1782: Nach dem Sensationserfolg seines ersten Dramas "Die Räuber" beginnt der junge Schiller sein Dichterleben mit einer dramatischen Flucht von seinem Regiment an das Mannheimer Hof- und Nationaltheater. Dort fördern ihn der Theaterintendant Freiherr von Dalberg, seine Geliebte, die Schauspielerin Caroline Wiethoeft und die junge Aktrice Katharina Baumann, in die sich Schiller verliebt. Doch die Konkurrenz schläft nicht: August Wilhelm Iffland, aufstrebender Theaterdichter und Schauspieler, will sich von Schiller nicht verdrängen lassen und hat es auch auf das Herz von Katharina Baumann abgesehen. Während Schillers beruflicher und privater Durchbruch auf sich warten lässt, wird seine materielle Lage immer prekärer und auch die Gesundheit spielt bei dem rauschhaft arbeitenden Autor nicht mehr mit.

Dass Kreative aus einer Not eine Tugend machen können, dafür ist "Schiller" das beste aktuelle Beispiel. Mit den "begrenzten finanziellen Mitteln des Fernsehfilms" (Produzentin Uschi Reich) gedreht, geriet "Schiller" nicht in das Korsett des überladenen Historienfilms. Originalschauplätze in Baden-Würtemberg, eine unaufdringliche Handkamera und eine wenig pompöse Ausstattung lassen der Geschichte und vor allem den bestechenden Schauspielern viel Freiraum. Besonders Matthias Schweighöfer stürzt sich - wie schon bei "Baal" - mit Verve in das fiebrig-rauschhafte Temperament des Dichters. Auch die Beschränkung auf die drei Jahre, in denen Schiller in Mannheim als Dichter Fuß zu fassen versuchte, tut dem Fernsehspiel von Regisseur und Autor Martin Weinhart und seinem Ko-Autor Hendrik Hölzemann gut, weil sie keine dramaturgische Verdichtung eines ganzen Lebens erzwingt.
| Darsteller: | Matthias Schweighöfer | als Friedrich Schiller | |
|---|---|---|---|
| Teresa Weißbach | als Katharina Baumann | ||
| Robert Dölle | als August Wilhelm Iffland | ||
| Christian Näthe | als Andreas Streicher | ||
| Barbara Auer | als Caroline Wiethoeft | ||
| Jürgen Tarrach | als Freiherr Wolfgang von Dalberg | ||
| Timo Dierkes | als Herzog Karl Eugen | ||
| Ulrich Noethen | als Buchhändler Schwan | ||
| Nikolaus Paryla | |||
| Martin Feifel | |||
| Bernd Gnann | |||
| Catrin Striebeck | |||
| Michael Hanemann | |||
| Regie: | Martin Weinhart | ||
| Drehbuch: | Martin Weinhart | ||
| Hendrik Hölzemann | |||
| Produzent: | Uschi Reich | ||
| Michael Hild | |||
| Kamera: | Klaus Eichhammer | ||
| Schnitt: | Christian Nauheimer | ||
| Musik: | Thomas Osterhoff | ||
| Produktionsdesign: | Ulrika Andersson | ||
| Kostüme: | Ursula Welter | ||
| Ton: | Thomas Meyer | ||
Derzeit noch "Roter Baron", bald Literaturkritiker: Matthias Schweighöfer (Foto: Warner)
Bis vor Kurzem war er noch Teenie-Schwarm. Nun mausert sich Matthias Schweighöfer in Lichtgeschwindigkeit zum Charakterstar.
Brillierte er schon als Friedrich Schiller, Rainer Langhans und - aktuell - als Manfred von Richthofen in "Der Rote Baron" wird er nun "Literaturpapst": Schweighöfer hat für die Bestsellerverfilmung "Mein Leben" von Marcel Reich-Ranicki zugesagt. Er wird den späteren Publizisten im Alter von 20 bis 40 Jahren darstellen und freut sich schon auf "schwarze Haare und Glatze".
Der in Polen geborene Reich-Ranicki gilt als einflussreichster Literaturkritiker Deutschlands und umstrittener Medienstar. Vielen wurde er durch die Sendung "Das Literarische Quartett" bekannt, in der er mit seiner typisch aufbrausenden Stimme, dem gerolltem "R" und gelispeltem "S" schon so manchem Autor den Garaus machte - oder ihn zu Ruhm und Ehren führte.
Ranicki gilt zugleich als wichtigster Zeitzeuge Deutschlands: In seiner Autobiografie "Mein Leben" handelt der Holocaust-Überlebende nicht nur seine eigene Geschichte ab, sondern auch die des Landes, in dem er aufwuchs sowie dessen literarische Entwicklung.
Er hat alles drauf, was ein Teen und Twen an Verführungskünsten aufbieten kann: vom sanften Unschuldsblick über die...
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