Der Eröffnungsfilm der "Quinzaine des Réalisateurs" in Cannes 2002 hält, was er verspricht: ein sehr komischer und witziger, zärtlicher, sanfter, nachdenklicher, mit schöner Fado-Musik (u.a. Madredeus) und vorzüglicher Fotografie aufwartender Film-im-Film über die hindernisreichen Dreharbeiten zu einem Film mit intimen Szenen, die an der Grenze zum Porno liegen. Catherine Breillat, die vor drei Jahren mit den Sexszenen von "Romance" für eine kleine Sensation gesorgt hatte, wurde inspiriert von der Flut oberflächlicher "Making of"-Begleitfilme und setzt den Abfallarbeiten der Pseudodokumentationen ein Werk entgegen, das den emotionalen und kreativen Prozess des Filmemachens intensiv beleuchtet.
Die endlich wieder in einer Hauptrolle zu sehende hervorragende Anne Parillaud ("Nikita") spielt als alter ego von Breillat die tyrannische, manipulative, unsensible und egozentrische Regisseurin Jeanne, die alles tut, um von den Schauspielern zu bekommen, was sie will, und treibt sie an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Sie hat Schwierigkeiten, weil Hauptdarsteller (Grégoire Colin, "Sade"), mit dem sie sexuell liiert ist, sich nicht mit seiner Partnerin (Roxane Mesquida) versteht, die auf strikte Trennung von Beruf und Privatleben besteht. Aber trotz Ärger mit dem Wetter, der Beleuchtung im Studio, einem Plastikpenis und den Problemen der Schauspieler mit falschen Gefühlen hat sie im Finale die gewagte Szene im Kasten.
Breillat versucht keineswegs, die Als-ob-Welt des Films zu verbergen. Aber sie besteht darauf, die Magie, die erzeugt werden soll, als Ergebnis härtester, auf Dominanz und Unterwerfung bestehender Arbeit zu sehen. Die zu drehende ungeschnittene Einstellung ist die inzwischen berühmt gewordene Entjungferungsszene aus Breillats vorletztem Film "Meine Schwester" mit der hübschen Roxane Mesquida (in Chicago 2001 als Beste Darstellerin ausgezeichnet), die ihren damaligen Part wieder übernommen hat. Sex ist hier buchstäblich eine Komödie, aber nicht für alle Beteiligten: Die Schauspieler müssen ihr Maximum geben für eine dominante Regisseurin, die abwechselnd Zuckerbrot und Peitsche gibt. Breillats Ruf, der Titel und die guten Schauspielerleistungen sollten "Sex", dem man einen deutschen Verleih dringend wünscht, fürs Arthouse-Kino machen. ger.
| Darsteller: | Anne Parillaud | als Jeanne | |
|---|---|---|---|
| Grégoire Colin | als der Schauspieler | ||
| Roxane Mesquida | als die Schauspielerin | ||
| Ashley Wanninger | als Léo | ||
| Dominique Colladant | als Willy | ||
| Bart Binnema | als Kameramann | ||
| Yves Osmu | als Toningenieur | ||
| Francis Seleck | als Produktionsleiter | ||
| Elisabete Piecho | als Scriptgirl | ||
| Diane Scapa | als Art Director | ||
| Ana Lorena | als Visagistin | ||
| Claire Monnatte | als Visagistin | ||
| Arnaldo Junior | als Vorarbeiter | ||
| Elisabete Silva | als Boom Operator | ||
| Júlia Fragata | als Garderobiere | ||
| Bruno Ramos | als Kameratechniker | ||
| Alfredo Ramalho | als Beleuchter | ||
| Rudolfo Santos | als Beleuchter | ||
| José Cascais | als Requisiteur | ||
| Regie: | Catherine Breillat | ||
| Drehbuch: | Catherine Breillat | ||
| Produzent: | Jean-François Lepetit | ||
| Kamera: | Laurent Machuel | ||
| Schnitt: | Pascale Chavance | ||
| Produktionsdesign: | Frédérique Belvaux | ||
| Kostüme: | Valérie Guegan | ||
| Ton: | Yves Osmu | ||
| Yves Leveque | |||
| Emmanuel Croset | |||
| Laure Arto | |||
| Felipe Gonçalves | |||
| Casting: | Michaël Weill | ||
| Joao Cayette | |||
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