Dramatischer und manchmal drastischer Schicksalsreigen in Lappland. Lebens- und Liebesgeschichte. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz01/z0501698/b150x150.jpg Schneeland

Filmdetails

Schneeland

Dramatischer und manchmal drastischer Schicksalsreigen in Lappland. Lebens- und Liebesgeschichte.


Schneeland
Start: 20.01.2005

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 142 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Thomas Kretschmann
Julia Jentsch
Maria Schrader

Regie: Hans W. Geißendörfer
Verleih: Studiocanal

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nach dem Tod ihres Mannes restlos aus der Bahn geworfen, gibt die schwedische Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) ihre Kinder zu Bekannten und zieht hinaus in den eisigen Norden des Landes. Dort lernte sie einst ihren Mann kennen und lieben, und dort will sie auch in der Einsamkeit sterben. Auf ihrem Weg nach Lappland hört sie die außergewöhnliche Liebesgeschichte von Aron (Thomas Kretschmann) und Ina (Julia Jentsch) und findet darüber zum eigenen Lebenswillen zurück.

Schwedische Geschichte mit deutschem Kern: Hans-Werner Geißendörfer verfilmte den erfolgreichen Roman der schwedischen Autorin Elisabeth Rynell, eine deutsche Starbesetzung verleiht den Protagonisten Gestalt.


Kritik

Geschichten von Liebe, Tod und Teufel in opulenter Optik vor einer rauen Winterlandschaft.

Großansicht Ina muss einiges durchmachen (Foto: Kinowelt)

Ina muss einiges durchmachen (Foto: Kinowelt)

Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) verliert durch einen Autounfall ihren Mann. Sie verlässt Heim und Kinder, um in der Schneewüste Lapplands zu sterben, dort wo sie den Geliebten einst kennen lernte.

Doch sie rappelt sich immer wieder hoch, findet Schutz in einem Einsiedlerhof, wo sie eine tote alte Frau entdeckt. Elisabeth beginnt in deren persönlichen Aufzeichnungen zu forschen.

"Lindenstraßen"-Guru Hans-Werner Geißendörfer kann auch anders. Das weiß man schon seit seiner Thomas-Mann-Adaption "Der Zauberberg" (1981).

Großansicht Bauer Knövel tyrannisiert Ina (Foto: Kinowelt)

Bauer Knövel tyrannisiert Ina (Foto: Kinowelt)

Episch und gewaltig

Jetzt hat er an schwedischen Originalschauplätzen Elisabeth Rynells Roman als episch breite Tragödie einer unglücklichen Liebe zwischen einem geheimnisvollen Wanderer (Thomas Kretschmann) und einer vom eigenen Vater (Ulrich Mühe) drangsalierten Tochter (Newcomer Julia Jentsch aus "Die fetten Jahre sind vorbei") inszeniert.

Gewaltige Naturaufnahmen in Schnee und Eis, großartige Schauspieler und eine Geschichte um Mord und Totschlag, Inzest und Folter, aber auch Liebe und Hoffnung machen "Schneeland" zu einem Kinoereignis monumentaler Größe.

Schneeland

Darsteller:  Thomas Kretschmann   als Aron
  Julia Jentsch   als Ina
  Maria Schrader   als Elisabeth
  Ulrich Mühe   als Knövel
  Oliver Stokowski   als Salomon
  Ina Weisse   als Helga
  Martin Feifel   als Ingmar
  Susanne Lothar   als Hilma
  Joachim Król   als Rupert
  Caroline Schreiber   als Britta
  Beate Abraham   als Mari
  Brigitte Annessy   als Tora
 
Regie:  Hans W. Geißendörfer  
Drehbuch:  Hans W. Geißendörfer  
Produzent:  Hans W. Geißendörfer  
Buchvorlage:  Elisabeth Rynell  
Kamera:  Hans-Günther Bücking  
Schnitt:  Peter Przygodda  
  Oliver Grothoff  
Musik:  Irmin Schmidt  
Produktionsdesign:  Bengt Svedberg  
  Asa Nilson  
Kostüme:  Andreas Janczyk  
Casting:  Nessie Nesslauer  
  Horst D. Scheel  

"Ich brauchte Zeit"

Nach fast zehn Jahren meldet sich "Lindenstraße"-Erfinder Hans-Werner Geißendörfer mit "Schneeland" im Kino zurück. Das archaische Drama schaffte es sogar zum renommierten Sundance Festival.

Großansicht Eisige Landschaft als zentraler Protagonist: Schneeland (Foto: Kinowelt)

Eisige Landschaft als zentraler Protagonist: Schneeland (Foto: Kinowelt)

» Warum die lange Pause nach "Justiz"?

