Raffiniert inszenierte, intelligente Unterhaltung mit großem Schauwert um den berüchtigten Schriftsteller. http://images.kino.de/flbilder/max01/bf01/bf01/b0101993/b150x150.jpg Sade

Filmdetails

Sade

Raffiniert inszenierte, intelligente Unterhaltung mit großem Schauwert um den berüchtigten Schriftsteller.


Sade
Start: 21.12.2000

Drama

Frankreich 2000
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Daniel Auteuil
Marianne Denicourt
Jeanne Balibar

Regie: Benoît Jacquot
Verleih: Prokino (Filmwelt)

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Humor
Romantik
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Inhalt

1794 lässt Robespierre Köpfe rollen. Auch der Freigeist und Atheist Marquis de Sade soll wegen revolutionsfeindlicher Haltung liquidiert werden. Doch seine bürgerliche Geliebte Marie-Constance sorgt dafür, dass er in ein Gefängnis-Sanatorium kommt, wo er Theateraufführungen inszeniert und schreibt wie ein Besessener und die junge, unerfahrene Emilie kennen lernt.


Kritik

Sade

Den Namen Marquis de Sade verbindet man gemeinhin mit Sadismus, schockierenden Romanen wie "Justine ou les malheurs de la vertu", der Lust am Quälen. Nichts von alledem ist in Benoit Jacquots fiktivem Porträt des berüchtigten Franzosen zu finden. Sade ist hier ein abgeklärten Libertin und Freund der Frauen, der selbst der blutigsten Phase der Französischen Revolution mit Gelassenheit begegnet.

Benoit Jacquot ist ein Meister in der subtilen Darstellung weiblicher Befindlichkeiten, lässt seine Heroinen emotionale Grenzerfahrungen machen, unvergesslich Isabelle Huppert in "Die Schule des Begehrens". "Sade" handelt vom berühmten Schriftsteller, der seit 1777 fast 30 Jahre in Gefängnissen und die letzten Jahre seines Lebens in der Irrenanstalt von Charenton verbrachte, und natürlich von den Frauen, von zwei Frauen, die ihm verfallen sind. 1794 schwappt eine Terrorwelle über das Land, die Guillotine arbeitet ohne Unterlass, Robespierre lässt die Köpfe rollen. Der Puritaner sieht in dem Aristokraten einen gefährlichen Freigeist und Atheisten, einen unmoralischen Menschen, den es wegen revolutionsfeindlicher Haltung zu liquidieren gilt. Doch die bürgerliche Marie-Constance Quesnet sorgt dafür, dass ihr zu Tode verurteilter Geliebter nach Picpus kommt, eine Art Gefängnis-Sanatorium, in dem er erst einmal vor Verfolgung sicher ist, auch ein Ort, in dem Repräsentanten des Alten Regimes gegen entsprechende Zahlung ihren Kopf retten können. Sade findet in ihnen Darsteller für eine Theateraufführung, läuft zur Hochform als Organisator und Regisseur auf, schreibt wie ein Besessener und trifft auf Emilie de Lancris - jung, unerfahren, nach Liebe brennend.

Nach Serge Bramlys Roman "La terreur dans le boudoir" mischt Jacquot historische Fakten und Fantasie zu einem feingesponnenen Labyrinth von Begehrlichkeiten. Im Gegensatz zu den mordenden und keine Gnade kennenden Jakobinern erscheint Sade wie ein angenehmer Zeitgenosse. Der Mann mit dem zweifelhaften Ruf ist kein Sadist, sondern Objekt der Begierde. Marie-Constance gibt sich einem anderen hin, um ihn zu retten, Emilie will - hin- und hergerissen zwischen Faszination und Abscheu - nur eins, körperliche Liebe mit dem 50Jährigen. Wenn er das Mädchen in einem sinnlichen Initiations-Ritual erste sexuelle Erfahrungen machen lässt (er "dirigiert", ein junger Mann führt aus), ist das nicht nur ein Moment größter Intimität, sondern auch ein raffiniert inszenierter ästhetischer Genuss. Daniel Auteuil spielt die zynische und zugleich verletzbare Spielernatur als schauspielerisches Kraftpaket mit großer Präsenz und brillant-geschliffenen Dialogen - intelligente Unterhaltung mit großem Schauwert. Ein Arthouse-Publikum sollte dieses exorbitante Kino-Juwel zu schätzen wissen. mk.

Sade

Darsteller:  Daniel Auteuil   als Marquis de Sade
  Marianne Denicourt   als Sensible
  Jeanne Balibar   als Madame Santero
  Grégoire Colin   als Fournier
  Isild Le Besco   als Emilie de Lancris
  Jalil Lespert   als Augustin
  Jean-Pierre Cassel   als Le vicomte de Lancris
  Philippe Duquesne   als Coignard
  Vincent Branchet   als Chevalier de Coublier
  Raymond Gérome   als Président de Maussane
  Dominique Reymond   als Madame de Lancris
  Frédérique Tirmont   als Madame d'Amblet
  Daniel Martin   als Monsieur Santero
  Monique Couturier   als Duchesse Villars-Brancas
  Scali Delpeyrat   als Robespierre
  Léo Le Bevillon   als Charles
 
Regie:  Benoît Jacquot  
Drehbuch:  Jacques Fieschi  
  Bernard Minoret  
Produzent:  Patrick Godeau  
Ausf. Produzent:  Françoise Galfré  
Buchvorlage:  Serge Bramly  
Kamera:  Benoît Delhomme  
Schnitt:  Luc Barnier  
Musik:  Francis Poulenc  
Produktionsdesign:  Sylvain Chauvelot  
Kostüme:  Christian Gasc  
Ton:  Michel Vionnet  
  Dominique Gaborieau  

Star

Daniel Auteuil

Daniel Auteuil zählt zu den populärsten Schauspielern Frankreichs und erhält durchschnittlich jedes zweite Jahr eine César-Nominierung....

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Isild Le Besco

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