Neve Campbell
David Arquette
Courteney Cox
Regie: Wes Craven
Verleih: Studiocanal
Am Set von "Stab 3", der auf den Ereignissen der beiden ersten Teile basiert, nimmt eine Mordserie ihren Lauf. Als erste muss Jenny MacCarthy dran glauben, und schon bald stellt sich heraus, dass der Killer die Besetzung in der selben Reihenfolge mordet, wie es im "Stab 3"-Drehbuch geschrieben steht. Gleichzeitig hinterlässt er mysteriöserweise Fotos von Sydneys toter Mutter.

Der letzte Schrei der postmodernen Slasher-Trilogie war auch gleichzeitig der kommerziell lautstärkste. Mit einem Startwochenendeinspiel von 34,7 Mio. Dollar wurden damit nicht nur die Zahlen der beiden Vorgänger (respektive 6.4 und 32.9 Mio. Dollar) übertrumpft, sondern auch ein neuer Rekord für Miramax und den Zeitraum von Januar bis April erzielt. Erneut von Horrorveteran Wes Craven ("Nightmare On Elm Street") inszeniert, gibt es beim Showdown in Hollywood zudem ein Wiedersehen mit den Stars Neve Campell, Courteney Cox Arquette und David Arquette. Einzig die Ablösung von Drehbuch-Darling Kevin Williamson, dem durch die beiden ersten Skripts ein kometenhafter Aufstieg beschert war, durch Newcomer Ehren Kruger ("Arlington Road", "Reindeer Games") sticht als auffällige Neuerung hervor.
Der Prolog beginnt gleich mit einem Höhepunkt, der wie der gesamte Film zugleich eine clevere Variation der mittlerweile berühmten "Scream"-Traditionen darstellt. Cotton (Liev Schreiber), Überlebender aus den beiden ersten Teilen, erhält im Auto einen Drohanruf, in dessen Verlauf er nach dem Aufenthaltsort von Heroine Sydney (Campell) befragt wird. Seine falsche Antwort führt nicht nur zum Abstechen seiner Freundin in der gemeinsamen Wohnung, sondern auch zu seinem eigenen bluttriefenden Ableben durch die Hand des vertrauten Maskenmanns. Die Prämisse führt diesmal nach Hollywood ans Set von "Stab 3", der Film im Film, der auf den Ereignissen der beiden ersten Teile basiert. Das öffnet den Raum, diesmal weniger clevere Genrereferenzen einzubauen, als vielmehr vorwiegend in Selbstzitaten und den obligatorischen Zeitgeist-Spitzfindigkeiten zu schwelgen. TV-Journalistin Gale Weathers (Cox Arquette) taucht am Set auf, wo sie ein unerwartetes Wiedersehen mit ihrem früheren Lover Deputy Dewey (Arquette) hat. Gerade rechtzeitig, denn wieder nimmt eine Mordserie ihren Lauf. Als erste muss Jenny MacCarthy (selbstparodistisch als Schauspielerin, die nur aufgrund ihres Sexappeal engagiert wird) dran glauben, und schon bald stellt sich heraus, dass der Killer die Besetzung in der selben Reihenfolge mordet, wie es im "Stab 3"-Drehbuch geschrieben steht. Gleichzeitig hinterlässt er mysteriöserweise Fotos von Sydneys toter Mutter zurück. Sydney, die sich einmal mehr mit verstörenden Visionen herumschlägt, kreuzt ungefähr ab der Hälfte aus ihrem ländlichen, hermetisch abgeschotteten Exil auf, um bei der Auflösung des Whodunnit behilflich zu sein. Zuvor hat einer der im Vorgänger Verstorbenen per posthumen Videoauftritt gewitzt die Regeln der Trilogie erklärt, die unter anderem beinhalten, "stets das Unerwartete zu erwarten". Und so wird in punkto Identität des mordrünstigen Maniacs noch ein letztes Mal mit einem bestechenden Knaller aufgewartet.
Nennenswerte Neuzugänge sind diesmal Indie-Girl Parker Posey, die in "Stab 3" Gale Weathers verkörpern soll und glaubt, dies besser zu können als die echte Gale, Lance Hendrikson als Studioproduzent, der ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit von Sydneys ermordeter Mutter kennt, Schlockmeister Roger Corman absolviert einen Kurzauftritt, und Carrie Fisher mimt eine frustrierte Studioangestellte, die bedauert nie eine Rolle in "Star Wars" ergattert zu haben. Das Original hatte vor nur drei Jahren eine beispielslose Renaissance des Teenhorror-Genres eingeläutet, doch eine Flut von seelen- und witzlosen Nachahmern, die wussten, was andere im letzten Sommer taten oder düstere Legenden erzählten, brachte die Trendwelle schnell zum verebben. "Scream 3" bläst nun zum letzten Halali des definitiven Spät-Neunziger-Kultgenres - bis es in ein paar Jahren vermutlich wiederentdeckt wird. Das lässt sich auch ohne sechsten Sinn prophezeien. ara.
Lange mussten die Fans auf einen neuen Auftritt des Maskenmörders warten.
Courteney Cox alias Gale Weathers ahnt noch nicht, was ihn in "Scream 4" blüht - und offenbar muss sie in zwei weiteren Filmen noch mehr Horror durchstehen! (Foto: Wild Bunch)
Wenn das Telefon klingelt, gibt's in Woodsboro oft Grund zum Schreien, denn am anderen Ende der Leitung lauert gerne mal ein messerbewehrter Maskenkiller - Markenzeichen langgezogene, weiße Gruselfratze und schwarze Kutte. In den Genuss des Kulthorrors kommen Fans der Scream-Reihe nun nach langer Pause endlich Anfang Mai wieder, wenn "Scream 4" in Deutschland startet - inklusive der Originalstars Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette.
Doch Horrormeister Wes Craven, der auch den vierten Teil inszenierte, ist in Gedanken schon einen Schritt weiter. Er hat verraten, dass die Studiobosse gerade einen Drehbuchautoren für "Scream 5" suchen. Der Grund gibt allerdings Anlass zur Sorge: Kevin Williamson, der die Skripte der ersten beiden Filme schrieb, wurde mitten in der Entstehung von "Scream 4" durch Ehren Kruger ersetzt, der den dritten Teil verantwortet hatte. Nun soll aber keiner der beiden die Filmreihe weiterspinnen. Das hat Wes Craven folgendermaßen kommentiert:
"In gewisser Weise wird 'Scream 4' kein Wes Craven-Film, weil ich keinerlei Einfluss auf das Drehbuch hatte. Das Studio hat bestimmt, was da drin steht, mein Job ist es, soviel Erfahrung, Expertise und Kreativität wie möglich beizusteuern. Es hat ganz schön geruckelt, als Kevin durch Ehren ersetzt wurde, aber die Dreharbeiten hat das nur sehr bedingt beeinträchtigt."
Fragt sich nun also, wie gut "Scream 4" geworden ist. Erzählt wird jedenfalls, wie zum zehnjährigen Jubiläum der Woodsboro-Morde alle wichtigen Beteiligten wie Sidney Prescott (Neve Campbell) und Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox) in das kleine Städtchen zurückkehren. Die jetzigen Studenten gehen beim Feiern sogar soweit, dass sie sich allesamt Ghostface-Masken überziehen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Unter einer der Masken steckt gar kein Student...
Wes Craven scheint von dieser Idee jedenfalls trotz der Probleme mit dem Drehbuch sehr überzeugt zu sein, denn er hat sich sogar schon für einen sechsten Film angeboten: "Wenn das Studio mich als Regisseur haben will, mache ich es!"
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