Tannishtha Chatterjee
Prashant Narayanan
Tilotama Shome
Regie: Florian Gallenberger
Verleih: Constantin
Im Indien der Kolonialära schuftet der kleine Ravi (Prashant Narayanan) von frühester Kindheit an in einer Teppichweberei und findet Trost bei seiner gleichaltrigen Leidensgenossin Masha (Tannishtha Chatterjee). Um irgendwann die Freiheit genießen zu können, spart Ravi jede Rupie vom kargen Lohn über die Jahre auf. Als der Fabrikbesitzer Masha an einen Mädchenhändler verkaufen will, opfert Ravi jedoch all sein Geld für die Freundin, um ihr die Freiheit zu schenken. Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen unter veränderten Umständen.
Bayerische Filmpreise für den besten Erstlingsfilm sowie die beste Bildgestaltung gab's für das exotische Liebesdrama und Langfilmdebüt von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger ("Quiero ser"). Helmut Dietl produzierte.
Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik.
Indien, vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit: Ravi (Prashant Narayanan) arbeitet in einer Teppichfabrik, in der Kinder wie Sklaven gehalten werden und sich den Weg in die Freiheit mit Geld erkaufen müssen. Der Junge mit der Nummer 23 investiert sein Erspartes in die Freiheit seiner Freundin Masha (Tannishtha Chatterjee) und bewahrt sie davor, in die Hände eines Mädchenhändlers zu fallen.
Beim Abschied versprechen sie sich bei jedem Vollmond im größten Shiva-Tempel Kalkuttas nach dem anderen zu suchen. Jahre später haben sich beide in Ehen geflüchtet, in denen sie geliebt werden, aber selbst nicht lieben können. Als sie sich wiedersehen, scheint diese große Liebe eine Chance zu bekommen. Doch dann fällt Ravi eine verhängnisvolle Entscheidung.
Nach seinem eigenen Drehbuch und unterstützt von Produzent Helmut Dietl drehte Florian Gallenberger, Oscarpreisträger für den Kurzfilm "Quiero ser", seinen ersten Spielfilm. Eine tragische Lovestory vor dem exotischen Hintergrund Indiens - berührend, aber nicht kitschig, ernst, aber nicht schwer verdaulich, wunderbar fotografiert und ohne dramatische Überzeichnungen gespielt und inszeniert.
| Darsteller: | Tannishtha Chatterjee | als Masha | |
|---|---|---|---|
| Prashant Narayanan | als Ravi | ||
| Tilotama Shome | als Deepa | ||
| Irrfan Khan | als Yani Mishra | ||
| Tumpa Das | als Masha als Kind | ||
| Sikandar Agarwal | als Ravi als Kind | ||
| Sova Sen | als Masha (alt) | ||
| Soumitra Chatterjee | als Ravi (alt) | ||
| Satya Bandyopadhyay | als Deepas Großvater | ||
| Biplab Dasgupta | als Manager | ||
| Debika Sinha | als Bordellmutter | ||
| Vijay Raz | |||
| Regie: | Florian Gallenberger | ||
| Drehbuch: | Florian Gallenberger | ||
| Produzent: | Helmut Dietl | ||
| Norbert Preuss | |||
| Kamera: | Jürgen Jürges | ||
| Schnitt: | Hansjörg Weißbrich | ||
| Musik: | Gert Wilden jr. | ||
| Produktionsdesign: | Amardeep Behl | ||
| T.P. Abid | |||
| Rajiv Gautam | |||
| Kostüme: | Lisy Christl | ||
| Maske: | Lena Lazzarotto | ||
| Heike Merker | |||
| Margrit Neufink | |||
| Waldemar Pokromski | |||
| Ton: | Frank Heidbrink | ||
| Tschangis Chahrokh | |||
| Casting: | Dilip Shankar | ||
Für "Quiero Ser" durfte Florian Gallenberger bereits eine begehrte Trophäe einheimsen. Auch sein Spielfilmdebüt "Schatten der Zeit" wurde nicht nur mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Im Gespräch bekennt sich die deutsche Nachwuchshoffnung zu alten Kinotugenden.
