Originaltitel: The Proposal
USA 2009
Ryan Reynolds
Sandra Bullock
Malin Akerman
Regie: Anne Fletcher
Verleih: Walt Disney
Angst und Schrecken herrscht, wenn Margaret Tate durch die Gänge ihres Buchverlags schreitet. Ihren leidgeprüften Assistenten Andrew Paxton beneidet niemand. Als der Kanadierin Margaret die Ausweisung aus den USA droht, weil sie die Verlängerung ihres Visas verschlafen hat, sieht die Zicke keine andere Lösung, als ihre bevorstehende Hochzeit mit Andrew zu verkünden - in Anwesenheit des Ahnungslosen. Um die skeptische Einwanderungsbehörde zu überzeugen, kündigen die Verlobten an, Andrews Eltern zu besuchen. Die wohnen allerdings in Alaska mitten in der Wildnis und haben die blendende Idee, die Hochzeit sofort stattfinden zu lassen.
Sandra Bullock is back. Als knallharte Verlegerin gibt sie mit Ryan Reynolds als Verlobtem wider Willen ein tolles Überraschungspaar in dieser verrückten, romantischen und sommerleichten Komödie. Sie hart, er zart - so scheint es jedenfalls...
Sie ist Beauty und Beast in einem, die attraktive und erfolgreiche New Yorker Verlagslektorin Margaret Tate (Sandra Bullock). Wenn die von Ehrgeiz Zerfressene ins Büro kommt, weht ein Eiseshauch, ihre Angestellten quält sie genüsslich, die sollen am besten schon vorgestern alles gemacht haben, auch wenn Madame es erst heute "befiehlt". Vor allem ihr Assistent Andrew Paxton (Ryan Reynolds) leidet unter ihrer Ungeduld und beißt Tag für Tag die Zähne zusammen.
Doch dann wird die smarte Kanadierin von ihren Chefs ins Büro bestellt, sie hat die Verlängerung ihres US-Visums verpennt und muss erst einmal zurück ins Heimatland. Keine guten Karriereaussichten. Da fällt der Blick der mit allen Wassern gewaschenen Lady auf Andrew und ehe er sich's versieht, präsentiert ihn die Zicke als ihren amerikanischen Verlobten, den sie bald ehelichen will. Damit wären alle Probleme gelöst.
Der total Ahnungslose ist mehr als verdattert, aber die Kratzbürste erpresst ihn mit Aufstieg und er sagt erst einmal ja. Damit gehen die Schwierigkeiten so richtig los. Die Einwanderungsbehörde glaubt das Märchen von der großen Liebe nicht. Also fahren die beiden zu Andrews skurriler Familie nach Alaska, wo schnell große Freude herrscht über die plötzlich aufgetauchte Schwiegertochter in spe. Das Duo mimt die Lovebirds mit Küsschen hier und Küsschen da vor den anderen halbwegs glaubwürdig, aber kaum schließt sich die Schlafzimmertür, ist Trennung im Bett angesagt.
Aber nach und nach finden sich die beiden gar nicht mehr so unausstehlich, es kribbelt kräftig, auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollen. Dass nun die Hochzeit sofort in der Wildnis stattfinden soll, sorgt doch für Komplikationen - nicht nur wegen des lästigen Beamten der Einwanderungsbehörde.
Nach zweijähriger Leinwandabstinenz kehrt Sandra Bullock als Braut, die sich erst sehr spät traut, und knallharte Verlegerin auf die Leinwand zurück. Sie bezaubert nicht nur den wunderbar schüchternen und dennoch selbstbewussten Ryan Reynolds und seine liebenswerte Mischpoke (allen voran die Großmama), sondern auch das Publikum.
