Originaltitel: Le scaphandre et le papillon
Frankreich/USA 2007
Mathieu Amalric
Emmanuelle Seigner
Marina Hands
Regie: Julian Schnabel
Verleih: Prokino (Fox)
Als Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) 1995 erwacht, realisiert er nach und nach, dass er einen Gehirnschlag erlitten hat. Ein Schock für den vitalen Chefredakteur der französischen Elle, bei dem mit 43 Jahren das unheilbare "Locked-in-Syndrome" diagnostiziert wird. Seine einzige Kommunikationsmöglichkeit ist sein linkes Auge, mit dessen Lidschlag er beginnt, seine Memoiren zu diktieren. Er mobilisiert alle Kraftreserven, um seine Erfahrungen mit poetischer Schönheit festzuhalten.
Für die eindringliche und lebensfrohe Bestsellerverfilmung von Julian Schnabel ("Before Night Falls", "Basquiat") gab's die Goldene Palme für die Beste Regie in Cannes, zwei Golden Globes und vier Oscar-Nominierungen. In weiteren Rollen sind Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze und Max von Sydow zu sehen. Für die Kamera-Arbeit war Oscar-Preisträger Janusz Kaminski zuständig.
Verfilmung der Autobiographie des ehemaligen Chefredakteurs der französischen Elle, der mit 43 Jahren aus heiterem Himmel einen Gehirnschlag erlitt.
Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) ist der erfolgreiche Chefredakteur der französischen Elle. Er ist gerade mal 43 Jahre alt, als er 1995 ohne Vorwarnung einen Gehirnschlag erleidet. Fortan ist sein gesamter Körper gelähmt. Er kann sich weder bewegen, noch kann er sprechen. Seine einzige Möglichkeit zur Kommunikation mit seiner Umwelt ist das linke Auge, das er noch kontrollieren kann.
Mittels Lidschlag beginnt Bauby nun seine Memoiren zu diktieren und berichtet davon, wie es ist, in seinem eigenen Körper gefangen zu sein. Unter Aufbringung aller Kraftreserven gelingt ihm ein Werk voll Energie und poetischer Schönheit.
Der New Yorker Künstler Julian Schnabel ("Before Night Falls") macht aus der Autobiografie einen zutiefst bewegenden, zugleich völlig unsentimentalen Film. Ein kleines Meisterwerk von nachhaltiger Wirkung.
| Darsteller: | Mathieu Amalric | als Jean-Dominique Bauby | |
|---|---|---|---|
| Emmanuelle Seigner | als Céline Desmoulins | ||
| Marina Hands | als Joséphine | ||
| Max von Sydow | als Papinou | ||
| Marie-Josée Croze | als Henriette Durand | ||
| Anne Consigny | als Claude Medibil | ||
| Patrick Chesnais | als Dr. Lepage | ||
| Niels Arestrup | als Pierre Roussin | ||
| Olatz Lopez Garmendia | als Marie Lopez | ||
| Jean-Pierre Cassel | als Vater Lucien | ||
| Isaach De Bankolé | als Laurent | ||
| Emma de Caunes | als Kaiserin Eugénie | ||
| Regie: | Julian Schnabel | ||
| Drehbuch: | Ronald Harwood | ||
| Produzent: | Kathleen Kennedy | ||
| Jon Kilik | |||
| Ausf. Produzent: | Jim Lemley | ||
| Pierre Grunstein | |||
| Buchvorlage: | Jean-Dominique Bauby | ||
| Kamera: | Janusz Kaminski | ||
| Schnitt: | Juliette Welfling | ||
| Musik: | Paul Cantelon | ||
| Produktionsdesign: | Laurent Ott | ||
| Kostüme: | Olivier Bériot | ||
| Ton: | Jean-Paul Mugel | ||
| Francis Wargnier | |||
| Dominique Gaborieau | |||
Auf insgesamt 16 Goldjungs hoffen "No Country for Old Men" und "There Will Be Blood - Es wird Blut geben". Die Frage dabei war allerdings lange: Wird es die Oscars geben?
Oscar-Kandidaten in den beiden meistnominierten Filmen: Daniel Day-Lewis als Öl-Baron in "There Will Be Blood" und Javier Bardem als eiskalter Killer in "No Country for Old Men" (Foto: Kurt Krieger / Walt Disney)
Die Academy war ausnahmsweise mal konsequent: In der Königsklasse Bester Film streiten sich genau die Filme um einen Goldjungen, die auch insgesamt am häufigsten nominiert sind. So haben die Killer-Groteske "No Country for Old Men" von den Coen-Brüdern und das Gründerzeit-Drama "There Will Be Blood" mit Daniel Day-Lewis als gewissenlosem Öl-Magnaten gleich je acht Oscar-Chancen. Das Gerichtsdrama "Michael Clayton" mit George Clooney strich ebenso sieben Nominierungen ein wie - eher überraschend - das Historiendrama "Abbitte" mit Keira Knightley.
Mit vier Nominierungen für die kleine freche Dramödie "Juno" um eine ungewollt schwangere 16-Jährige, die Adoptiveltern für ihr Baby sucht, konnte allerdings niemand rechnen - insbesondere, als Jungdarstellerin Ellen Page auch auf den Oscar für die beste Hauptdarstellerin hoffen darf. Hier wird sie es allerdings gegen Julie Christie schwer haben, die als Alzheimer-Patientin in "An ihrer Seite" herzerweichend war.
