Daniel Brühl
Jasmin Schwiers
Niels Bruno Schmidt
Regie: Marco Petry
Verleih: Constantin
Noch in der Schule muss sich Markus von Mitschülern und Lehrern mit "Schnubbi" anreden lassen, Dirk eine Matheprüfung mit Hilfe von "außen" schreiben und der Abifilm gedreht werden. Nach der Schule ist für das bunte Häufchen Abiturienten dann eine Party am See angesagt, wo Rituale zelebriert, Beziehungen initiiert, gepflegt oder auch versaut und wieder gekittet werden.

Der deutsche Teenie-Film lebt: Eine Gruppe von Gymnasiasten lässt es vor dem Abi in der schläfrigen Kleinstadt noch einmal so richtig krachen nach dem Motto "nicht für die Schule, für das Leben lernen wir". Schließlich ist man nur einmal jung. Zwischen Mathe-Arbeit und Mädels-Aufreißen geraten die harten Jungs mit weichem Kern ziemlich ins Schwitzen.
Für den erst 25jährigen Marco Petry wurde ein Traum wahr - er konnte seinen ersten abendfüllenden Spielfilm unter den Fittichen von Produzentin Uschi Reich und Axel Block (Koregie und Kamera) realisieren. Eine Gruppe von Schülern steht kurz vor dem Abitur und macht innerhalb von 24 Stunden einen Crash-Kurs in Sachen Lebens- und Liebeserfahrung. Der Tag beginnt für den 18jährigen Markus nicht gut, nachdem morgens um Sieben schon seine jüngere Freundin Sandra ihn per Radio dröhnend als "süßen Schnubbi" grüßen lässt und er sich ob des Kosenamens in seiner Männlichkeit gekränkt fühlt. In der "Schule" treffen nach und nach die schlappen Protagonisten ein: Nach Markus und Sandra deren ältere Schwester Melanie und ihr Freund André, der sie ständig betrügt, die gutmütige Teresa, die sich rührend um den rund um die Uhr bekifften Steven kümmert, der pingelige Oberstreber Karbrüggen, der Dirk bei der Matheklausur aus der Patsche hilft (und dafür mit auf die Party am See darf) und noch zwei passionierte Videofilmer, die mit der Kamera überall auftauchen. Den Part des notwendigen bösen Außenseiters übernimmt Möchtegern-Macho Stone, der vor Jahren von der Schule flog und jedem Rock hinterherläuft, je jünger, desto besser. Das bunte Trüppchen, darunter ausdrucksstarke Nachwuchsschauspieler wie Axel Stein und Sebastian Kroehnert, macht so allerhand durch - man legt sich mit Lehrern und Polizisten an, empfindet das berühmte Kribbeln im Bauch und weiß nicht so recht, was es bedeutet, durchlebt Eifersucht und Liebeskummer, schaut zu tief ins Glas und lässt den Joint kreisen, wartet auf das große Glück und bekommt nur einen kleinen Vorgeschmack davon. Und wenn sich dann alle im Morgengrauen nach einer Nacht der Überraschungen an der Schule treffen, ahnen sie die Vergänglichkeit unbeschwerter Jugend. "Mit guter Laune Melancholie erzeugen" will Marco Petry, der fünf Jahre am Drehbuch bastelte. Irgendwo zwischen "Harte Jungs" und "Crazy" ist sein Filmdebüt einzuordnen, das mit einer gewissen Unbekümmertheit auf Bauchgefühl setzt. Die Lehrer erinnern zwar an schlimmste Pauker-Klischees und Relikte aus den fünfziger Jahren, aber welcher Schüler freut sich nicht am überzeichneten "Feindbild"? Spät, aber nicht zu spät, gewinnt die episodenhafte Geschichte an Fahrt, bekommen einige der typisierten Figuren Kontur, werden zu sympathischen Freunden. Dass ausgerechnet der langweilige und fleißige Underdog nach Marihuana-Genuss ausflippt und die heißeste Frau abkriegt, sorgt für ausgleichende Gerechtigkeit. "Schule" ist ein Samstagabend-Popcorn-Movie, die deutsche Antwort auf "American Pie". Die Kids sollten die Kinokassen klingeln lassen. mk.
| Darsteller: | Daniel Brühl | als Markus | |
|---|---|---|---|
| Jasmin Schwiers | als Sandra | ||
| Niels Bruno Schmidt | als Stone | ||
| Mina Tander | als Melanie | ||
| Tim Egloff | als André | ||
| Lavinia Wilson | als Teresa | ||
| Christian Näthe | als Steven | ||
| Axel Stein | als Dirk | ||
| Sebastian Kroehnert | als Michael Karbrüggen | ||
| Denis Moschitto | als Nabil | ||
| Aaron Hildebrand | als Sascha | ||
| Bettina Zimmermann | als Nadine | ||
| Elsa Schulz Gambard | als Eva | ||
| Natalie Spinell | als Yvonne | ||
| Antonia Reiß | als Jessica | ||
| Andreas Heinzel | als Polizist Redlich | ||
| Nicolas Kantor | als Tobi | ||
| Markus Knüfken | als Polizist | ||
| Hubert Mulzer | als Lehrer König | ||
| Michael Hanemann | als Hausmeister Strotkoetter | ||
| Regie: | Marco Petry | ||
| Drehbuch: | Marco Petry | ||
| Stefan Wood | |||
| Produzent: | Uschi Reich | ||
| Bernd Eichinger | |||
| Koproduzent: | Bernd Eichinger | ||
| Kamera: | Axel Block | ||
| Schnitt: | Barbara von Weitershausen | ||
| Musik: | Jan Plewka | ||
| Produktionsdesign: | Ingrid Henn | ||
| Kostüme: | Ursula Welter | ||
| Ton: | Thomas Meyer | ||
Daniel Brühl gilt spätestens seit "Schule" als eine der großen Hoffnungen des deutschen Films. Mit Hauptrollen in "Das Weisse Rauschen" und "Nichts bereuen" ging die Karriere seitdem steil bergauf und nun scheint der 24-Jährige auch kurz vor seinem internationalen Durchbruch zu stehen: Brühl wurde zum "Shooting Star 2003" nominiert.
Dieser Titel wird von der Export-Union des Deutschen Films verliehen, und ist weit mehr als nur ein schmucker Name. Denn die European Film Promotion, deren Mitglied die Export Union ist, präsentiert die jeweiligen "Shooting Stars" eines Landes auf der Berlinale der internationalen Filmbranche und Presse - mit besten Aussichten auf hochkarätige Rollen!
Daniel Brühl freut sich über die Auszeichnung und zeigte sich begeistert über den Austausch mit Schauspielern aus anderen Ländern: "Das ist für mich eine Chance, über nationale Grenzen hinweg Kontakte zu knüpfen. Sehr gerne würde ich z.B. in meiner zweiten Heimat Spanien arbeiten."
Angesichts der Karriere vorangegangener "Shooting Stars" wie Franka Potente, Moritz Bleibtreu oder Heike Makatsch sollte dem nichts im Wege stehen.
Er besuchte nie eine Schauspielschule und ist doch DER Jungstar des deutschen Films. Daniel Brühls sanfte sensible Art macht ihn zwischen Teen-...
Als Rita Kruses Tochter Sandra in der preisgekrönten RTL-Comedy "Ritas Welt" wurde Jasmin Schwiers 1999 einem breiten Fernsehpublikum...
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