Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz09/z0509518/b150x150.jpg Schatten der Zeit

Filmdetails

Schatten der Zeit

Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik.


Schatten der Zeit
Start: 12.05.2005

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Tannishtha Chatterjee
Prashant Narayanan
Tilotama Shome

Regie: Florian Gallenberger
Verleih: Constantin

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Humor
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Inhalt

Im Indien der Kolonialära schuftet der kleine Ravi (Prashant Narayanan) von frühester Kindheit an in einer Teppichweberei und findet Trost bei seiner gleichaltrigen Leidensgenossin Masha (Tannishtha Chatterjee). Um irgendwann die Freiheit genießen zu können, spart Ravi jede Rupie vom kargen Lohn über die Jahre auf. Als der Fabrikbesitzer Masha an einen Mädchenhändler verkaufen will, opfert Ravi jedoch all sein Geld für die Freundin, um ihr die Freiheit zu schenken. Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen unter veränderten Umständen.

Bayerische Filmpreise für den besten Erstlingsfilm sowie die beste Bildgestaltung gab's für das exotische Liebesdrama und Langfilmdebüt von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger ("Quiero ser"). Helmut Dietl produzierte.


Kritik

Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik.

Großansicht Ravi und Masha sind als Kinder unzertrennlich (Foto: Constantin)

Ravi und Masha sind als Kinder unzertrennlich (Foto: Constantin)

Indien, vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit: Ravi (Prashant Narayanan) arbeitet in einer Teppichfabrik, in der Kinder wie Sklaven gehalten werden und sich den Weg in die Freiheit mit Geld erkaufen müssen. Der Junge mit der Nummer 23 investiert sein Erspartes in die Freiheit seiner Freundin Masha (Tannishtha Chatterjee) und bewahrt sie davor, in die Hände eines Mädchenhändlers zu fallen.

Beim Abschied versprechen sie sich bei jedem Vollmond im größten Shiva-Tempel Kalkuttas nach dem anderen zu suchen. Jahre später haben sich beide in Ehen geflüchtet, in denen sie geliebt werden, aber selbst nicht lieben können. Als sie sich wiedersehen, scheint diese große Liebe eine Chance zu bekommen. Doch dann fällt Ravi eine verhängnisvolle Entscheidung.

Großansicht Das Glück lässt auf sich warten (Foto: Constantin)

Das Glück lässt auf sich warten (Foto: Constantin)

Indian Lovestory

Nach seinem eigenen Drehbuch und unterstützt von Produzent Helmut Dietl drehte Florian Gallenberger, Oscarpreisträger für den Kurzfilm "Quiero ser", seinen ersten Spielfilm. Eine tragische Lovestory vor dem exotischen Hintergrund Indiens - berührend, aber nicht kitschig, ernst, aber nicht schwer verdaulich, wunderbar fotografiert und ohne dramatische Überzeichnungen gespielt und inszeniert.

Schatten der Zeit

Darsteller:  Tannishtha Chatterjee   als Masha
  Prashant Narayanan   als Ravi
  Tilotama Shome   als Deepa
  Irrfan Khan   als Yani Mishra
  Tumpa Das   als Masha als Kind
  Sikandar Agarwal   als Ravi als Kind
  Sova Sen   als Masha (alt)
  Soumitra Chatterjee   als Ravi (alt)
  Satya Bandyopadhyay   als Deepas Großvater
  Biplab Dasgupta   als Manager
  Debika Sinha   als Bordellmutter
  Vijay Raz  
 
Regie:  Florian Gallenberger  
Drehbuch:  Florian Gallenberger  
Produzent:  Helmut Dietl  
  Norbert Preuss  
Kamera:  Jürgen Jürges  
Schnitt:  Hansjörg Weißbrich  
Musik:  Gert Wilden jr.  
Produktionsdesign:  Amardeep Behl  
  T.P. Abid  
  Rajiv Gautam  
Kostüme:  Lisy Christl  
Maske:  Lena Lazzarotto  
  Heike Merker  
  Margrit Neufink  
  Waldemar Pokromski  
Ton:  Frank Heidbrink  
  Tschangis Chahrokh  
Casting:  Dilip Shankar  

"Indien ist schwierig, aber traumhaft"

Für "Quiero Ser" durfte Florian Gallenberger bereits eine begehrte Trophäe einheimsen. Auch sein Spielfilmdebüt "Schatten der Zeit" wurde nicht nur mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Im Gespräch bekennt sich die deutsche Nachwuchshoffnung zu alten Kinotugenden.

Großansicht Florian Gallenberger am Set von "Schatten der Zeit" (Foto: Constantin/Diana/Fanes)

Florian Gallenberger am Set von "Schatten der Zeit" (Foto: Constantin/Diana/Fanes)

» Warum muss ein Film über zwei Menschen, die sich lieben und ständig verpassen, in Indien spielen?

