Im mittelalterlichen China stellt sich ein junger buddhistischer Mönch die philosophisch bedeutsame Frage, ob man dem Sexualtrieb des Menschen nicht einfach ungezügelten Lauf lassen sollte. Zum Zwecke des Erfahrungsaustausches begibt er sich auf eine ausgedehnte Reise, die ihn sowohl durch die Betten der schönsten Frauen als auch an Stätten höchster physischer Gefahr führt. Seine vernachlässigte Ehefrau findet unterdessen Erfüllung als Prostituierte, wird aber von ihrem Ehemann nach dessen Rückkehr in den Selbstmord getrieben.
Hongkongs Filmindustrie, mit Actionfilmen und Komödien in deutschen Videoregalen stark vertreten, war bislang nicht unbedingt für die Häufungen von Nacktszenen berühmt. Das könnte sich bald ändern, denn in punkto Freizügigkeit hält Michael Maks schillernde Erotikrevue ohne weiteres mit den Werken von Westkollegen wie Tinto Brass oder Russ Meyer mit. Nachdem "Tokio Dekadenz" in punkto "guter" Fernosterotik das Eis gründlich gebrochen hat (11. Woche Top 60), sollte dieses kleine Meisterwerk sein Publikum ohne weiteres finden.
| Darsteller: | Amy Yip | ||
|---|---|---|---|
| Isabella Chow | |||
| Carrie Ng | |||
| Lawrence Ng | |||
| Kent Cheng | |||
| Xu Jin-Jiang | |||
| Lo Lieh | |||
| Regie: | Michael Mak | ||
| Drehbuch: | Lee Ying Kit | ||
| Produzent: | Stephen Siu | ||
Es war eine Frage der Zeit...
Angeblich der erste 3D-Porno im Kino: "Sex and Zen: Extreme Ecstasy" aus Hongkong (Foto: Chili Advertising & Promotions)
Faszinierende Aliens, spektakuläre Raumgleiterschlachten, fantastische SciFi-Pflanzen - "Avatar - Aufbruch nach Pandora" lieferte dank James Camerons neuer 3D-Technik überwältigende Kinobilder. Klar, dass auch die Macher von Erotik-Filmen bald versuchen würden, die Schauwerte ihres Genres in die dritte Dimension zu heben.
Nun hat das Pionierwerk "Sex and Zen: Extreme Ecstasy" aus Hongkong tatsächlich die Bestmarke von "Avatar" für das Einspielergebnis am Starttag übertroffen: 2,78 Millionen Hongkong-Dollar spülte der Erotik-Knaller in die Kassen, im Vergleich zu 2,5 Millionen von "Avatar".
Woran es liegt, erklärte eine Besucherin: "Ich wollte einfach mal sehen, wie 3D-Porno auf der großen Leinwand aussieht. Dabei gehe ich ansonsten gar nicht oft ins Kino. Das hier sollte man sich aber nicht entgehen lassen!"
Von daher wird "Sex and Zen" keinesfalls auch den "Avatar"-Rekord des Gesamteinspiels von geschätzt 2,8 Milliarden Dollar übertreffen: Das Interesse dürfte bald abflauen, sobald die einmalige Neugier befriedigt ist. Außerdem ist der Film natürlich nur für Erwachsene freigegeben. Über einen Kinostart in Japan und Südkorea wird dennoch schon verhandelt, auch in Europa und den USA haben sich Filmverleiher interessiert gezeigt.
"Extreme Ecstasy", die Fortsetzung des Genre-Erfolgs "Sex and Zen" von 1991, ist aber auch kein völlig hirnloses Rammelfilmchen, sondern bietet mehr Handlung als sonst üblich - er lädt das heiße Treiben sogar philosophisch-metaphysisch auf:
Im Mittelpunkt des Films steht ein eitler Gelehrter der Ming-Dynastie. Er ist der Ansicht, das kurze Leben sollte im Hier und Jetzt so genussvoll wie möglich gestaltet werden - insbesondere, was die fleischliche Lust angeht. Er verliebt sich in die Tochter eines taoistischen Mönches, für die gemäß des Glaubens ihres Vaters aber Eleganz und Würde wichtiger sind als bedingungslose Leidenschaft. Fortan ist der Gelehrte zwischen echter Zuneigung und sexueller Frustration hin- und hergerissen.
Experten erwarten indes, dass 3D in der Erotik-Branche erst dann zu einer wahren Goldgrube wird, sobald die entsprechende Heimelektronik günstiger zu haben ist. Naturgemäß werden lustvolle Filme deutlich häufiger in den eigenen vier Wänden genossen, denn in öffentlichen Kinos.
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