Natürlich gibt es solche Schicksale überall. Die Stärke im Grundgerüst von "Schatten der Zeit" basiert eben auf dieser Konstellation, die nicht auf einen Ort fixiert ist.
Die Initialzündung kam durch eine Radiosendung über ein indisches Mädchen, das aus einer Teppichfabrik befreit wurde. Ihre Stimme ging mir nicht aus dem Kopf. Ich wollte die Handlung nicht nach Rumänien verlagern, nur weil dieses Land näher und billiger ist. Ich lasse mich vom Impuls führen. Indien ist visuell und kulturell ein sehr reiches Land, das uns eine ganz andere Welt eröffnet und im Umkehrschluss auch das eigene Leben in Deutschland neu verstehen lässt.
In einem Film stecken so viel Zeit, Geld und Liebe, da sollte man sich schon sicher sein, ob man diese Geschichte erzählen will. Dem Trend einen Film hinzuzufügen, nur um von der Straße weg zu sein, finde ich nicht richtig. Mein Herzblut hing an dieser Story.
Es war der 29. Dezember 2000, als ich ihm acht Seiten der neuen Konzeption auf das Fax legte. Ich hatte große Angst, dass er mich zurückruft und sagt: "Du spinnst." Dann die Erleichterung, als er anrief und meinte: "Das machen wir." Das ist schon sehr Helmut Dietl. Er steht zu seinem Wort und hat sich nie erschüttern lassen, obwohl es viele Momente gab, durch die er sich hätte erschüttern lassen können. Seine Art des "Durchziehens" hat das Projekt möglich gemacht.
Es gab schon dunkle Augenblicke. Nach vier Wochen Dreh erkrankte ich an Hepatitis, eine Katastrophe. Ich befürchtete: "Das war's dann mit dem Film." Doch die Unterbrechung hatte auch etwas Gutes. Wir nutzten die bis dato gemachten Erfahrungen, besetzten Team und Schauspieler teilweise um, veränderten etwas am Buch.
Die Menschenmassen auf der Straße. Bei manchen Szenen tummelten sich drei- bis viertausend Zuschauer, die sich dann mit den Komparsen vermischten, alle wollten plötzlich mitspielen. Da musste man ziemlich viel regeln und kontrollieren. Wir haben deshalb einige emotional wichtige Szenen auf einen anderen Ort oder vom Tag auf die Nacht umgeschrieben.
Anstrengend war auch der wahnsinnige Lärm in der Jutemühle. Die Maschinen waren so laut wie eine Flugzeugturbine, man konnte sich kaum verständigen. Im Team herrschte dagegen eine wunderbare Atmosphäre, die mir sehr viel Kraft gab. Manchmal frage ich mich, wie ich diese Konzentration aufgebracht habe. Indien ist ein schwieriges, aber traumhaftes Land.
Nichts Konkretes. "Schatten der Zeit" muss erst ins Kino kommen und seinen Weg in die Welt finden. Wir würden gern wieder ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen. Die Zusammenarbeit hat mir viel gebracht. Wir verstehen uns gut, nehmen beide alles sehr genau. Er hat sich nie eingemischt.
"Schatten der Zeit" ist eine klassische Geschichte, auch in der Umsetzungsweise vom Licht und den Einstellungen her. Die Gesichter wirken wie die von früheren Filmgrößen. Die Überzeugungskraft von Kindern darf man auch nicht mit technischem Schnickschnack unterminieren.
Ich habe 28 Jahre in München gelebt, da ist ein Tapetenwechsel gut. Es kommt darauf an, wohin mich das Leben und das Geschichtenerzählen führen. Für drei Monate gehe ich nach Los Angeles, schreibe dort und sondiere die Lage. Nicht, dass man da auf mich warten würde, aber ich bin noch jung und sollte die Gelegenheit nutzen.
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Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.