Der Kampf zwischen dem ungleichen Paar brilliert nur so vor Situationskomik vom Feinsten und wird mit scharfem Florett bzw. punktgenauen Dialogen in bester Screwball-Tradition ausgefochten, bis unweigerlich die Liebe ausbricht. Ein absolutes Vergnügen, bei dem pure Romantik, großes Gefühl und kritischer Verstand auf ihre Kosten kommen. Es darf gelacht werden, so richtig von Herzen. Und das tut wahnsinnig gut.
| Darsteller: | Ryan Reynolds | als Andrew Paxton | |
|---|---|---|---|
| Sandra Bullock | als Margaret Tate | ||
| Malin Akerman | als Gertrude | ||
| Mary Steenburgen | als Grace Paxton | ||
| Craig T. Nelson | als Joe Paxton | ||
| Oscar Nuñez | als Ramone | ||
| Aasif Mandvi | als Bob Spaulding | ||
| Betty White | als Großmutter Annie | ||
| Regie: | Anne Fletcher | ||
| Drehbuch: | Pete Chiarelli | ||
| Produzent: | Alex Kurtzman | ||
| Roberto Orci | |||
| Ausf. Produzent: | David Hoberman | ||
| Todd Lieberman | |||
| Schnitt: | Priscilla Nedd-Friendly | ||
| Musik: | Aaron Zigman | ||
| Produktionsdesign: | Nelson Coates | ||
| Casting: | Amanda Mackey Johnson | ||
| Cathy Sandrich Gelfond | |||
Es ist der Traum jedes Schauspielers: einmal den Oscar gewinnen und danach so richtig durchstarten! Doch die diesjährige Favoritin Sandra Bullock macht's genau andersherum, sie hat erstmal alle Filmpläne gestoppt.
Steht vor dem Oscar wie das Kaninchen vor der Schlange: Sandry Bullock (Foto: Kurt Krieger)
Bei Sandra Bullock ist das sicher keine Koketterie. Immerhin hat sie in über zwanzig Jahren Hollywood-Karriere und nach Megaerfolgen als Komödienstar in "Miss Undercover", "Ein Chef zum Verlieben" und zuletzt "Selbst ist die Braut" schon so ziemlich alles erlebt. Dass sie nun aber für eine ernste Rolle in "Blind Side - Die große Chance" erstmals für einen Oscar nominiert ist, bringt Sandra doch aus der Fassung:
"Ich habe noch nie in meinem Leben solche Angst gehabt", gesteht Sandra Bullock. "Irgendwie fragt man sich 'Was soll ich danach nur tun?' Dieser Moment ist unvergleichlich, in dieser Chance steckt eine derartige Energie, dass ich beschlossen habe mich überhaupt nicht mehr mit Arbeit zu beschäftigen, bis die Oscars vorbei sind."
Im Klartext heißt das, dass Sandra Bullock derzeit sämtliche Rollenangebote ausschlägt. Das soll aber kein Dauerzustand sein. "Ich will noch zehn bis fünfzehn Jahre hart in diesem Geschäft arbeiten. Wenn mir das jetzt dabei hilft, dann bin ich bereit für alles!"
In der Tat gilt Sandra Bullock bei US-Experten als Favoritin für den Hauptrollen-Oscar. Ihr Drama "Blind Side", in dem sie nach einer wahren Geschichte ein scheinbar chancenloses schwarzes Football-Talent unterstützt, war DER Überraschungserfolg in den amerikanischen Kinos und liegt auch thematisch voll auf Academy-Linie. Anders als bei Sandra Bullocks bisherigen Ausflügen ins Charakterfach wie in "28 Tage", "Mord nach Plan" oder "Die Vorahnung" gab's diesmal auch von der Kritik großes Lob. Sandra Bullocks größte Konkurrentinnen sind Meryl Streep für "Julie & Julia" und Helen Mirren für "Ein russischer Sommer", die haben aber beide bereits Goldjungen im Schrank. Den Jungstars Carey Mulligan für "An Education" und Gabourey Sidibe für "Precious" werden nur Außenseiterchancen eingeräumt.
Es wird spannend, ob Sandra Bullock sich im Fall eines Sieges ausschließlich noch ernsten Rollen verschreibt, oder ob sie ihre Fans zumindest gelegentlich auch weiter als sympathische Spaßmacherin verzückt.
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