Männer versammeln will. Gal weigert sich. Und löst damit eine Abfolge sich stetig steigernder apokalyptischer Ereignisse aus, die ihn schließlich in Großbritannien landen lassen - allerdings aus ganz anderen Gründen, als zunächst angedeutet.
Nach dem brillanten, fiebrigen Einstand in Spanien müssten die Szenen in London eigentlich zwangsläufig abfallen, auch wenn der Bruch origineller Weise unter Wasser durchgeführt wird. Aber nach seinem atemberaubenden Duell mit Kingsley hat man diesen Gal längst liebgewonnen, dass man ihm gebannt bei seinem tragikomischen Tanz auf dem Vulkan folgt, denn nach Logan bekommt es der bedauernswerte Kerl sofort mit dem nächsten harten Burschen zu tun. Vor allem aber ist es der einfallsreichen Regie von Jonathan Glazer, davor für Videos von Blur und Radiohead verantwortlich, zu verdanken, dass "Sexy Beast" die Schärfe einer Rasierklinge hat. Mühelos bringt dieser moderne Ridley Scott verschiedene Genres und diverse Stimmungswechsel unter Kontrolle und formt daraus einen Film, dem man bis zum bitteren Ende fasziniert und angespannt folgt. ts.
| Darsteller: | Ray Winstone | als Gary "Gal" Dove | |
|---|---|---|---|
| Sir Ben Kingsley | als Don "Malky" Logan | ||
| Ian McShane | als Teddy Bass | ||
| Amanda Redman | als Deedee | ||
| Cavan Kendall | als Aitch | ||
| Julianne White | als Jackie | ||
| Alvaro Monje | als Enrique | ||
| Robert Atiko | als Andy | ||
| James Fox | als Harry | ||
| Darkie Smith | als Stan Higgins | ||
| Regie: | Jonathan Glazer | ||
| Drehbuch: | Louis Mellis | ||
| David Scinto | |||
| Produzent: | Jeremy Thomas | ||
| Koproduzent: | Denise O'Dell | ||
| Kamera: | Ivan Bird | ||
| Schnitt: | John Scott | ||
| Sam Sneade | |||
| Musik: | Roque Baños | ||
| Produktionsdesign: | Jan Houllevigue | ||
| Steve Simmonds | |||
| Kostüme: | Louise Stjernsward | ||
| Ton: | Antonio Bloch | ||
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Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Michel Faber. Regisseur Jonathan Glazer ("Sexy Beast") hat sich des futuristischen Stoffs angenommen und wird ihn für die Kinoleinwand adaptieren.
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