HANS WERNER GEISSENDÖRFER: "Justiz" war nicht so wahnsinnig erfolgreich, und man sucht sich eine Menge Alibis, warum man nicht gleich wieder zuschlägt. Ich brauchte Zeit, um das Selbstvertrauen wiederzufinden.

Dann ging es los mit der Stoffsuche, der ein- bis zweijährigen Arbeit bis zur Drehbuchreife, der Finanzierung - und schon sind zehn Jahre herum.

» Ist ein Kinofilm Urlaub von der "Lindenstraße"?

Urlaub war "Schneeland" sicher nicht. Natürlich ist ein solcher Kinofilm eine andere Welt und eine ganz andere Produktionsform, ein ganz anderes Format. In der "Lindenstraße" zählen Dialoge, werden die meisten Informationen über Sprache vermittelt. Im Kino, wie ich es verstehe, vermittelt sich die Geschichte durch das Bild, Gesten, Bewegung, Licht.

Nach der Lektüre des Romans wusste ich, da muss Cinemascope her, mit ganz großen und sorgfältig gebauten Bildern. Da darf nichts zufällig sein, wenn man drei Geschichten gleichzeitig erzählt und aufeinander zuführt, wenn vom Heute und Gestern am Ende nur noch eins bleibt - nämlich die Zukunft.

Großansicht Geht keine Kompromisse ein: Regisseur Geißendörfer (Foto: Lindenstraße/Thomas Kost)

Geht keine Kompromisse ein: Regisseur Geißendörfer (Foto: Lindenstraße/Thomas Kost)

» Was ging alles schief beim Dreh in Südlappland?

Die Arbeit mit den Schauspielern und dem Team klappte wunderbar. Die Probleme lagen am Wetter und an den daraus resultierenden Bedingungen: Da kommen die Autos den Berg nicht hoch, kippt der Kran um oder bleibt im Schlamm stecken. Verzweifelt ruft man den Wetterdienst an und wird als Produzent nervös, weil man nicht ständig noch einen Tag dranhängen kann.

» Hätte man die Innenaufnahmen denn nicht bequem im Studio drehen können?

Es muss wirklich kalt sein, sonst sieht man den Atem nicht. Es fällt dem besten Schauspieler schwer, schwitzend unter dicken Klamotten zu bibbern. Bei Frost wird auch der Mut größer, sich der Komik des Frierens auszusetzen.

Großansicht Hauptdarstellerin Julia Jentsch (Foto: Kinowelt)

Hauptdarstellerin Julia Jentsch (Foto: Kinowelt)

» Sie haben lange nach einer extremen Gegend gesucht.

Die Landschaft ist eine ergänzende Figur, die Einfluss nimmt auf die Menschen dort, das Verhalten der Charaktere noch intensiver erklärt und unterstreicht. Was immer man dem Film antun will, die Bilder kann man ihm nicht wegnehmen.

» Muss man Vergewaltigung oder Säuberung von Fäkalien so realistisch zeigen?

Ich habe spätestens beim Drehbuchschreiben gewusst, dass wir diesmal nicht weggucken, wenn es wehtut, und dass wir auch Zumutungen machen. Ich verstehe die Abwehr des Zuschauers, aber ich wollte ihm nicht schonen und elegant die Tür schließen bei der Vergewaltigung oder die Kotsäuberung nur andeuten, sondern zeigen, was Sache ist.

"Schneeland" ist sehr hart, sehr realistisch, fast testamentarisch und archaisch. Nacktheit und Grausamkeit gehören zur Geschichte...

Großansicht Ungeschönte Bilder rauher Lebensumstände (Foto: Kinowelt)

Ungeschönte Bilder rauher Lebensumstände (Foto: Kinowelt)

» ...könnten das Publikum, vor allem das internationale, aber verstören.

Die Herausforderung hieß: Will ich riskieren, nicht wegzuschauen, oder will ich auf Nummer Sicher gehen und ein wunderschönes Bauerndrama erzählen, wo man weiß, da passiert das ein oder andere Unrecht.

Ich gehe in die Radikalität und erwarte die Bereitschaft, sich auf die archaisch dichten Emotionen einzulassen. "Schneeland" ist nicht nur für ein deutsches Publikum gedacht.

Star

Thomas Kretschmann

Am besten sieht er in langen dunklen Mänteln und in Uniform aus, weil er seine sportliche Figur beherrscht und kerzengerade...

Star

Julia Jentsch

Deutsche Schauspielerin. Mit stiller, verhaltener Kraft spielt sie Frauen, die aus der Rolle fallen, mutige Rebellinnen und von schmerzhaftem...

Top-Filme der Woche

 

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.