Drama http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz39/z0239258/b150x150.jpg Schlafes Bruder

Filmdetails

Schlafes Bruder


Schlafes Bruder
Start: 05.10.1995

Drama

Deutschland 1994
Laufzeit: 127 Min.

André Eisermann
Dana Vávrová
Ben Becker

Regie: Joseph Vilsmaier
Verleih: Senator

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

In die rauhe Welt Vorarlbergs im 19. Jahrhundert wird Elias geboren, und von den Dorfbewohnern als Bastard abgetan. Ungeliebt wächst der Außenseiter heran, seine einzigartige Gabe, das absolute Gehör, bleibt unentdeckt. Mit Besessenheit widmet er sich seiner Musik und merkt nicht, wie ihm sein Leben dabei durch die Finger rinnt.


Kritik

Schlafes Bruder

Zwei Literaturverfilmungen der jüngsten deutschen Filmgeschichte haben bei ihrer Kinoauswertung gezeigt, wie nahe Erfolg und Mißerfolg zusammenliegen können. Während die unter den Fittichen von Bernd Eichinger entstandene internationale Großproduktion "Das Geisterhaus" 1993/1994 knapp 3,7 Millionen Deutsche in die Lichtspielhäuser lockte, wollten ein Jahr später nur etwa 130.000 Personen Klaus Maria Brandauers Thomas-Mann-Adaption "Mario und der Zauberer" sehen. Auch der erfolgsverwöhnte, mit zahlreichen bayerischen, nationalen und internationalen Preisen dekorierte Filmemacher Joseph Vilsmaier ("Herbstmilch", "Stalingrad") hat sich mit der Verfilmung von Robert Schneiders Debütroman und Bestseller "Schlafes Bruder" auf eine gefährliche Gratwanderung begeben. Auch er hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um das geschriebene Wort in imposante Bilder zu packen. "Schlafes Bruder" spielt in einem gottverlassenen Alpendorf namens Eschberg, das sich an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert befindet. In diese wilde, wüste, rauhe Bergwelt voller dickköpfiger Bauern, keifender Weiber und durch Inzest degenerierter Kinder wird der Knabe Elias hineingeboren. Elias ist ein Bastard, und als solcher wird er auch behandelt. Selbst seine Eltern wünschen ihm den Teufel an den Hals. Ungeliebt wächst der Außenseiter heran, und unbemerkt bleibt die einzigartige Gabe, die ihm Gott in die Wiege gelegt hat. Elias besitzt das absolute Gehör, seine Singstimme ist schlichtweg genial und nur er allein ist in der Lage, der örtlichen Kirchenorgel die wundervollsten Tonfolgen zu entlocken. Als man sein Talent schließlich entdeckt, ist es zu spät. Da hat Elias schon alles verloren: seinen einzigen Freund Peter, der ihn abgöttisch und bis zur Raserei verehrt, Elsbeth, die Liebe seines Lebens, der er seine wahren Gefühle niemals zeigen konnte, und auch den Mut, seine überirdischen Fähigkeiten in den Dienst der Menschheit zu stellen. Vilsmaier, der - wie bei allen seinen Regiearbeiten - auch als Kameramann verantwortlich zeichnet, fängt Zeit- und Lokalkolorit der Romanvorlage auf bestechende Weise ein. Im Zusammenspiel mit den an Authentizität kaum zu übertreffenden Bauten von Rolf Zehetbauer ("Cabaret") und den sakral-düsteren Klängen, die aus der Feder von Vilsmaiers Hausmusikus Norbert J. Schneider und dem populären Alpenrocker Hubert von Goisern stammen, kreiert er ein mittelalterliches Drama, eine historische Tragödie, die einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Schwächen beweist "Schlafes Bruder" in der Erzählstruktur: Tempo und Action des im Mittelteil allzu behäbigen Films werden zugunsten der Charakterisierung des Elias vernachlässigt. Desweiteren gelingt es nur in der jeweils starken Einstiegs- und Schlußsequenz, das Hörbare, das zentrale Thema der Romanvorlage, sichtbar zu machen. Während Ben Becker seiner Schlüsselrolle als Peter nur bedingt gerecht wird und man Dana Vávrová Elsbeths jugendliche Verliebtheit nicht immer abnimmt, zeigt André Eisermann ("Kaspar Hauser") als Elias eine formidable darstellerische Leistung. Das Potential dieses Jungstars des deutschen Kinos sollte - gepaart mit Vilsmaiers Popularität und dem Bekanntheitgrades der Buchvorlage - dem Film trotz der angesprochenen Ungereimtheiten zu einem grundsoliden Erfolg verhelfen. Vilsmaier hat zu diesem Projekt, das er wie immer mit größtmöglichem Einsatz realisiert hat, gesagt: "Entweder wird das künstlerisch ein Riesenerfolg oder der größte Flop. Dazwischen gibt es nichts." Seine Prophezeiung könnte sich bewahrheiten. lasso.

Schlafes Bruder

Darsteller:  André Eisermann  
  Dana Vávrová  
  Ben Becker  
  Angelika Bartsch  
  Michael Mendl  
  Eva Mattes  
  Peter Franke  
  Michaela Rosen  
  Detlef Bothe  
  Jochen Nickel  
  Conradin Blum  
  Daniel Lins  
  Lena Stolze  
  Heinz Emigholz  
  Jürgen Schornagel  
  Paulus Manker  
  Birge Schade  
  Ingo Naujoks  
  Herbert Knaup  
  Nadine Neumann  
 
Regie:  Joseph Vilsmaier  
Drehbuch:  Robert Schneider  
Produzent:  Joseph Vilsmaier  
Buchvorlage:  Robert Schneider  
Kamera:  Joseph Vilsmaier  
Schnitt:  Alexander Berner  
Musik:  Enjott Schneider  
  Hubert von Goisern  
Kostüme:  Ute Hofinger  
  Lisy Christl  

Star

André Eisermann

Er wurde mit der Rolle des historischen Findelkinds, Fürstenerben und Wolfsjungen "Kaspar Hauser" 1993 über Nacht zum Star, zog es aber...

Star

Dana Vávrová

Vom Kinderstar zur gefragten Schauspielerin, Regisseurin und Autorin gereift, bildete Dana Vávrová seit ihrer Heirat mit Regisseur und...

Top-Filme der Woche

 

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.