FLORIAN GALLENBERGER:

Natürlich gibt es solche Schicksale überall. Die Stärke im Grundgerüst von "Schatten der Zeit" basiert eben auf dieser Konstellation, die nicht auf einen Ort fixiert ist.

Die Initialzündung kam durch eine Radiosendung über ein indisches Mädchen, das aus einer Teppichfabrik befreit wurde. Ihre Stimme ging mir nicht aus dem Kopf. Ich wollte die Handlung nicht nach Rumänien verlagern, nur weil dieses Land näher und billiger ist. Ich lasse mich vom Impuls führen. Indien ist visuell und kulturell ein sehr reiches Land, das uns eine ganz andere Welt eröffnet und im Umkehrschluss auch das eigene Leben in Deutschland neu verstehen lässt.

Großansicht Eine Liebegeschichte in Indien, nicht in Berlin (Foto: Constantin)

Eine Liebegeschichte in Indien, nicht in Berlin (Foto: Constantin)

» Eigentlich sollten oder wollten Sie einen Berlin-Film machen.

In einem Film stecken so viel Zeit, Geld und Liebe, da sollte man sich schon sicher sein, ob man diese Geschichte erzählen will. Dem Trend einen Film hinzuzufügen, nur um von der Straße weg zu sein, finde ich nicht richtig. Mein Herzblut hing an dieser Story.

» Wie hat Produzent Helmut Dietl darauf reagiert?

Es war der 29. Dezember 2000, als ich ihm acht Seiten der neuen Konzeption auf das Fax legte. Ich hatte große Angst, dass er mich zurückruft und sagt: "Du spinnst." Dann die Erleichterung, als er anrief und meinte: "Das machen wir." Das ist schon sehr Helmut Dietl. Er steht zu seinem Wort und hat sich nie erschüttern lassen, obwohl es viele Momente gab, durch die er sich hätte erschüttern lassen können. Seine Art des "Durchziehens" hat das Projekt möglich gemacht.

Großansicht Die Dreharbeiten waren hart, aber lehrreich (Foto: Constantin)

Die Dreharbeiten waren hart, aber lehrreich (Foto: Constantin)

» Sie mussten unterbrechen.

Es gab schon dunkle Augenblicke. Nach vier Wochen Dreh erkrankte ich an Hepatitis, eine Katastrophe. Ich befürchtete: "Das war's dann mit dem Film." Doch die Unterbrechung hatte auch etwas Gutes. Wir nutzten die bis dato gemachten Erfahrungen, besetzten Team und Schauspieler teilweise um, veränderten etwas am Buch.

» Was bereitete vor Ort die größten Probleme?

Die Menschenmassen auf der Straße. Bei manchen Szenen tummelten sich drei- bis viertausend Zuschauer, die sich dann mit den Komparsen vermischten, alle wollten plötzlich mitspielen. Da musste man ziemlich viel regeln und kontrollieren. Wir haben deshalb einige emotional wichtige Szenen auf einen anderen Ort oder vom Tag auf die Nacht umgeschrieben.

Anstrengend war auch der wahnsinnige Lärm in der Jutemühle. Die Maschinen waren so laut wie eine Flugzeugturbine, man konnte sich kaum verständigen. Im Team herrschte dagegen eine wunderbare Atmosphäre, die mir sehr viel Kraft gab. Manchmal frage ich mich, wie ich diese Konzentration aufgebracht habe. Indien ist ein schwieriges, aber traumhaftes Land.

Großansicht Die Überzeugungskraft von Kindergesichtern (Foto: Constantin)

Die Überzeugungskraft von Kindergesichtern (Foto: Constantin)

» Haben Sie schon ein nächstes Projekt? Vielleicht wieder mit Helmut Dietl?

Nichts Konkretes. "Schatten der Zeit" muss erst ins Kino kommen und seinen Weg in die Welt finden. Wir würden gern wieder ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen. Die Zusammenarbeit hat mir viel gebracht. Wir verstehen uns gut, nehmen beide alles sehr genau. Er hat sich nie eingemischt.

» Ist ein im positiven Sinne altmodischer Film ein Wagnis?

"Schatten der Zeit" ist eine klassische Geschichte, auch in der Umsetzungsweise vom Licht und den Einstellungen her. Die Gesichter wirken wie die von früheren Filmgrößen. Die Überzeugungskraft von Kindern darf man auch nicht mit technischem Schnickschnack unterminieren.

» Bleiben Sie jetzt erst einmal in Berlin?

Ich habe 28 Jahre in München gelebt, da ist ein Tapetenwechsel gut. Es kommt darauf an, wohin mich das Leben und das Geschichtenerzählen führen. Für drei Monate gehe ich nach Los Angeles, schreibe dort und sondiere die Lage. Nicht, dass man da auf mich warten würde, aber ich bin noch jung und sollte die Gelegenheit nutzen.

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