Kaum zu erkennen und oscarreif: Cate Blanchett als Bob Dylan in "I'm Not There" (Foto: Tobis)
Beim Preis für den männlichen Hauptdarsteller werden sich der markerschütternde Daniel Day-Lewis und der gewohnt souveräne George Clooney ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Dieses könnte Lewis, der ob seiner intensiven Rollenvorbereitungen nur alle Jubeljahre mal einen Film dreht, mit einer Nasenlänge Vorsprung gewinnen. Johnny Depp erhielt für "Sweeney Todd" erneut eine Anerkennungs-Nominierung, hat aber kaum Siegchancen.
Eine große Auszeichnung ist schon jetzt die Doppelnominierung von Cate Blanchett für ihre großformatige Hauptrolle als legendäre Monarchin im Kostümepos "Elizabeth - Das goldene Königreich" und ihre Nebenrolle im Ensemble-Porträt "I'm Not There" in einer Hosenrolle als Folk-Legende Bob Dylan. Den Nebenrollen-Oscar wird sie vermutlich tatsächlich gewinnen. Bei den Männern ist Javier Bardem als eiskalter Killer in "No Country for Old Men" so gut wie gesetzt, auch wenn Casey Affleck für "Die Ermordung des Jesse James" und Tom Wilkinson für "Michael Clayton" Außenseiterchancen haben.
"Michael Clayton" mit Superstar George Clooney als Anwalt fürs Grobe könnte der große Abräumer werden (Foto: Constantin)
Im Rennen um den begehrten Regie-Oscar ist auch Julian Schnabel für sein hoch gelobtes und anrührendes Schlaganfalls-Drama "Schmetterling und Taucherglocke". Konsequenterweise wurden die Coens für ihre Regieleistung in "No Country" nominiert, Paul Thomas Anderson für "There Will Be Blood", Tony Gilroy für "Michael Clayton" und Jason Reitman für "Juno".
Um den renommierten Oscar für die Spezialeffekte kämpfen "Der goldene Kompass", "Fluch der Karibik 3" und "Transformers" - überraschend nicht berücksichtigt wurden "Spider-Man 3" und "Harry Potter und der Orden des Phönix".
Ellen Page als schwangerer Teenie im von der Academy überraschend hoch geschätzten Drama "Juno" (Foto: Fox)
Deutsche Oscar-Chancen gibt es nach den letzten Erfolgen von "Das Leben der Anderen" und "Nirgendwo in Afrika" dieses Mal leider nicht. Die viel versprechende deutsche Eingabe "Auf der anderen Seite" von Fatih Akin war schon bei der Vorauswahl für den besten nicht-englischsprachigen Film durchgefallen. Der österreichische Kandidat "Die Fälscher" und "Der Mongole" aus Kasachstan sind aber immerhin deutsche Koproduktionen.
Bis zwei Wochen vor der Verleihung war aber völlig unklar, ob überhaupt jemand seinen Oscar persönlich entgegennimmt, da in Hollywood die Drehbuchautoren streikten. Grund: Die Ideenlieferanten wollten an den wachsenden Erlösen von Online-Verwertungen von Filmen und Serien beteiligt werden. Den Academy Awards drohte damit das gleiche Schicksal wie den Golden Globes, die am 13. Januar wegen des Streiks auf ihre große Gala hatten verzichten mussten. Die Gewinner waren lediglich auf einer improvisierten Pressekonferenz bekannt gegeben worden. Letzter Auslöser dafür war, dass die Schauspielergewerkschaft sich mit den Autoren solidarisch gezeigt und ihren Mitgliedern ebenfalls die Teilnahme untersagt hatte.
Saoirse Ronan ist für ihren Auftritt neben Keira Knightley in "Abbitte" als beste Nebendarstellerin nominiert (Foto: Universal)
Die Situation schien daher lange ausweglos: Die Writers Guild of America (WGA) untersagte all ihren Mitgliedern die Ausübung ihres Berufs. Im Falle der Oscars hieß das: keine Reden schreiben, nicht an der Verleihung teilnehmen, keine Filmausschnitte zur Verfügung stellen.
Doch am 9. Februar kam es dann nach nächtelangen Verhandlungen endlich zu einer Einigung zwischen Produzenten und Autoren. Ganz Hollywood hatte auf eine Lösung des Konflikts der Oscars zuliebe gehofft, da eine Absage des wichtigsten Ereignisses der Traumfabrik mit dreistelligen Milliardenverlusten verbunden gewesen wäre - vom Image-Schaden ganz zu schweigen.
Seine Gewerkschaft hatte ihm vorübergehend einen Maulkorb verpasst: Jon Stewart, Moderator auf Abruf (Foto: Kurt Krieger)
Eine heitere Anekdote aus der Streikzeit: Moderator Jon Stewart ist Mitglied der Autorengewerkschaft und hätte daher im Falle eines andauernden Arbeitskampfes keine Texte für seine Moderation schreiben dürfen. Daher grübelten die Oscar-Macher ernsthaft darüber nach, ob Stewart durch den Abend hätte führen dürfen, wenn er die gesamte Gala frei Schnauze improvisiert hätte.
Das wäre sicher eine höchst unterhaltsame Oscar-Nacht geworden. So steht wohl der gewohnte Mix bevor aus heulenden Halle Berrys, wirkungslosen Scherzen über George Dabbeljuhs Dummheit und Reden á la "Ich danke auch meiner Katze".
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