Lisa, gerade von ihrem Freund vor die Tür gesetzt, hat einen Kletterunfall. Der behandelnde Arzt im Krankenhaus findet offensichtlich Gefallen an seiner Patientin. Nach zwei dreisten Annäherungen gibt Lisa ihren Widerstand auf. Doch dann hat auch Alexander seinen Absturz, und Lisa findet die Erklärung für die Flaschenbatterien in seiner Wohnung: Der Chirurg ist Alkoholiker. Als er seine Arbeit verliert, versucht die Psychologiestudentin verzweifelt, ihren Geliebten in Eigentherapie zu kurieren.

"Kein Alkohol ist auch keine Lösung", heißt es in einem der vielen fröhlichen Trinklieder der "Toten Hosen". Von dieser Stimmung ist das Alkoholikerdrama "Sehnsucht" weit entfernt. In quälender Authentizität schildert der Film, wie ausweglos die Situation des Trinkers ist.
Vordergründig erzählt Autor Tobias Stille allerdings eine Liebesgeschichte: Lisa (Katharina Schüttler), gerade von ihrem Freund vor die Tür gesetzt, hat einen Kletterunfall. Im Krankenhaus wird sie von einem schmucken Doktor (Misel Maticevic) verarztet, der offensichtlich Gefallen an seiner Patientin findet. Auch wenn's ein bisschen weit hergeholt wirkt, dass der Arzt im riesigen Berlin Lisa praktisch gegenüber wohnt: Solche Zufälle soll's ja geben. Nach zwei dreisten Annäherungen gibt Lisa auf und sich selbst der Romanze hin. Doch dann hat auch Alexander seinen Absturz, und Lisa findet die Erklärung für die Flaschenbatterien in seiner Wohnung: Der Arzt ist Alkoholiker. Da der Tremor (das typische Trinkerzittern) seiner Tätigkeit als Chirurg nicht gerade zuträglich ist, verliert er seine Arbeit. Verzweifelt versucht Psychologiestudentin Lisa nun, ihren Geliebten in Eigentherapie zu kurieren.
Regisseur Ciro Cappellari erzählt das Trinkerdrama ohne falsche Romantik. Alsbald schlägt die anfängliche Leidenschaft der beiden um in die typische Sucht-Story. Erst gibt's Exzesse, dann randaliert Alexander und demoliert im Entzugzorn sein Badezimmer. Auch die raffinierten Verstecke fehlen nicht (eine Flasche hat er in der Topfpflanze verbuddelt). Am brutalsten ist jedoch das Ende, denn der Film bleibt realistisch bis zur bitteren Neige: Der Eigenentzug funktioniert nicht; ein Fehlschlag, dem die Beziehung nicht standhalten kann. tpg.
| Darsteller: | Misel Maticevic | als Alexander Heber | |
|---|---|---|---|
| Katharina Schüttler | als Lisa Reimer | ||
| Christian Lesiak | als Peter | ||
| Judith Stößenreuter | als Ina | ||
| Hans-Michael Rehberg | als Alexanders Vater | ||
| Karin Ugowski | als Alexanders Mutter | ||
| Katharina Spiering | |||
| Regie: | Ciro Cappellari | ||
| Drehbuch: | Tobias Stille | ||
| Produzent: | Dr. Jürgen Schuster | ||
| Sascha Schwingel | |||
| Kamera: | Michael Hammon | ||
| Schnitt: | Bettina Böhler | ||
| Musik: | Alexander Hacke | ||
| Produktionsdesign: | Gabriele Wolff | ||
| Kostüme: | Pepe Uria | ||
| Ton: | Andreas Mücke-Niesytka | ||
| Uve Haussig | |||
| Casting: | Nina Haun | ||
Misel Maticevic, deutscher Schauspieler mit kroatischen Wurzeln, spielt gern die echten Kerle und war zu Beginn seiner Fernsehkarriere...
Katharina Schüttler spielte schon als Kind erste Film- und Fernsehrollen. Auftritte in mehreren "Tatorten" und Kinofilmen folgten...
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