Heio von Stetten
Thomas Schmauser
Maarja Jakobson
Regie: Peeter Simm
Verleih: Alpha Medienkontor
Früher verzauberte Kaminsky (Heio von Stetten) mit seinem Tanz das Publikum, heute malocht er als LKW-Fahrer für den kriminellen Radke (Udo Schenk) und denkt an Selbstmord. Auf seiner letzten Fahrt liest er die junge Cellistin Stella (Maarja Jakobson) auf, die ebenfalls "die Schnauze voll" hat und zurück nach Estland will. Sie werden von ihrem Landsmann Wolf (Rasmus Kaljujärv) und dessen Fluchthelfer Manfred (Thomas Schmauser) verfolgt: Wolf hat das Geld von einem Bankraub in Kaminskys Laster versteckt.
Die heitere Seite der Verzweiflung findet der estische Regieveteran Peeter Simm ("Good Hands") auf seinem Roadmovie von Leipzig ins baltische Tallin. Schräge Charaktere sind Pflicht, lakonischer Humor und jede Menge skurrile Situationen die unterhaltsame Folge.

Vier liebenswerte Außenseiter gehen auf unfreiwillige Reise und plädieren für mehr Gelassenheit im Alltag in einer fragmentarisch und konstruiert anmutenden, im Detail aber recht charmanten Roadmovie-Kriminalkomödie aus estnisch-deutscher Koproduktion.
Einst war Kaminski (Heio von Stetten) ein glücklich verheirateter Künstler. Jetzt steht der ausgebrannte Trucker vor den Scherben seiner Ehe, verliert die Frau ausgerechnet an Radke, den ehemals besten Kumpel und skrupellosen Karrieristen. Eine letzte Ladung will Kaminski von Leipzig nach Tallin schaffen, bevor er per Suizid aus dem Leben scheidet. Doch das Leben hat andere Pläne und schickt gleich mehrere helfende Hände. Die schönste davon gehört der rothaarigen Stella (Maarja Jakobson). Die streicht das Cello im Orchester und möchte nach einer kreativen Enttäuschung zuviel (Deutschland!) nur noch heim nach Estland. Und zwar wenn möglich umsonst. Kaminski lädt die Klette an der Raststätte ein und kann nicht mehr von ihr lassen. Zwei andere Verlierer, erfolglose Kriminelle auf unterschiedlichen Pfaden, schließen sich dem Pärchen an. Denn Kaminski chauffiert, ohne dass er's ahnt, des einen Beute durch die Lande.
Der Weg ist, wie so gern im Roadmovie, bereits das Ziel und führt von Sachsen nach Mecklenburg über die Ostsee ins Baltikum. Er wird gesäumt von hübsch ins Bild gesetzten architektonischen Perlen und zum Bade ladenden Postkartenhorizonten, aber auch von anstrengender deutscher Gründlichkeit und dumpfen, alles Ausländische zum Spaß schikanierenden Amtsbütteln. Mal steht Selbsterfahrung (nicht nur der Trucker hat Sorgen), mal Verfolgungsjagd mit Leichenwagenverwechslung auf dem Stundenplan. Am meisten gelingt dem Film, wenn er weniger Großes vor hat. Action hat man schon aufregender gesehen, auch auf deutsch, auch in dieser Budgetklasse. Die Krimi-Story will auch nach viel Gerenne und noch mehr Geschrei keinen Sinn machen (Radke zieht die Fäden), und warum der Held sich eigentlich umbringen will, bleibt unbegreiflich bis zum Happy End.
Dafür funktionieren die kleinen Momente umso besser, wenn die schrägen Vögel nicht im Korsett der Handlung ächzen und frei von der Leber weg ihren Spleen leben. Hier stehlen Rasmus Kaljujärv als Überzeugungsdieb und insbesondere Thomas Schmauser als wiedergeborener Fluchtwagenpilot den Hauptdarstellern glatt die Show. Zuschauer, die wenig mehr als einen sonnig-sympathischen Gutelaunefilm erwartet und Qualität nicht an inhaltlichen Feinheiten festmachen, riskieren einen Blick und werden nicht enttäuscht. ab.
| Darsteller: | Heio von Stetten | als Kaminski | |
|---|---|---|---|
| Thomas Schmauser | als Manfred | ||
| Maarja Jakobson | als Stella | ||
| Rasmus Kaljujärv | als Wolf | ||
| Udo Schenk | als Radtke | ||
| Thomas Arnold | als Robert | ||
| Rezija Kalnina | als Sabrina | ||
| Axel Wandtke | als Zollbeamter | ||
| Thorsten Wolf | als Verdächtiger | ||
| Regie: | Peeter Simm | ||
| Drehbuch: | Valentin Kuik | ||
| Peeter Simm | |||
| Hans-Werner Honert | |||
| Thomas Steinke | |||
| Produzent: | Hans-Werner Honert | ||
| Artur Talvik | |||
| Kamera: | Rein Kotov | ||
| Schnitt: | Margit Schulz | ||
| Musik: | Sven Grünberg | ||
| Produktionsdesign: | Britt Urbla | ||
| Casting: | Ines Rahn | ||
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