Modernisierte Adaption von Mishimas Roman und Liebeserklärung an Isabelle Huppert. http://images.kino.de/flbilder/max99/bf99/bf01_02/b9901009/b150x150.jpg Schule des Begehrens

Filmdetails

Schule des Begehrens

Modernisierte Adaption von Mishimas Roman und Liebeserklärung an Isabelle Huppert.


Schule des Begehrens
Start: 04.02.1999

Originaltitel: L' école de la chair

Drama

Frankreich 1998
Laufzeit: 105 Min.

Isabelle Huppert
Vincent Martinez
Vincent Lindon

Regie: Benoît Jacquot
Verleih: Arsenal

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Inhalt

Die im Berufsleben erfolgreiche Dominique, sie arbeitet mit einem japanischen Designer zusammen, verfällt dem jüngeren Rumtreiber und Glegenheitsstricher Quentin, der sich nicht nur leidenschaftlich an sie gebunden fühlt. Sie dagegen gibt sich ihm ganz hin. Je mehr sie die Beziehung aufrechtzuerhalten sucht, desto mehr trennen sie sich.


Kritik

Schule des Begehrens

In seinen zehnten Spielfilm erzählt der Franzose Benoit Jacquot sehr frei nach Yukio Mishimas Roman "Nikauati Nagakko" von der obsessiven Beziehung zwischen einer reifen Frau und ihrem jungen Liebhaber, die in der Wüste ihrer Gefühle mit Lüge und Täuschung spielen.

Daß ein Mann um die Vierzig sich eine junge Geliebte hält, darüber regt sich kaum jemand auf. Erst langsam kämpfen sich Frauen auf diesem für sie unbekannten Terrain vor - mit Scheu, Scham und schlechtem Gewissen. Eine von ihnen ist Dominique, eine arrivierte Single-Frau, die ihre Anerkennung aus der Arbeit in einem Pariser Modehaus bezieht. Als sich in einer Bar ihre Blicke mit denen des jungen Quentin kreuzen, ist sie wie magisch von seiner Attraktivität angezogen. Was als folgenloser One-Night-Stand geplant war, entwickelt sich zu einer Sex-betonten Beziehung, die unter die Haut geht. Quentin zieht zu der Dame aus feinen Kreisen und läßt sich aushalten, aber nicht domestizieren. Er kommt und geht, wann er will, verletzt und wird verletzt. Die Gänsehaut der Lust weicht der Kälte des gegenseitigen Unverständnisses. Sie gehen durch die "Schule des Fleisches" ("L' école de la chair" lautet der Originaltitel) und leiden am Ende des schmerzlichen Beziehungstangos an ihren psychischen Wunden.

Jacquot Benoit verläßt sich ganz auf den diskreten Chareme der Bourgeoisie und seine intellektuelle Heldin, die ihren Hormonhaushalt vom Kopf her lenken will, und vernachlässigt leider etwas den von seiner Triebhaftigkeit zerrissenen Prolo, der an Mann und Frau Gefallen findet und sich auf dem billigen Schwulenstrich wohler fühlt als im teuren Gourmet-Tempel. Es fehlt in diesem Sado-Maso-Verhältnis an wirklich rauhem Sex, die seelischen Abgründe sind nur zu ahnen. Die pointierten Dialoge und verbalen Tiefschläge lassen jedoch keinen Zweifel an der Schärfe des Geschlechterkrieges und der Tiefe der Blessuren, die Worte treffen wie Pfeile mitten ins Herz. Drehbuchautor Jacques Fieschi ("Nelly & Monsieur Arnaud") erweist sich als Meister seines Fachs. Bei der Umkehr sexuellen Rollenverhaltens gibt es wortreiche K.O.-Schläge nach allen Seiten und Lebensweisheiten wie "Wir alle sind jemandes Onkel oder Nutte" oder die Erkenntnis, daß Frauen aus Liebeskummer trinken, "um sich darin zu suhlen, Männer, um darüber hinwegzukommen".

Trotz der Schwächen funktioniert die Geschichte - nicht zuletzt wegen einer großartigen Isabelle Huppert, die ihren seelischen Panzer nur langsam und zu spät öffnet. Und Vincent Martinez, der zufällig entdeckt wurde, als er seinen Bruder Olivier am Set von "Der Husar auf dem Dach" besuchte, zeigt nicht nur körperliches Ebenmaß, sondern auch schauspielerische Fähigkeiten. mk.

Schule des Begehrens

Darsteller:  Isabelle Huppert   als Dominique
  Vincent Martinez   als Quentin
  Vincent Lindon   als Chris
  Marthe Keller   als Laurence Thorpe
  François Berléand   als Soukasz
  Danièle Dubroux   als Danièle
  Bernard Le Coq   als David Cordier
  Jean-Claude Dauphin   als Louis-Guy
  Roxane Mesquida   als Marine Thorpe
  Michelle Goddet   als Quentins Mutter
  Jan-Michell   als Marcus
 
Regie:  Benoît Jacquot  
Drehbuch:  Jacques Fieschi  
Produzent:  Fabienne Vonier  
Ausf. Produzent:  Fabienne Tsai  
Buchvorlage:  Yukio Mishima  
Kamera:  Caroline Champetier  
Schnitt:  Luc Barnier  
Produktionsdesign:  Katia Wyszkop  
Kostüme:  Corinne Jorry  
Ton:  Jean-Claude Laureux  
  Brigitte Taillandier  

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