
Konventionell erzählter Polizei-Thriller von Autor und Regisseur Mark Schlichter, der vor allem durch seinen spannenden Plot und das stimmig besetzte Darsteller-Ensemble besticht.
Klaus Rottmann, Leiter eines Sondereinsatzkommandos der Polizei, wird aufgrund einer Intrige unschuldig zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach der Entlassung macht er sich auf, um die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen und den Verräter aus den eigenen Reihen zu stellen.
Ebenso konventionell, wie die Rachegeschichte von "Rottmann schlägt zurück" angelegt ist, wählt auch Regisseur und Autor Mark Schlichter die Schauplätze seines Polizeithrillers aus. Das düstere Gefängnis, die verlassenen Lagerhalle für konspirative Treffen oder das opulent ausgestattete Büro des smarten, aber zwielichtigen türkischen Geschäftsmanns sind bekannte Genre-Versatzstücke, die hier zum Einsatz kommen.
Dennoch vermeidet es Schlichters Film konsequent, zu tief in den Klischee-Topf zu greifen. Auch Hauptdarsteller Heino Ferch erinnert als Rottmann an das oft bemühte Bild des "deutschen Bruce Willis", weiß aber in dieser Rolle durchaus zu gefallen. Zumal es ihm gerade in den emotionalen Szenen, in denen die problematische Beziehung zu seinem heranwachsenden Sohn und seiner Ehefrau thematisiert wird, gelingt, der Figur ein Profil ein zu verleihen, das weit über den simplen "Rächer" hinausgeht.
Überhaupt sind es die treffsicher ausgewählten Darsteller die "Rottmann schlägt zurück" aus dem Mittelmaß der Fernsehfilm-Unterhaltung hervorstechen lassen. Neben Ferch und Elyas M'Barek als seinem einzigen Vertrauten unter den alten Kollegen sind es gerade auch Nebenfiguren wie Meret Becker als mütterliche Rottmann-Freundin und Barfrau Nina und Erdal Yildiz als nur vordergründig freundlicher Drogenclan-Chef Arslan, die die Handlung des Thrillers tragen.
Zudem gelingt es Schlichter, über die gesamten 90 Minuten hinweg Spannung aufzubauen und zudem ohne übertrieben Gewalt- und Actionszenen auszukommen. "Rottmann schlägt zurück" ist temporeich erzählt, setzt aber auch an den richtigen Stellen ruhigere Akzente, um die Charaktere der Figuren herauszuarbeiten.
Da verzeiht der Zuschauer auch das etwas "angeklebt" wirkende Happy End, das aber immerhin mit einer personellen Überraschung aufwarten kann - und ganz nebenbei auch inhaltlich die Option auf eine Fortsetzung von Rottmanns Geschichte bietet. jl.
| Darsteller: | Heino Ferch | als Klaus Rottmann | |
|---|---|---|---|
| Heikko Deutschmann | als Wolfgang Zacher | ||
| Elke Winkens | als Corinna Rottmann | ||
| Elyas M'Barek | als Deniz Öktay | ||
| Sönke Möhring | als Sven | ||
| Jef Bayonne | als Claude | ||
| Iris Böhm | als Caroline Brandt | ||
| Max Hopp | als Rüdiger Biehling | ||
| Meret Becker | als Nina | ||
| Natascha Bub | als Kathi | ||
| David Schlichter | als David | ||
| Thomas Bading | |||
| Regie: | Mark Schlichter | ||
| Drehbuch: | Mark Schlichter | ||
| Produzent: | Karl-Eberhard Schäfer | ||
| Norbert Walter | |||
| Kamera: | Philipp Sichler | ||
| Schnitt: | Julia Oehring | ||
| Musik: | Klaus Wagner | ||
| Produktionsdesign: | Lars Lange | ||
| Kostüme: | Gioia Raspé | ||
| Ton: | David Kammerer | ||
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